Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 26 (1862)
- Issue
- Heft 35 (26.8.1862)
- Date
- 1862-08-26
- Page
- Seite 488 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 90% known words query
- IRI
…/3224737-3226310-3226346--20574-3249649- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
stimmigkeit grenzenden Stimmenmehr gewählt.wurden und aüs den 'Kehlen aller Anwesenden der'Wähl ein freudiges Hoch folgte. Und -als die Stimmkarten für die dritte Wahl eingelegt wurden, ertönte unter Orgelbegleitung das Lied : „Rufst du mein Vaterland." In Zostngen wurde der Altgroßrath Oberst Siegfried, einer der wackersten Eidsgenossen, gewählt und erklärte derselbe - nach Eröffnung desersten Mahlganges der Versammlung die-Annahme der Wahl und verband damit eine ausgezeichnete Ansprache, von der die „Aarauer Nachrichten" wünschen, dass sie jede Kreisversammlung des reformirten Aargaus gehört. Er beleuchtete namentlich die „Verwerflichkeit^ der Agitation gegen das „Iudengesetz" und die verschiedenen Gefahren der ultramontanen. Treibjagd. Durch ein entschiedenes „Bravo" billigte die Versammlung das Programm des Redners. Inden Bezirken Baden, und Zurzach sollte nach dem Commando -des jesuitischen Generalquartiers kein „reformirtes Bein" gewählt werden und wurde -dieses auch fast .ausgeführt. Nur! im Kreise Zurzach aber entstand durch die compacte: Masse der - Israeliten von Endingen in Verbindung mit den liberalen Wählern ein zweitägiger. Wahlkampf. Der Ausdauer dieser-Wähler gelang es trotz der Anfangs stets fort überwiegenden Stimmenzahl ihrer Gegner und der wohlplanirten Intriguen der Letztern einen liberalen Candidaten. noch mit einbrechender Nacht - des; 1.4. August, nachdem drei ultramontane Wahlen , aus -der Wahlurne hervorgegangen, „durchzudrucken". Kaum wird je der Kampf um die bürgerliche Gleichstellung -der Israeliten, ein heißerer und interessanter gewesen sein, als der im Aargau. Er begann schon am Ende-des vorigen Jahrhunderts im-Helvetischey Großen Rache, und dort schon wurden lange und hitzige Debatten geführt. Sei drei. Vierteljahren schwankt und - wogt es nun in unserm -Aargau und wurde seit Kurzem die sämmtliche.stimmfähige Bevölkerung durch die verwerflichsten Mittel aufgereizt und auf den Kampfplatz - geführt.. Es drohten die hochgehenden, schäumenden Mellen die Lenker des .Staatsruders umzuschlagen. Allein der Gott der. Freiheit und des, Rechts hat das Schiff fammt seinem Fährmann- Über den Wellen-aufrecht erhalten. Ihm sei. ewig Dank! enmsr'V : Zipr1 NN72V1 , n!Tl« -hn^fT . Drei fus. ■ ■■ Äonausirrstmthümev. *; - Buchare ft, i m August.. . . , In den Donaufürstenthümern hat die Iudenemancipation einen Schritt vorwärts gemacht - - Mit iEntschluß vom. 5. d. M. hat der Fürst Cusa auf Anrathen ^seines Ministeriums; festgesetzt, daß künftighin- -alle -Israelitensie mögen Moldau -wallachische oder fremde Unterthanen sein, in Bezug - auf-- ihre Rechte und Pflichten -den andern. Einwohnern des.Landes gleichzustellenfindL Was ihren Cultus und ihre wohlthätigen- Anstalten .anbelangt, hat die Regierung, sich jeder Einmengung: zu enthalten, diese können die Israeliten ordnen, je nachdem sie sich unter einander verständigen, ohne dass, die Majorität ihre Ansichten her'Minorität oder umgekehrt auföränge. 'Hinsichtlich her Organisation ihrer Schulen und Spitäler aber haben sie sichden bereits Seitens. des Cultus- und 'EerriHtSministenuchs festgesetzten und..noch - festzusetzenden Beengungen zu subordrniren. Zeitungsnachrichten. Deutschland. Dessau, 9. August. (Privatmitth.) In dem so! eben veröffentlichten Haupt-Finanz -Etat des Herzog-! thums für' das Jahr 1862 erscheint auch in der. - Rubrik' „Cultus und Unterricht" (127,908 Thlr.)' der! jüdische' mit 211 Thlr. (der käthoüsche mit'.353.'Thlr., der evangelische mit 24,0ä9 und, dessen Consistorimn mit 9588 Thlr.). Ist hiermit der jüdische Cultus, auch erst noch ' unverhältnißmäßig bedacht, so rangirt er doch im regelmäßigen Staats-Etat, und dies ist eine Position, die wir unfern Brüdern im, großen Nachbarstaate wohl wünschen. Aus Württemberg, im Juli. (Privatmitth.verspätet angekommen.) In Läupheim wurde durch Rabbiner Wäelder d äselbst ein evangelisch christliches. Mäd-! chen aus Stuttgart ins Judenthüm aufgenommen, nach-, : deip ^err^' M'chenrath' Maser, .in' Stuttgart Bapf^ - nähme des' Aufnahme-Äctes verweigert, hatte. ^Kurze! Zeit 'darauf würde "die' Eraüüng' des''ftaglichen Mäd^ -chens mit einem israelitischen Kaufmann aus Stutt- - gart durch Rabbiner Waelder vorgenommen. Die -große Synagoge war überfüllt^ Dreiviertel des Publikums waren Christen, denen ein solcher Act des