Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 26 (1862)
- Issue
- Heft 36 (2.9.1862)
- Date
- 1862-09-02
- Page
- Seite 506 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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51)6 2. Mos. 25, 20. vorhanden ist, sieht Jedermann. Geradezu . falsch,ist die Stellung dex Flügel, welche sich über der Lade ausbreiteten und die Sühnplatte überdeckten. Wir haben in.unserem Cornmentar zur Stelle nachgewiesen, daß es sehr irrthümlich sei, wenn man. die Cherubim der Lade aus der Vision des Jecheskel, die völlig selbstständig von ganz anderer Tendenz, anderem. Inhalt und Charakter ist und eine ganz andere Symbolik enthalte, Herstellen will. Man darf nicht vergessen, daß die im Allerheiligsten enthaltenen heiligen Geräthe nur dem Hohenpriester, die im Heiligen ausgestellten und angebrachten nur den Priestern sichtbar wurden. Wurden ja bei einem Ausbruch des israelitischen Lagers die heiligen Geräthe von den-Priestern selbst aufs Sorgfältigste eingehüllt und verpackt, und dann erst von den Leviten fortgeschafft, so daß selbst diese sie nicht zu Gesicht bekamen (4. Mos. 4, 5 ff.). Die Geräthe und Symbole des Allerheiligsten und Heiligen waren, daher allein für die Priester, undnur der Altar und d as Becken im Vörhof für die Leviten und das Volk vorhanden. Um so wehr konnte sich Ezechiel seiner prophetischen Anschauung und Phantasie überlasten. — Das alte Jerusalem und seine Bauwerke. Ein Beitrag zur biblischen Alterthumskunde von Gustav U n - ruh. Mit 8 Plänen und 36 Abbildungen./Langensalza 1861. Im Gegensatz zu der vorhergehenden Schrift will Herr Unruh eine einfache, klare und positive Beschreibung des alten Jerusalems, seiner ganzen baulichen Einrichtungen und Gebäude, geben, wobei er mit gründlicher Forschung eine populäre Darstellung ohne strenge wissenschaftliche Systematik anstrebt. Er bemerkt hierbei, daß er das im Josephus, im Talmud und bei den Rabbinen vorhandene Material, welches bis jetzt zu sehr vernachlässigt worden, sorgfältig benutzt habe, und behauptet mit außerordentlicher Selbstzufriedenheit, daß er alle die vielen Fragen und Räthsel hinsichtlich des alten Jerusalems und seiner Bauwerke aufs Bestimmteste und Sicherste gelöst habe. Eine solche Behauptung muß von vornherein das Gegentheil von Dem erwirken, was der Verf. beabsichtigt. Denn dem gewissenhaften Forscher werden. stets so. viele Zweifel bleiben, daß er die Alterthumswissenschaft in einzelnen Punkten gefördert, aber nicht ein ganzes, so überaus schwieriges Gebiet vollständig und für immer reconstruirt zu haben glauben wird. Hinsichtlich der Benutzung des Josephus hat der Verf. gewiß nicht Recht; betreffs des Talmuds und der Rabbinen beschränkte er sich auf Pie Gemische plebersetzung des. Buches. yon Äehuda Leon über den . Tempel, und hiernach weiß der Kundige, waS er von der erschöpfenden Verwendung, des talmudischen Materials durch den Verf. zu Halten hat. Allerdings hat das vorliegende Werk manches Verdienstliche und regt das Interesse von Neuem auf. Aber fürdie Einzelnheiten giebter so wenig Entscheidendes, wie seine Vorgänger. Der Beschreibung des Salomonischen Tempels z. B. legt er den zweiten Theil des Jecheskel zu Grunde, mit der Voraussetzungdaß dieser von dem Salomonischen nicht wesentlich wird abgewichen sein. Diese Voraussetzung ist aber falsch, denn der Sachverständige weiß, daß Jecheskel sich sogar gegen das mosaische Gesetz sehr viele Veränderungen und. Abweichungen gestattet, z. B. hinsichtlich der Feste, der Opfer, des Ehegesetzes für die Priester. (S. unfern Commentar zu . den betr. Stellen.) Aus dem von Jecheskel vorgeschriebenen Tempelbau den wirklichen Salomonischen zu construiren, heißt etwa so viel, wie aus des Propheten Vorschriften über die zukünftige Bodenvertheilung im heil. Lande die Vertheilung desselben, unter Josua bestimmen zu-wollen. In das Einzelne einzugehen ist hier, nicht der Ort, da fast, zu jedem Gegenstände Bemerkungen zu machen wären. Nehmen wir z. B. die Gräber David's (S. 10), so begnügt sich der Verf. mit den Angaben der Mohamedaner, welche bekanntlich, um die Europäer von den eigentlichen. Stätten fern zu halten, auf ganz falsche Oertlichkeiten verweisen; während Thenius erwiesen., hat,, daß die Gräber David's, Salomo's und mehrerer ihrer Nachfolger im Innern des Berges Zion selbst zu suchen sind, nämlich in Todtenkammern, die in den Kalkfelsen des Zions eingehauen waren. , Boun, 8. August. . Angekommen: Die Vorbereitung zum Abschied; Predigt, gehalten in der neuen Hauptsynagoge. zu Frankfurt. a. M., von Di*. Leop old Stei n. Frankfurt a. M. 1862. Die Predigt! bespricht die bekannten Vorgänge, die den Redner zum Abschiede von seinem Amte nöthigten, von seinem Standpunkte aus in beredter Weise. Daß über das Ganze ein Gefühl der Traurigkeit, ein, Unbefriedigtsein mit den religiösen Zuständen .der Gegenwart gebreitet ist, läßt sich , voraussetzen. Der Ernst, mit. welchem der Verfasser die Aufgabe seines Amtes auffaßt, konnte mit der Wirklichkeit nur in Gegensatz kommen. Die Lösung , ist der Zukunft Vorbehalten. ~ Psalter; zweistimmige Motetten, Hymnen und Psalmen für Schule und 'Gotteshaus, componirt von L. Lewandowski, Chordirector und Gesanglehrer an..jud. Schulen zu Berlin. Berlin . 1862. Pie