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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1862-09-30 · Heft 40 (30.9.1862) · p. Seite 568

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
26 (1862)
Issue
Heft 40 (30.9.1862)
Date
1862-09-30
Page
Seite 568 (sequence 6)
Language
German
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568 tten Oberrabbiner (von einem Papste ist in meinen Regesten nicht die Rede) unter dem Titel eines Hochmei^ j sters aller Hochmeister zu geben — einem Titel, den ich nicht mit Herrn Oppenheim als gleichbedeutend mit Stuhlrichter, sondern vielmehr als eine Nachahmung ' einer dem deutschen Orden entliehenen ähnlichen Würde; halten möchte, — kurzweg: „die Vermuthungen Wieners; sind chronologisch nicht zutreffend", ohne für diese Behauptung auch nur den geringsten Beweis anzuführen. Ich habe hierauf einfach zu erwidern, daß von Vermuthungen in meinen Regesten gar nicht die Rede ist und wenn ich an den einen R. Israel aus Krems, den Verfasser der Hagaoth Aschen erinnert habe, so bin ich begierig, von Herrn Oppenheim zu erfahren, warum er an diesen zu denken aus chronologischen Gründen für unzulässig hält. Vermag er vielleicht nachzuweisen, daß derselbe im Jahre 1407 bereits todt war? An den von Herrn Oppenheim beigebrachten und von. R. Jacob Weil in seinem Rabbinatsgutachten No. 151 erwähnten R. Israel in Nürnberg, den Zeitgenossen des R. Koppelmann, hatte ich Anfangs auch gedacht; allein theils aus chronologischen Gründen, theils in Folge des Umstandes, daß in der Urkunde vom 23. November 1407 (siehe meine Regesten S. 65 No. 80 und S. 254) ausdrücklich erwähnt wird, wie vorzugsweise die Juden in Nürnberg sich gegen R. Israel, aufgelehnt hatten, was, wenn der in Rede stehende R. Israel in Nürnberg gelebt hatte, gegen den eigenen Rabbiner hätte geschehen und doch wohl von der Partei des N. Koppelmann hatte , ausgehen müssen und dann sicher in der Urkunde angedeutet wäre, habe ich diesen R. Israel wiederum aufgegeben. Und auch Zunz stimmt mit mir hierin überein, indem er mir in einem Briefe vom 13. Juni 1861 schrieb: „In ü'VnsVri ed. Sabionetta 32 a wird ein ",^2^ HSr; in Wien in der Zeit R. Schalom's genannt. Aber an niw Vvn •’uin?3 darf man nicht denken, die dort vorkommenden sind viel junger; damals war Maharil schon todt. Der in.No. 151 erwähnte ist Israel Brünn." Dr. M. Wiener. Zeitungsnachrichten. Deutschland. Offenbach, 13. September. Ein hiesiger junger Israelit wird schon einige Zeit vermißt, und es waren die bisherigen Recherchen nach demselben vergebens. Man spricht von einer Art Mortara-Geschichte, die ihren Anfang in Seligenstadt genommen 'haben soll. Näheres werden wir nach Einsicht der bis jetzt darüber stattgehabten behördlichen Aufnahmen mittheilen. 7-1 Gr. I.) Mannheim, 11. September. Das „Fr. I." meldet: Sicherem Vernehmen nach hat Herr Jastrow, > früher in Warschau, die ihm angebotene Stelle eines ersten Rabbiners angenommen. Preußen. Trier, 20. August. (Privatmitth.) *) Mit wahrem Interesse und warmer Theilnahme folgte ich bisher ben Verhandlungen der Conserenzen der israelitischen Lehrer Westphalens und Rheinlands und habe auch dahin gewirkt, daß die Lehrer meines Bezirks sich an diesem Vereine betheiligt haben, wie ich überhaupt stets nach Kräften bemüht war, unfern geehrten Lehrerstand zu heben, deren Verhältnisse zu bessern und die jüdischen Schulen, besonders meines Sprengels, zu veredeln. Ich darf auch voraussetzen, daß viele der geehrten Lehrer Westphalens und Rheinlands mich wohl von dieser Seite kennen und daher meine folgenden Aeußerungen über die in No. 33 der Allg. Ztg. d. Jud. veröffentlichte „Denkschrift israelitischer Lehrer Westphalens und der Rheinprovinz" nicht mißdeuten werden. Ich erkenne fast alle in der Denkschrift hervorgehoben Klagen über die precäre Stellung der jüdischen Lehrer und Schulen nach den bisherigen Gesetzen und selbst auch nach dem vom 23. Juli 1847 welches früher von vielen Lehrern als der Messias ihrer Befreiung so hoch gepriesen ward, — als vollkommen berechtigt an. Ebenso stimme ich den am Schluffe aufgestellten Petita im Principe bei, mit etwaiger Ausnahme des in No. 4 in seiner Allgemeinheit, weil manche kleinere Gemeinde ein solches Gehalt von 250 Thlr. nicht aufbringen kann. . Dagegen muß ich mich entschieden erklären gegen die, die ganze Denkschrift durchdringende ei n se iti g e Auffassung „der Quelle des Unheils", die sie nur in dem *) Wir theilen den folgenden Artikel g,er rt mit, weil er inhaltsreich und anregend ist, theilen aber alle Ansichten desselben nicht, worüber wir uns nächstens aussprechen werden. Die Redaction.

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