Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 26 (1862)
- Issue
- Heft 35 (26.8.1862)
- Date
- 1862-08-26
- Page
- Seite 489 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Uebertritts -zum Judenthume etwas Neues war! Zum geeigneten -Te^t wurde was Buch Ruth Cap. t V. 16 17 gewählt, derber Feierlichkeit entsprechend.war.; iJn-ver: gleichen Gemeinde Laupheim wird der seit 1823 5 an -derisraelitischen Elementarschule angestellte Oberlehrer Tanneubaum im Laufe dieses Monats mit der - vollen Besoldung , in den' Pensionsstand treten. Um dies .zu ermöglichen,, mußte die Gemeinde mit ihrem Organ, ü dem Vorsteheramt,. ein ziemliches: Opfer bringen, da: die - Pensionsberechtigung des :c. . Tannenbaum erst vom Jahre 1836 an gerechnet wird. - Ehre' einem - Lehrer> dessen Verdienste - -um - die Schule und dadurchum die Gemeinde solche Anerkennung 'findet;' Ehre aber, aucheiner Gemeinde, und ihren Organen, die die langjährigen Bemühungen' und' Leistungen ihres - Lehrers auf - solche Weise - zu : schätzen und zu belohnen; weiß. Der hiesige Gesangverein »Frohsinn" Hab auf: seinem neulichen Ausflug nach Buchau durch musterhaften Vortrags verschiedener/ zum Theil schwieriger- Lieder sowohl -von Seiten der dortigen Juden als sehb vieler Christen -neuen Beifall geerntet. Herrn' A. Rosenthal, - Mitglied 'des Vereins, wurde in Anerkennung seiner 'Leistungen als Vorbeter an den hohen Festtagen - -von der Gemeindeverwaltung schon voreiniger- Zeit ein uPokal '-verehrte Von Württembergischen Israeliten erhielten : bei: der Londoner Industrie- Ausstellung folgende Firmen Ehrenpreise: 1): Gebrüder Gutmann in Göppingen, 2) Kaufmann Und Söhne in Göppingen / 3) Ottenheimer u. Söhne in Stuttgart/ 4) Rosenthal u. Comp, in Göppingen, 5) Steinhard, Herz u. Comp. ' daselbst. Der Werkzeugfabrik des Joseph Steiner in- Laupheim, der gegenwärtig ein' großartiges Fabrikgebäude errichtet, wurde nach - dem Schwäbischen - Merkur lobende Erwähnung zu Theil. Preußen. - Crefeld, 11. August. (Privatmitth.) Ich habe Ihnen heute ein gewiß merkwürdiges Factum zu berichten, - gewiß: auch ein Zeichen der Zeit. In dem nahen Dorfe Linn wohnen seit längerer Zeit zwei anständige' jüdische Familien, wozu: in dem Dorfe - Böckum ■ noch eine: sich gesellte, um in einem ' gemietheten Stübchen Minjan zu machen. Vor Kurzem starb zu Linn der Rittergutsbesitzer Philipp de Greifs. Derselbe hatte bereits früher einen Garten für 2000 Thaler ängekauft, welchen er diesen Juden-behufs der Erbauung einer Synagoge schenken wollte. In seinem Testamente bestimmte er aus seiner großen Hinterlassenschaft nur ein einziges VerMächtniß, nämlich 8000 Thaler zur Erbauung einer Synagoge. Er verordnet, daß diese 8000 Thaler lediglich auf den Bau des jüdischen; Gotteshauses verwendet werden sollten, und daß seine Erbin gehalten sei, die aus jenem Vermächtniß fließenden Stempelabgaben aus ihren Mitteln zu bestreittm Man kann sich denken, -welche Sensation dieses Testat allgemein verursachte. Erklärlich wird es durch deü Umstand, daß der Verstorbene häufig die eine jüdische- Familie besuchte und sich öfters über die Unangemessenheit ihrer Betstube ausgelassen. Magdeburg, 12. August. (Privatmitth.) Am verflossenen Sonnabend hielt der Rabbiner str. Güdemann seine Antrittspredigt, und wurde gestern in die seit 24 Jahren bestehende Religionsschule' die älteste in ganz Preußen eingeführt. Möge der neue Rabbiner die gerechten Erwartungen erfüllen. Das absichtlich verbreitete Gerücht, als sei die Orgel aus der Synagoge in Magdeburg entfernt 'worden, ist gänzlich falsch. Die Gemeinde-hält durch ihre Vertreter an den .Errungenschaften der vergangenen Zeit fest, und läßt sich darin nicht beirren. Aus der Mark, 7. August. (Privatmitth.) In Berlin verstarb am 20. v. M. Herr Levin Uri, in welchem der dafige Gemeindevorstand emes seiner thätigsten Mtglieder verloren. Sein Andenken ist in den Berliner Blättern durch' mehrere Nachrufe geehrt, wie von Seiten des Synagogen-Chors, für dessen Förderung' der Verstorbene stets das wärmste Interesse an den -Tag gelegt, von Seiten des Studien-Beförderungs- Vereins, dessen Mitglied er 17 Jahre lang gewesen, U. A. M. Von dem am 29. v. M. zu: Berlin verstorbenen Herrn H. L. Löwenberg, welcher Mitglied des Vorstandes der dasigen Beerdigungs-Gefellschaft gewesen, sagt ein ihm geweiheter Nachruf unter Anderm, daß er durch seine Humanität überhaupt» sowie namentlich durch die treue und gewissenhafte Thätigkeit, mit welcher er stets den schwierigen Pflichten seines Ehrenamtes obgelegendauernde Hochachtung und Verehrung sich erworben habe. Die „Kreuzzeitung" fährt fort, die Organe der liberalen Partei in ihren Augen: Umsturzpartei —