Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 26 (1862)
- Issue
- Heft 41 (7.10.1862)
- Date
- 1862-10-07
- Page
- Seite 584 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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m giebt, mit Hülfe der gesammelten Gelder) jede Art Unglück von; den Mitgliedern der hiesigen Gemeinde,' ausgenommen. von den Deutschgesinnten, abwenden könne. Daß. seine Placate bet - allem noch so. heftigen Widerstandeiniger hervorragenden Männer gebildeten Standes, soz.B. des geistreichen -Mannes Herrn Weinsbergden ungerechten Sieg davon getragen haben, kann bei solchem unbeschränkten Einflüsse unseres Rabbiners auf die überwiegende. Zahl Chassidimnicht Wunder nehmen. .— Nur . ist es der deutschen Commune als Vernachlässigung ihrer Pflicht anzurechnen,, daß sie -einen derartig schadenbringenden Obscuranten an der Spitze einer zahlreichen Gemeinde dulden und ihn nicht bei der hohen Regierung wegen Unterdrückung jeder in der Gemeinde außer dem Bereiche des Talmuds stehenden auftauchenden wissenschaftlichen Bestrebung anklagen, da doch jede Hoffnung auf die Ertüchtigung der Jugend für den gelehrten Beruf bei solchen Zuständen. unmöglich ist. Gr. Beeskerek, 12. September., (Privatmitth.) Daß die Conferenzen in Konstantinopel in der serbischen Angelegenheit ohne Erfolg waren, und daß man sich; in, Belgrad mehr denn je zu einer blutigen Entscheidung des erbitterten Streites zwischen dem „todten Manne" und. dem;: neu: erwachten und frisch. aufleben-, den Volke von. Serbien vorbereitet, werden Sie wohl aus den politischen Zeitungen längst erfahren haben, und unter diesen leidigen Verhältnissen blieb auch den geflüchteten, Belgrader Juden nichts übrig, als mit Ergebung.ihr trauriges Geschick der weisen Vorsehung zu überlassen. Viele jedoch suchten bei ihren Brüdern in der Türkei, in JBiddin m s. w., Zuflucht zu finden und sich eine neue Heimath zu begründen. Besonders wurden v i e l e Ä rm e von dem: Counts in Semlin zur Uebersahrt nach Widdin mit Reisegeld rc. unterstützt,: da dieselben, nach ihrer gewohnten halborientalischen, Lebensart in Her Türkei eher Aussicht auf Arbeit und Verdienst haben, als auf: österreichischem Boden. Ob die Ausgewanderten ihre Lage sich verbessert haben, wissen wir wohl nicht; aber jedenfalls sirrb. sie besser daran, als die Zurückgebliebenen, die nicht, wissen , wohin sie ihr müdes Haupt niederlegen sollen. „Soeben höre ich^,, schreibt ein gut unterrichteter Correspondent eines großen Journals, „daß die seit dem Bombardement aus Belgrad.geflüchteten Juden, welchen man bisher,m Semlin und Pancsova den Aufenthalt mit großer Toleranz gestattet und ihnen sogar einen. Theil der kaiserlichen Contumaz-Gebäude als Wohnung eingeräumt hatte> den Befehl erhalten haben, die Militärgrenze innerhalb acht Tagen zu verlassen. Diese Maßregel ist für die Betreffenden sehr hart, da sie bedeutende Forderungen an die serbischen Einwohner Belgrads zu machen haben, deren Eintreibung, wenn sie die Gegend verlassen müßten, sehr schwer, oder gar unmöglich werden würde." — Es haben diese Nachricht auch Wiener Blätter bereits gebracht, und der „Wanderer" meint, daß dieser Befehl mit der militärischen Gesetzgebung-des Grenzgebietes, wo den Juden im Allgemeinen der Aufenthalt nicht gestattet, zusammenhängt. -Denn in der Militärgrenze ist mit Ausnahme von Semlin, der einzigen israelitischen Gemeinde, Pancsova, Weißkirchen und Karansebes, wo nur einzelne Familien tolerirt sind, den Juden das Wohnen untersagt, und selbst in den genannten Städten sind der Vermehrung derselben viele Schranken gesetzt. Wir glauben daher, was der erwähnte Correspondent des Wanderers auch zu sagen scheint, daß dieser Befehl nicht streng gehandhabt werden wird, da in der Militärgrenze die Republicirung dieses Gesetzes' in-Betreff der Juden häufig erfolgt und keine große Tragweite hat, indem höchstens einige hie und da stillschweigend geduldete Individuen auf mehrere Wochen sich in ihre frühere Heimath zurückbegeben müssen. — Wahrscheinlich wird man also gegen die Unglücklichen, , die in Oesterreich das Asylrecht in Anspruch genommen haben und auch freundlich ausgenommen wurden, nicht streng verfahren und ihnen Zeit und Gelegenheit lassen, den geeigneten Moment zur- Rückkehr nach Belgrad abwarten zu können. Jedenfalls ist beim Herannahen des Winters und da denselben - auch aufgetragen wurde, die kaiserlichen Contumaz-Gebäude zu räumen, der Zustand der zurückgebliebenen armen Familien, „die wahrlich keinerlei Forderungen an die serbischen Einwohner Belgrads zu machen haben", sehrtraurig und elend, - Ein besonderer Umstand ist auch, daß dieselben meist nur serbisch und spanisch sprechen und daher in der Militärgrenze und in der vormaligen Wojowodiria, wo vorherrschend serbisch gesprochen wird, ist denselben der Umgang , mit dem Volke und den Juden leicht; hingegen aber in den eigentlichen ungarischen Ortschaften und Comitaten, wo magyarisch gesprochen wird, können sie nirgends mit den Bewohnern und selbst nicht