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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1862-08-05 · Heft 32 (5.8.1862) · p. Seite 446

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
26 (1862)
Issue
Heft 32 (5.8.1862)
Date
1862-08-05
Page
Seite 446 (sequence 12)
Language
German
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44« are for us‘% tmb sich nicht blos auf Benjamin und Aulee.,.! sondern auch auf einige.nördliche Prosclaverei-: Pfaffen berufen. Solche Leute schaffen sich nun immer einen. Anhang, und es hält schwer, einem verblendeten Menschen, der zu Solchen wie zu großen Lichtern emporblickt, die Augen zu öffnen, da er -in der Regel zu stupid ist, um die Gründe für die Verachtung zu bebegreifen t die. Andere! ihnen, angedeihen lassen. „Mögezum Schlüsse noch die Thalsache conftatirt sein,: daß trotz - Stupidität und Krämersinn und trotz' den . Bemühungen einiger wenigen Demagogen die j große Mehrheit der amerikanischen Iudenheit die Bedeutung des. gegenwärtigen gewaltigen Schwerterkampfes und des noch riesigern Ideenkampfes ^vollkommen begreift, und daß sie auf der Seite der Freiheit > zu. finden ist." . B. F. Correspondenz. Aus Kurland, im Juni. . . Gestatten Sie einem Reifenden, der sich längere Zeit, in Kurland aufgehalien und dem die wahre Bildung und sittliche Hebung am Herzen, liegt, Ihren Lesern einige Chai rakterschilderungen aus der genannten russischen Provinz, vorzulegen. Die „Mg. Ztg. d. Jud." hat stets nach dem Ziele gestrebt, unsere Glaubensgenoffen auf ihre Mängel und Fehler unparteiisch aufmerksam zu machen und auf btefe; SBeifc den Weg zur Besserung zu ebnen. Aus die-; fern Gesichtspunkte allein sind auch die folgenden Bemerkungen. geflossen. > Die Juden , in Kurlandtragen alle einen polnischen -Charakter, ihr Aussehen, Kleidung,-Sprache und Ausübung ihrer-religiösen Gebräuche erinnern ganz an das; nahe Litthauen, aus dem sie auch ursprünglich gewandert sein mögen. Dasselbe ist auch der Fall bei den Mitauer Juden, wenn. auch die Reicherenün Lebensweise und durch die Aneignung gesellschaftlicher Formen eine gewisse Scheineultur verbreitet haben. -Der größte Theil der aus ungefähr 2000 Familien bestehenden Judenschaft gehört natürlich dem Handelsstande än, da selbst der Kleinhandel, wie Obst, Gemüse u. s. w., sich nur in den Händen, der Juden befindet. Der geringere Theil, der Handwerke betreibt, ist sehr arm. Alle Handwerke sind ihnen übrigens nicht gestattet, z. B. Schlosser, Goldarbeiter, Schmiede dürfen Juden nicht werden, natürlich um sie vor der Versuchung zu Unredlichkeiten zu bewahren, was um so nichtswürdiger ist, da man im Verchältniß zu der furchtbar verwahrlosten Stufeauf.der diese Elaste steht, sehr wenig von Betrügereien oder Unehrlichkeiten hört. Auch, durften sie- bis vor wenigen Jahren keine Gehülfen Hallen, so daß dies wohl auch ein Mund mit zu der schrecklichen Armuth gewesen sein mag> denn, die Arbeit eines Mannes kann doch nur-spärlich eine Familie ernähren.. Das ist ihnen nun aber erlaubt zum größten Aerger der christlichen Handwerker, die auch, als der Kaiser vor einigen Jahren hier war. und ihm die jüdischen Handwerker mit einer Fahne, auf die der Dank für diese Freiheit geschrieben war, entg'egenzogen, über, sie herfielen und nicht eher ruheten, als bis sie die Fahne in tausend Fetzen zerrissen hatten. Für den Unterricht ist sehr wenig gethan und.-außer dem Hebräischen wird nur noch nothdürftig Schreiben, Lesen und Rechnen gelehrt; die Regierung scheint keinen umfassenderen Unterricht zu gestatten, denn überall ist dem. jüdischen Lehrer ein christlicher zur Seite gestellt, der den Unterricht zu überwachen hat. Die Reichen kümmern sich um all Dies sehr wenig, sie schicken ihre Knaben ins Gymnasium, in welchem sie ziemlich gar nichts lernen, ebenso viel Ferienlage als Schultage im Jahre haben und versetzt werden, wenn dem Classenlehrer ein entsprechendes Geschenk gemacht worden. Die Mädchen-schicken sie in tote; wenigen Schulen, deren Vorsteherinnen tolerant genug sind,-zu finden, daß ein Fuchspelz, selbst von Juden kommend,, doch eigentlich etwas Behagliches sei, worin:von wirklichem Lernen nicht die Spur ist und: die Kinder von Lehrern und Mitschülern so behandelt werden, wie in Amerika die Neger von den Weißen, so daß ihnen schon von Jugend auf jeder Funken von. Selbstgefühl ertödtet wird. Man erzählt sich zwar in neuester Zeit, daß der-Gymnasial-Director Graf Rachinski sich auf Anregung.einer, christlichen Schulvorsteherin für die Bildung einer, jüdischen Töchterschule verwendet - hat; wenn diese; aber auch genehmigt würde, würde sie doch sehr wenig Erfolg haben;, denn einmal würde sie doch nur .christlichen Lehrern zur Leitung übergeben sein und dann könnten, doch die Reichen sich-wicht entschließen, ihre Kinder mit ärmeren auf einer Bank sitzen zu lassen. Dieser Geldstolz und dumme Dünkel iist überhaupt wohl der Grund allen Uebels hier. Da dünkt sich immer Einer besser wie der Andere, weil er hundert Rubel mehr im Vermögen hat, und von einem Interesse für das Allgemeine ist daher keine Spur hier, zu finden. Ha-

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