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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1862-09-23 · Heft 39 (23.9.1862) · p. Seite 559

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
26 (1862)
Issue
Heft 39 (23.9.1862)
Date
1862-09-23
Page
Seite 559 (sequence 13)
Language
German
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L59 allgemein geachteten Oberlehrer Herrn S. Deutschgeleiteten öffentlichen israelitischen 'Gemeindeschule zu. — Auch können wir nicht umhin, zweier Männer zu gedenken, die unter so vielen warmen Freunden genannter Lehranstalt sich besonders' auszeichnen: Herr Präses der Schulcommission, Leo Adler, der derselben stets materielle und moralische Opfer bringt und jüngst erst nach mehrjährigem Streben es durchsetzte, daß auch eine Industrie-Lehrerin an derselben angestellt wurde, sowie Herr S. Glück, der zum Bedauern Aller soeben nach Kaschau übersiedelt, den aber gewiß der Degen der Schuljugend begleitet. Uebrigens hat die jüdische Bevölkerung über die Intoleranz ihrer christlichen Mitbürger nicht so sehr zu klagen, im Gegentheil berichten wir, daß zwei jüdische Bezirksarzte angestellt sind, und wurde Herr Kaufmann Schaffer vor Kurzem zum Assessor des Wechselgerichtes erwählt. Mit um so größerem Befremden haben wir daher die Bedingungen für eine Licitation gelesen, die am 7. August d. I. von Seiten der hiesigen Stadt abgehalten werden sollte, durch einen eingetretenen Zwischenfall aber glücklicher Weise unterbleiben mußte; denn da lautet ein Punkt: „An Kaffee - und Wirthshäusern müssen Wirthe und Bedienstete ausschließlich Christen sein." — Da nun hier Muhamedaner und Heiden nicht wohnen, so konnten wir leicht verstehen, wem der Wink gilt. — Das gerade Gegentheil dieser Gemeinde bildet das von da unferne Kaschau. Dieses (mit wenigen löblichen Ausnahmen) bildet eine aus den verschiedensten Elementen bestehende, aus den verschiedensten Gegenden sich hier consolidirte, aber mit jedem Augenblicke ihres.Zersetzungsprocesses harrende Masse. Hier giebt es keine Schule, keinen Rabbinen, kein auch nur zum Theil anständiges Gotteshaus, kurz gar kein gemeinnütziges Institut, und nur für Leichenbeerdigungen ist gesorgt. — Doch wie viel Erhebliches könnte da geschehen, da die Gemeinde an 300 mitunter sehr wohlhabende Familien zählt! Der vor Kurzem mit der Gemeindeleitung betraute intelligente Vorstand, Herr Julius Holländer, zögert und harret mit der Rabbinerwahl, bis er eine günstige Zeit findet, einen Mann im Sinne der Besserdenkenden anzustellen. Wird aber diese günstige Zeit je kommen? M.... z.; ' Schweiz. Bern, 8. September. (M. Z.) Die nltramontane Partei ün dem Canton A a r g a u treibt es in Folge ihrer jüngsten Niederlage bei der Abberufung des Großen Raths mit ihren Wühlereien und Hetzereien jetzt so arg, daß der katholische Kirchenrath beschlossen hat, gegen das unwürdige Benehmen einiger Geistlichen ernstlich einzuschreiten. Wie weit die genannte Partei geht, können Sie aus der von dem Professor Schleuniger in der Botschaft gemachten Drohung ersehen, daß, wenn die Judeneinbürgerung nicht unbedingt aufgegeben wird, man eine neue Agitation für die Abberufung des Großen Raths in das Werk setzen werde. Die nöthigen 6000 Unterschriften werde man, droht Schleuniger, dieses Mal noch viel schneller beisammen haben als das erste Mal. Afrika. Capstadt, im Juli. Nach dem J. 6. schreitet die hiesige israelitische Gemeinde energisch zum Bau einer eigenen Synagoge.vor. Sie hat bereits ein sehr an-, gemessenes Grundstück dem Gouvernements-Garten gegenüber erworben, und von einem tüchtigen Baumeister einen Plan entwerfen lassen, an welchem besonders die elegante und schöne Faeade gerühmt wird.. A » zeig e tu Inserat. Durch Umgestaltung der hiesigen einclasstgen öffentli- : chen jüdischen Elementarschule zu einer zweiclassigem soll die erste. Lehrerstelle mit 230 Thlrn. fir. Gehalt nebst freier Wohnung und 150 Thlrn. für Erthcilung des hebräischen Unterrichts sofort, spätestens aber bis zum Isten Januar 1863 besetzt werden. Qualificirte Bewerber wollen sich unter Beifügung ihrer Zeugnisse schleunigst bei uns melden. Es wäre wünschenswerth, wenn die Bewerber gleichzeitig Talmudisten waren. Dt. Crone, den 22. August 1862. Der Vorstand der Synagogen- Gemeinde.' Bei der hiesigen Gemeinde findet zum Isten Januar oder zu Ostern ein Religionslehrer, Vorbeter und Schächter. Engagement. - Salair 100 Thlr., Schächtgebühren, freien Mittags- und Abendtisch nebst eleganter Wohnung^ Bewerber können.ihr Einkommen durch Privatunterricht vergrößern^ und belieben durch Einsendung ihrer Zeugnisse oder persönliche Meldungen sich an den Unterzeichneten Vorstand zu wenden. G o l d b e r g in Mecklenburg. ) E. Bernhard,

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