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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1862-10-07 · Heft 41 (7.10.1862) · p. Seite 583

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
26 (1862)
Issue
Heft 41 (7.10.1862)
Date
1862-10-07
Page
Seite 583 (sequence 7)
Language
German
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den andern Theilen der Monarchie zu öffentlichen erhöbe, resp. sie nicht ihren, theils älteren, theils jüngeren Schwestern im Großherzogthume nachstehen ließe. Es versteht sich von selbst, daß Herr Wehl an seine Mittheilungen die Bitte knüpfte, es möchten dieselben * zur Kenntniß der Unterrichtscommission gebracht und von ihnen zur geeigneten Zeit der geeignete Gebrauch gemacht werden. Vor einigen Tagen nun ist dem Herrn Wehl von Seiten des Abgeordneten Herrn Kuhlwein folgendes Antwortschreiben zugegangen: Berlin, den 13. September 1862. Ihre gefällige Zuschrift vom 24. August habe ich sogleich nach dem Empfange zur Kenntniß mehrerer befreundeter Mitglieder der Unterrichts- Commission gebracht unter Entgegennahme der Zusage, daß von dem darin enthaltenen Material der geeignete Gebrauch gemacht werden soll. Die definitive Regelung der Angelegenheit ist dem zukünftigen Unterrichtsgesetz Vorbehalten, welches in dieser Session nicht zur Berathung gelangt. Hochachtungsvoll und ergebenst gez. Kuhlwein. Herrn Lehrer Louis Wehl, Leiter der isr. Elementarschule Wohlgeboren zu Frankfurt a. O, Posen, 25. September. Die Petition der städtischen Behörden zu Posen um definitive Anstellung des jüdischen Lehrers Di*. Jutrosinski an der dortigen Realschule ist von dem Hause der Abgeordneten dem Ministerium bekanntlich zur Berücksichtigung überwiesen worden. Da diese aber nicht eintreten dürfte, so haben die städtischen Behörden Posens beschlossen, dem Dr. Jutrosinski eine ordentliche Lehrerstelle provisorisch zu übertragen und demnächst mit einer fernern Bittschrift vorzugehen. Aachen, 24. September. (Privatmitth.) Der. Eindruck, den die Predigten des vr. Philippson bei der Einweihung unserer neuen Synagoge' gemacht, war ein so allgemeiner auf das gesammte Publikum, daß das jetzt größte hiesige politische Blatt, das „Echo der Gegenwart", welches durch einen seiner Mitarbeiter die Predigten hatte behufs der Berichterstattung stenographiren lassen, sich bewogen fand, dieselben in ihrer ganzen Ausdehnung wörtlich in ihrer heutigen Nummer wiederzugeben. Es ist dies sicherlich eine noch nicht dagewesene Erscheinung, daß ein politisches Blatt Predigten, und noch dazu die eines jüdischen Kanzelredners bringt, wobei zu bemerken, daß an der Redaction dieses Blat-. tes Juden durchaus unbetheiligt sind, und daß die Redaction gleich nach dem Schlüsse der Feier den Redner um die Erlaubuiß hierzu anging. Es soll übrigens auch ein besonderer verkäuflicher Abdruck gemacht werden, dessen Reinertrag der Verfasser für die städtische Armenkasse bestimmt hat. Österreichischer Kaiserstaat. Krakau, 17. September. (Privatmitth.) Wie man hier aus authentischem Munde wissen will, soll der hierorts residirende Rabbiner, Herr S. Schreiber, ein Schreiben vom heiligen Manne zu Neu-Sandec in honorem erhalten haben, worin er zu einem feierlichen Weingelage, das gewöhnlich dem Neumonde vorangeht und folgt, eingeladen wird, bei welcher Gelegenheit er auch die kabbalistische Weihe als Vorsteher einer zahlreichen chassidischen Secte empfangen wird. Im Grunde genommen, kann man es dem Hypokrit zu Neu-Sandee nicht verargen, wenn er dem unwiderstehlichen Ansuchen unserer Chassidim, unfern Rabbiner zum Nachfolger in seiner Herrschaft zu installiren, Folge leistet, da doch seine ganze Epistenz von ihnen dependent ist. Ob auch unser Rabbiner S. S. dieser ihm willkommenen Einladung beistimmen wird, unterliegt auch keinem Zweifel, zumal schon sein für einen derartigen Besuch geeignetes, neulich angeschafftes Costüm, bestehend in einer Bärenmütze, einem weißen Gewände und einem Paar neuer, klaffender Schuhe, einen genug triftigen und evidenten Beweis von seiner Neigung zu dieser heiligen Fahrt liefert. Sehr bemerkenswerth für die Stufe, auf welche die eultuellen Zustände unserer Gemeinde mit der Besteigung des hiesigen Rabbiuerstuhles vom Herrn Rabbiner S. S. gelangt sind, ist auch das providentielle Ereigniß, daß der Herr Rabbiner allenthalben in unserem jüdischen Ghetto Placate anschlagen ließ, die dahin lautendes soll eine Collecte für den Rabbiner zu Neu - Sandec zu diesem Behufs veranstaltet werden, damit jener heilige Mann zu Neu-Sandec, der die göttlichen Fügungen der Zukunft )u durchschauen vor-

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