Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 26 (1862)
- Issue
- Heft 35 (26.8.1862)
- Date
- 1862-08-26
- Page
- Seite 484 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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484 m : die kleinen Häuflein, in welche die Juden innerhalb der verwerfen. j.;\ß .WrrM^L .83_ Allerdings aber mußte hierdurch die allge- Völker zersplittert waren,, nicht auseinandexgehen dürf-r, ten, Mnderch mm^edechHrH- MchnmengehalleOwerden müßten! Dies war dennlastch der-Erfolg- und so kam es, daß trotz der großen Umwandlung, die wir beschrie- ' ben haben, eine wesentliche Spaltung nirgends zu Stande . kam. Hierdurch geschah es aber auch, daß die Reform' meine^DivergeM bewußter werden, und man steUe°'daher Mn EdaHE die Inichtorthodpx^rvbeA „mo^D^ZfD PDjenHeG aG,HveMe auf dem Boden der Allgemeinen Reform die einzemen Momente des öffentlichen, häuslichen und persönlichen Eultus.in der überkommenen Weise festhalten oder der im Judenthrum.diss^alte HültigeßEddif^ation glicht cherändert und'" die -Äeüerüügär" rhrerseüs nicht codificirt würden. War man sich auch bewußt, in sehr vielen Punkten vom Schulchan-Aruch abzuweichen, so wollte, man desseck Bestimmungen nur stillschweigend außer Acht lassen, ohne sie etwa für ungültig zu erklären und sie durch neue zu ersetzen; man räumte einem neuen Principe? in: den..MMiedeyen^Momenten die, .factische. Einwirkung eiw ohne jenem durch eine allgemeine Erklärung und weitere SchlUßfotgerüngen eine legale Geltung zu Verschaffen. Ob man' darin Recht oder Unrecht gethan, wollen wir hier nicht beurtheilen, sondern die Sache nur zu klarem Bewußtsein bringen. -Daher kam es: auch; daß erst aüf dem Gebiete:; des; öffentlichen Culius die eigentliche Differenz zur -ersten Aeußerung urtd - Kundgebung kam, daß-- selbst auf diesem! Boden die. Neuerung strebte/ sich ausder rabbinisch - talmudischen Codification selbst zu. rechtfertigen, und aus talmudischen Sentenzen und Aussprüchen späterer Rabbinendie RechLsgültigkeit der neuen: Einrichtungen zu erweisen- -daß. also, ein Bruch mit.der.Vergangenheit und mit der. Autorität durch .jene michd geschehen sei. Dieses-- Charakteristikumbezeichnet Huch die- Berathungen- und Erklärungen des Pariser Sanhedrins- und der drei Rabbinerversammlungen; wo doch die .Veranlassung - zu einem entgegengesetzten Verfahrensehr mähe gelegen chatte/ Es kann daher -nicht auffallen, wenn abfeitens des öffentlichen Gottesdienstes im häuslichen und persönlichen Cultus bei einer großen Zahl von Juden die Nichtbeachtung, der jüdischen-Gesetze und Satzungen gegenwärtig,bis zumäußersten Extrem gelangte, ohne daß bis jetzt-von irgend einer einflußreichen Seite her im Allgemeinen wie im Einzelnen eine legale Veränderung - aufgestellt und formulirt worden. Es ist und bleibt eine Umwandlung der In-, dipiduen für sich nach den Einflüssen des Lebens und nach eigenem- Ermessen. Hinsichtlich; des öffentlichen Cultus mußten-nur die Differenzen nothwendig zur. Sprache kommen - und.. sich in bestimmter. Weise feststellen; aber. man könnte auch shier die Gemeinden nur als große Individuen ansehen, die nun, in ähnlicher Weise für sich entscheiden und die einzelnen - -Umgestaltungsmomente annehmen oder . UmgestastupstznEhr yderEDnHr^DingebeM^ " ä Werfen wir nun' auf dm häuslichen' und persönlichen Cultus einen weitern Blick. Wir treffen hier überall auf die schäxfsten HegenMe,, fin welche die Juden des westlichen und "mÄlern 'Europas sowohl aus den völlig veränderten Lebensverhältnissen, als auch aus der, außerordentlich-veränderten religiösen Anschauung heraus zum altjüdischen Gesetze. gerathen-sind^.GegensLtze^welche-woU'UN-. zähligen Individuen leicht genommen und auf Kosten des Gesetzes entschieden Werdeitz iü Wielen, gewissenhaften Per-, sonen aber -bedeutende und -schwierige Seelenkämpfe mit sich führen. Fassen wir aus der weit'lsich ausdehnenden Gesetzesmässe die bedeutendsten Höhenzüge ms ^Auge,^ so begegnen wir zuerst dem Sabbath - und Festgesetze.! Abgefehen daß man, von der ungemeinen Strengender Horschristeüi M ins Kleinste und..Kleinlichste, zu welcher die talmud.ischrabbinische Casuistik jenes.' geführt Hatz, vielfach nachgelas- - sen, werden Sabbath und Fest von einer enormen Zahl : Juden gar nicht mehr beobachtet, so Mstsie höchste^^s. - Neujahrs- und Versöhnungsfest noch in'Observanz nehj men. Außer vielen kleinen Gemeinden, in welchen sich! Sabbath und Fest aüch für daK Hcküs uüd^die Personen j gewissenhaft erhalten haben, findet sich kaum noch eine! mittlere und größere Gemeinde m welchen die Mehrzahl j der Juden am j Sabbath sundl FestHr Geschäft und Ge- . werk nicht fortbetreiben, so daß Eltern, welche ihre Kin- : der in der Beobachtung jener erhallen wollen, schon viele! Mühe haben, sie als Lehrlinge' iu vin Geschäft 'oder Geiwerk zu bringen , wo sie-an/jenen Tagen-feiernkönnen.-! So '.ernstdie Thatsache ist,--sd -kannma«' sie sich-bdchl -nicht verhehlen, daßfacti sch eine große Zahl Won Juden Sabbath und Fest;' mit Ausnahme der beiden genannten, - aufgegeben hat, und-wenn'man auch' nicht sagen-kann,' i daß sie . den Sabbath auf den Sonntag verlegt'haben; ' denn sie feiern an diesem^ so weit, esdie'Landesgesetze- - gestatten, auch nicht, so existirt der Sabbath für.sie "und ihr Haus doch -nicht mehr. Welchen Einflußdies außer'-' dem auch-aufden• Besuch des öffentlichen Gottesdienstes! Hatz weiß Jedermann. Sie haben -keine Zeit für sich^ihre-