Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 26 (1862)
- Issue
- Heft 31 (29.7.1862)
- Date
- 1862-07-29
- Page
- Seite 425 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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425 (jTrbö^s, yrm, ranp) in so anmuthiger Weise besingt, — sind durchweg sowohl zu Liedertexten als auch zur Deklamation bei Schulfeierlichkeiten gut geeignet. — Schließlich müssen wir zum Lobe des Buches noch erwähnen, daß seine einzelnen Hauptsätze nicht bloS (wie bereits bemerkt) von g ut gewählten Bibelstellen, sondern zumeist noch von passenden Liederversen (gereimten Sprüchlein) begleitet sind, die da entweder blos die Uebersetzung der Bibelstelle oder irgend eine dem Vorangegangenen höchst angemessene Sentenz rc. enthalten. Louis Wehl. Zeitungsnachrichten. Deutschland. Aus Baben, 15. Juli. (Privatmitth.) Im erfreulichen Gegensätze zu Ihrer Correspondenz aus der Schweiz kann ich Ihnen berichten, daß in Baden die von der Regierung und den beiden landständischen Kammern bewilligte Emancipation der Israeliten nirgends im Volke auf Widerstand stößt, im Gegentheil bemerkt man schon jetzt, obgleich bei der außerordentlich großen Anhäufung der Geschäfte in den Ministerien das Gesetz noch nicht in dem Regierungsblatte verkündet ist, wie die politischen Gemeinden den von Israeliten einkommenden Gesuchen um Bürgeraufnahme keine Schwierigkeiten bereiten, und es bewährt sich hiedurch, was von Seiten der weisesten Staatsmänner seit vielen Jahren behauptet worden, daß nämlich, sobald der gesetzliche Boden geebnet sein, auch die theilweise Abneigung im Volke schwinden werde. Aber selbst das Unerwartete trifft ein , selbst die wenigen, früher mißliebig und feindselig sich aussprechenden Blätter haben den Kampf gegen die Anerkennung des Rechtes der Israeliten aufgegeben. Obgleich jedoch die Gewährung der Emancipation lediglich als ein Act der strengsten Gerechtigkeit gelten kann, so sind die Israeliten Badens, wie überall, auch für die Achtung ihres Rechtes dankbar, und bald wird unter der Oberleitung der verehrten Mitglieder des Großherzogl. Oberrathes der Israeliten eine Berufung von Notabeln stattfinden, welche den Ausdruck dieses Dankes durch eine entsprechende That berathen und bestimmen soll. Aus dem Hamröverschen, Ende Juni. (Privatmitth.) In unserem Königreiche herrscht augenblicklich große Unzufriedenheit wegen eines zur Einführung in die Schulen von dem Consistorium empfohlenen neuen Katechismus; viele Protestanten sträuben sich dagegen und es ist auch bereits gegen dessen Einführung eine nicht unerhebliche Anzahl von Petitionen bei den Kammern tingegangen. Wir würden dieses Streites, von welchem die Juden zunächst nicht berührt werden, hier nicht erwähnt haben, wenn sich in dem neuen Katechismus nicht ein Satz fände, aus dem zu folgern wäre, daß wir Juden sammt und sonders als dem Teufel verfallen zu betrachten seien. Der Satz lautet nämlich: „Die Taufe versetzt uns aus des Teufels Reich und Herrschaft in das Reich des Sohnes Christi." Demnach befinden wir uns, da wir ohne Taufe leben, in dem Reiche des Teufels. Und das soll in den Schulen gelehrt werden! Aus diesem einen Satze wird man schon hinreichend den Geist zu erkennen vermögen, der in diesem neuen Machwerke der ultramontanen Partei unseres Landes athmet. Letztere erhebt überhaupt jetzt wiederum ihre Schwingen gar gewaltig, und in einer Versammlung der orthodoxen Geistlichkeit, welche vor Kurzem in Hannover abgehalten wurde, hatte der Superintendent Sievers aus Elze die Dreistigkeit, sein Bedauern über Prediger auszusprechen, die, wie er leider aus Erfahrung wisse, sich nicht entblödet hätten, sogar jüdischen Tempelweihen beizuwohnen. Eine andere Art von Unduldsamkeit kam jüngst in Weener vor. Dort besteht ein Club, dessen Mitglieder theils Kaufleute, theils Beamte sind. Dieser Club hatte bei seiner vor mehreren Jahren stüttgefundenen Errichtung die Bestimmung aufgestellt, daß nur Bekewner der christlichen Religion ausgenommen werden können und hatte damit die Juden von der Theilnahme ausgeschlossen. Nun giebt es aber in Weener eine respektable Judenschaft, unter der sich Männer befinden, welche sich in allen Kreisen bewegen können. Nach Ansicht einiger Mitglieder des Clubs sollte man daher vor Kurzem die fragliche Bestimmung ausheben und auch den Juden den Eintritt in den Club gestatten. Der Antrag wurde gestellt, es wurde debattirt und abgestimmt, aber der Antrag fiel glänzend durch. Der Club behält nun seinen christlichen Charakter und die Christen können fortfahren, ihren Nächsten zu lieben wie sich selbst. Auf der vorjährigen Versammlung deutscher Naturforscher und Aerzte zu Speyer ist unter Anderen auch der Sanitätsrath vr. Dawosky in Celle, ein jüdischer^