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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1862-09-02 · Heft 36 (2.9.1862) · p. Seite 509

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
26 (1862)
Issue
Heft 36 (2.9.1862)
Date
1862-09-02
Page
Seite 509 (sequence 11)
Language
German
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§09 nokogie übertragen worden ist, . mithin ein Fach, für welches das Gesetz vom 23. Juni 1847 Juden als Universitätslehrer nicht ausschließt.^ Die Worte hör' ich wohl, allein ihm fehlt der Glaube! Herr Mühler hat eine Lücke im christlich - germanischen Staate entdeckt,, durch die ein Jude hinein geschlüpft ist! : —. Der Commerzienrath und Verlagsbuchhändler Karl Heyma n n ist vorgestern Nachmittag in Berchtesgaden an den Folgen der Cholera verschieden. —. Sitzung des Abgeordnetenhauses am 23. August. Der Vorstand der Synagogen-Gemeinde zu Gollub beantragt Abänderung des.Juden-Eibes. Die Commission empfiehlt, die Petition der Staats-Regierung mit der Erwartung zu überweisen, daß dieselbe spätestens in der nächsten Session einen Gesetzes-Vorschlag vorlegen werde, welcher nicht nur die Eide der Juden, sondern auch die der Christen nach anderen Normen und Modalitäten regulirt. , Die Regierung hat in der Commission..erklären lassen, sie beabsichtige nicht,, in der, gegenwärtigen Sitzuygs - Periode mit einer derartigen Reform vorzugehen, und sie behalte sich weitere Beschlußnahme vor. . Abg. Ejr. Ko sch verzichtet auf das Wort, da Niemand gegen den Commissionsantrag gesprochen.' Der Commissionsantrag wird angenommen. Berlin, 20. August. (K. Z.) Die Regierungen zu Posen und Bromherg hatten noch nach Erlaß der Städteordnung von 1853 für einzelne Städte die Beschränkung bestehen lassen, daß nur ein Dritttheil der Stadtverordneten jüdischer Religion sein dürste. Frühere Beschwerden halsen nichts, und auch der frühere Oberpräsident der Provinz Posen, v. Puttkammer, schloß sich.den Regierungsverfügungen an. Der vorige Minister des Jauern, Graf v. Schwerin, hob jedoch diese Beschränkungen als wider die Städteordnung streitend auf, und der jetzige Minister des Innern hat nun , da die Ausführung noch nicht erfolgt war, die Anordnung seines Amtsvorgängers bestätigt. Die Städteordnung erlaubt übrigens eine auf die Religion bezügliche Beschränkung durchaus nicht. ,; . Nach der neuesten Zählung ist Berlin unter 547,29t) Einwohnern von 18,847. Juden bewohnt. —, Zu dem Berichte über die Montagssitzung des Hauses der Abgeordneten ist nachträglich zu erwähnen, daß bei der Debatte über die Jutrosinski'sche Petition dem Lultusminister auf seine Aeußerung, gerade aus Grund des sog. Judengesetzes von 1847 se! l)r. 'Jaffe als Professor der Geschichte an die hiesige Universität berufen, vom Abg. Virchow unter Verlesung des betr. §. 2. dieses Gesetzes entgegnet wurde, gerade die Berufung eines jüdischen Universitätslehrers der Geschichte sei aus Grund jenes Gesetzes unzulässig sd. h. also, die Jaffe'sche Berufung sei nur auf Grund des Gesetzes vom 6. April 1848 und der Verfassung möglich gewesen). Siegburg, im August. An den Tagen vom 8ten bis Ilten dieses Monats feierte die israelitische Gemeinde zu Geisti n gen das Fest der Einweihung ihrer neu erbauten Synagoge. Schon seit vielen Jahren nährte dieselbe den frommen Wunsch, diesen Neubau zu errichten,, weil die alte Synagoge viel zu klein war; es fehlte jedoch der kleinen Gemeinde an Mitteln, diesen Wunsch zu vollsühren. Dem Eifer der Gemeindemitglieder für die heilige Sache, hauptsächlich aber der kräftigen Unterstützung und'den unausgesetzten Bemühungen des Herrn Bürgermeisters Strunk gelang es endlich, das schöne Werk zur Vollendung zu bringen. Nach dem Plane und unter der Leitung des Herrn Baumeisters Court entstand auf einem geeigneten Platze ein Tempel, der durch seine Solidität und innere Schönheit die Bewunderung Aller erregt und dem Dorfe zur wahren Zierde gereicht. So schön der Bau ausgefallen, so feierlich war dessen Einweihung, welche am 8. durch den Rabbinatscandidaten Herrn Dr. Wallerstein aus Breslau vollzogen und durch die Mitanwesenheit der Spitzen der Kreis - und Gemeindebehörden, der Honorationen der Bürgermeisterei Hennef und der aus Nah und Fern herbeigeeilten Festtheilnehmer verherrlicht wurde. (Kreisbl. für den Kreis Siegb.) Oesterreichischer Kaiserstaat. Aus Ungarn, im August. (Privatmitth.) Wenn auch in dem Magyaren von Intelligenz sich fast keine Spur-von Judenhaß vorstndet und auch so manches Stückchen von Unduldsamkeit in die Oeffentlichkeit drang, welches sich nicht verbürgen.läßt, so bringen doch in der Neuzeit selbst Unsere magyarischen Blätter so Manches,, welches an Judenhaß erinnert, so manches Stückchen, welches als Mißverständniß ausgelegt, doch eben nur den Juden und wieder den Juden trifft. Eine soeben in Wien erschienene Broschüre, welche 36 **

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