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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1862-08-12 · Heft 33 (12.8.1862) · p. Seite 459

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
26 (1862)
Issue
Heft 33 (12.8.1862)
Date
1862-08-12
Page
Seite 459 (sequence 9)
Language
German
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gelehrten Gesellschaft, die bereits «int > vorzgen Jahrhunderte religiöse. Intoleranz: -aus .ihrem Kreise -zu verbannen -und.-der Wissenschaft allein,'wo sie sich auch fand, die ihr schuldige .Anerkennung zu zollen verstand. Treffen wir ferner als würdigen Genossen des oben-erwähnten Hauptpastors den -ihm geistesverwandten „frömmelnden, charakterlosen" Prediger Iusti, der als Angeber von Mendelssohn's . unerschrockenen strengen Kritik -der Po<5sies (Uvenses Friedrichs!1. auftrat, -so begegnen wir nicht minder blinden, .fanatischen Rabbinen, denen -das in ihrer Mitte aufgehende Licht ein .ebenso großer-Gräuel war wie Jenen, und die -nicht weniger schmähliche Mittel gebrauchten, um -dem wahrsten 'Freund seiner Glaubensgenossen hemmend , entgegeuzutteten, .obwohl er unbeirrt und .von gleichgesinnten Männern unterstützt, endlich -dennoch den Weg iLnzubahnen vermochte zu der Stellung, welche Jene jetzt in der -bürgerlichen Gesellschaft iemnehmen. Man kann also-sehr wohl begreifen, daß .tiefgefühlte Dankbarkeit gegen Mendelssohn den Verfasser die Feder zum Ausdruck «derselben in -die -Hand gegeben; er hat sie auf eiue des-GegerKandes würdige Weise geführt, auch selbst darin, daß er dem jüdischen Philosoph m bei aller Anerkennung des durch - ihn für die Wissenschaft Geleisteten keine höhere Stelle zuzuweiseu sucht, als dieer wirklich eiunimmt. vr. Kahftrling hat sich -also durch Leine schätzbare Arbeit ein unläugbares Verdienst erworben; nur -hätten wir eine in «sthlistischer Beziehung gedrungenere Darstellung und zuweilen eiue andere Anordnung des Stoffes «gewünscht. Auch der Anhang enthält bei manchem Interessanten Mehreres, was Anderen als -Glaubensgenossen Mendelssohn's gleichgültig Vorkommen muß. Doch scheint, der «Verfasser diese «bei Abfassung seines Buches auch besonders vor Augen gehabt zu.haben. Mostrichs im Juli. Gestatten.Sie mir eine Notiz bezüglich ,d^r Es sä er, über die die Berichte in -der talmudischen Wexatur. so höchst dunkel und -dürftig sind, daß jeder A-nknüp fungspunkt, der -aus -diesem Gebiete sich findet, nicht iunbeachtenswerth zu sein scheint. «Und so glaube ich, daß fotzende Stelle in den.„Aboth R. Nathan" zweifellos auf die Effäer hiuweist. Aboth R. Nathan Cap. 37 heißt es nämlich: 'n inö^n» lams rc. prs Zu den letzten Worten die Randbemerkung wm-im Ich glaube, da-ß die Textlesart gewiß die richtige -ist «und keiner Emendation bedarf. Es -wird nämlich -unter. .hen acht Arten von Pharisäern eimmit dem Wtermm-'iEMy genannt, 459 und mit dem Beinamen nrzPA, w. h.. „diejenigen Pharisäer, die im Cölibate leben-..-heißen -Essener." Da -nun nach asten Berichten über die Essäer i(besonders nach Philo und -Josephus) das Colibat ein Princip in der Lebensweise derselben gewesen, und diese Secte eigentlich nicht den Pharisäern feindlich war, -im Gegentheil in-den Grundanschauungen «der Religion mit diesen zusammenfiel, so ist es wohl möglich, daß die Essäer «in erwähnter Stelle als eine Species von Pharisäern ausgezahlt werden. Außerdem würde das auch für die Ableitung des Namens von sprechen. Dr. L. Land«sberg. * Bonn, 13. Juli. Angekommen: arüa pnr -jns tior» - w, Lemberg fr'Wj ~ Jn'Pe sth erscheint unter Redaction des Herrn K ohn eine Wochenschrkft in deutscher Sprache, aber mit hebräischen Lettern unter dem Titel: „Neueste Post",' die ällgemeinen Inhalts über alle Gegenstände der Politik, des Handels u. s. w. Es liegen uns zwei Nummern vor.. Zettirngsnach krchteÄ. Deutschland. Aus Baden, im Juli. (Privatmitth.) Der freundliche Leser gestatte uns die Mittheilung eines bezeichnenden Curiosums. Ein Salzburger jüdischer Einwohner, D., hatte sich an - einem Sabbath photographiren.lassen und da in der folgenden Zeit sein Weingeschäst nicht genug -Gewinn abwarf, machte er sich Gewissensfkrupel, den Sabbath entweiht zu haben. Er wandte sich an seinen Seelsorger, Rabbiner D. in S., und -beichtete seine Gottlosigkeit. Dieser erklärte, daß -die Sache zu wichtig sei und er Dune ihm im Augenblick nuch keinen Bescheid ertheilen. Nachdem Rabbiner D. in ca. 14 Tagen sein Studium über die tiefe religiöse: Versunkenheit seines Beichtkindes -vollendet hatte, legte er ihm als Buße auf: 1) ein ganzes Jahr lang jeden Montag und Donnerstag zu hasten, 2) das gelungene photographische Bild -dem Feuertode zu überliefern. — Wenn Schreiber Dieses an des -Rabbinen Stelle gewesen wäre, hätte or ihm noch -eine dritte Bußeauferlegt, «nämlich täglich ein.Pfund- Heu zu kfreffenl — Wenn schon die Sache -eine. Lächerliche Settehat, so hatsie doch auch wieder -eine-ernste und betrübende; daß -es nämlich im jetzigen Jahrhundert, das nach «allen Richtungen Hin mit.Riesenschritten fortschreitet, noch 33

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