Mannheim
Compact Memory

Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1862-09-23 · Heft 39 (23.9.1862) · p. Seite 554

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
26 (1862)
Issue
Heft 39 (23.9.1862)
Date
1862-09-23
Page
Seite 554 (sequence 8)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
93% known words query
IRI
…/3224737-3226310-3226350--20648-3249727
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

554 schm Minhag adoptirt hat. — Dieselbe Bewandtniß hat es mit dem vielbesprochenen Schlußworte des J.ischthabach, AnmerA. 17, welches die Sephardim ■'N mit Pathach -und die Deutschen *>n mit Zere lesen, und wobei wir Herrn Geiger auf Asulai, Birke Joseph 1 Ab. 207, .woselbst der grammatische Streit nebst der interessanten darüber gepflogenen Debatte weitläufig erörtert wird, der Kürzewegen verweisen. Wir haben No. 9 S. 103 dieser Zeitung in-unserem Artikel: Zur Literatur der Gebetbücher die bereits bei den Alten schwankende Lesart im Morgengebete: mco v-3 iiwnp oder: nwinp jurwai angeführt und Herr Geigernimmt davon Anmerk. 20 Veranlassung und zwar in einer spöttischen und hämischen -Weise, die eines Gelehrten und eines so geachteten Greises unwürdig-ist. Anstatt uns aber in eine unfruchtbare, rechthaberische Polemik einzulassen, führen wir blos aus Abudarhani (eil. Prag 23) die Stelle wörtlich an, .welche aber von Herrn Geiger, obschon wir darauf ausdrücklich hingewiesen, nicht beachtet wurde. - N72*>S23,i bs , nnnm nminp bip n73^:m «nwip;.ban.70\nr-r72T. o^ai OTOn, /i?23>2,,o ■>i72N 1S72W7 07v p oa finp nswb anpra ->2272-' •mso 'abo nTpinp.; D*mp o^-rrr iö?i »ni32>n "pn .^D2 ^737 . R, Jakob Emden in seinem Commentar zum Gebetbuch erklärt sich auch für die letztere Lesart mit folgenden, etwas abweichenden Worten: r^a^oi nann ann.'Oobino riVStt ,npoon po tzd-» ♦ htövij? -ju:722t 0U3 pnm ",■’O'na iötj. .».p*»* p7 . NTa^ab .NL272b Wir haben einfach in dem bemeldeten Artikel die beiden Varianten citirt und Herr Geiger sucht die gewöhnliche Lesart-durch die Autorität von Raschi zu vertheidigen.l Der sephardische Ritus stimmt auch hierin mit dem deutschen überein, nur trennt er n?2^aoi, das hier ein Substantiv ist, von dem vorhergehenden noTora mvio, während die deutschen Ausgaben srparmi als Adjectiv des rrrna n 2 72, zu nehmen scheinen— und in diesem Sinne übersetzen auch diese Stelle Euchel, Fürstenthal und Goldenthal. Allein die richtige Uebersetzung ist, wie Herr Geiger bemerkt und wie auch im sephardischen Siddur die beiden Worte durch Interpunktionen getrennt find: In reiner Sprache und mit Anmuth stimmen sie die Kedusch a, Heiligung, an u. s. w. Schließlich bemerken wir noch, daß selbst Heiden heim übersetzt: In reiner, lieblicher Sprache — und daß also die witzig sein sollenden Bemerkungen des Herrn Geiger gegen Gelehrte wie Euchel, Heidenheim und Fürstenthal gerichtet find. Möge es Hexrn Geiger durch die Unterstützung uyd Theilnahme des Publikums gegönntsein-; sein schönes Unternehmen bald fortzusetzen und zu vollenden! Die Ausstattung des Werkes ist recht hübsch. . D. Oppenheim, Rabbiner. Zeitungsnachrichten. Deutschland. Aus dem bayerischen Oberfranken, im August. (Privatmitth.), Unser kleines Walsdorf war letzten 772ns 173723 sehr belebt. Freudige Veranlassung gab die Einweihung einer neuen Synagoge. Freitag Nachmittag 4 Uhr bewegte sich der feierliche Zug von dem improvisirten Bethause aus unter Musik und dem. Zudrange vieler Fremden beider Confessionen nach dem neuen freundlichen Tempel. War es ein edles Zeichen von Toleranz, daß der ,protestantische Orts- und ein benachbarter katholischer Geistlicher, den Districts-Rabbiner Herrn Dr. Werner beim Zuge in ihrer Mitte, dem ganzen Acte beiwohnten, so gebührt den Herren Lehrern derselben christlichen Confessionen das Lob für ihr kräftiges Mitwirken bei den verschiedenen mehrstimmigen Gesängen, wodurch die Feier so viel an Bedeutung gewann.! Herr Districts-Rabbiner Werner hielt vor überfülltem Hause eine dem Zwecke angemessene Rede und ein sehr tief ergreifendes Gebet. Preußen. Dt. Crorie, 24. August. (Privatmitth.) Der Mangel an jüdischen Lehrern macht sich bereits immer fühlbarer. Eine der wesentlichsten Ursachen ist folgende. Es fehlt nämlich jüdischen jungen Leuten an Gelegenheit, sich für dieses Fach auszubilden — es fehlt noch immer an jüdischen Lehrer-Seminarren. Wir besitzen zwar eins in Berlin und noch eins in Münster. Beide berechtigen zu den besten Hoffnungen für die darin gebildeten Lehrer, aber dies genügt immer noch nicht. Denn in diesen beiden Seminarien können doch unmöglich alle jüdischen Lehrer für dem preußischen Staat gebildet werden. Es können zwar, bekanntlich jüdische Schulamts- Aspiranten auch an christlichen Seminarien hospitiren, aber die meisten, jüdischen Gemeinden verlangen Lehrer, welche zugleich Religionslehrer sind. Wie sollen sich die jungen Leute nun dazu ausbilden? Auf dem Wege des

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.