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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1862-07-29 · Heft 31 (29.7.1862) · p. Seite 424

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
26 (1862)
Issue
Heft 31 (29.7.1862)
Date
1862-07-29
Page
Seite 424 (sequence 6)
Language
German
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meist auch in ihrem Urtexte gegeben werden. — Gewundert aber haben wir uns, in dem S. 10 citirten Verse (5. B. M. 6, 4.) das Wort mit „dein Gott" übersetzt und dicht darauf den Ausdruck „Höre Israel" mit einem Satze erklärt zu sehen, der nur auf die Frage: „Was bedeutet hier das Wort brr^ch-'.?" als Antwort gepaßt hätte. — Dem Dekalog, welchen der 2te Abschnitt des 1. Theils behandelt, läßt Verf. die Offenbarungsgeschichte, d. i. den fast wörtlichen Inhalt vom 19. Capitel des 2. B. M., vorangehen — ein Verfahren, das um so größere Anerkennung verdient, als doch gewiß Nichts vorhanden, was den Religionsunterricht — wenn ein solcher nun einmal gegeben werden soll — so erheblich fördert, wie das reine, unverfälschte Wort der Bibel selber. — Was aber, fragen wir, berechtigt den Verf., das rnn ars im Isten Verse des vorerwähnten Capitels durch: „am ersten Tage dieses Monats" zu übersetzen? Was berechtigt ihn ferner, das Gebot.drtzn drb deutsch so wiederzugeben, als wenn im Texte der Ausdruck spn'ba ^toet Mal vorkäme, während dies in der That doch nur ein Mal der Fall ist? Und was berechtigt ihn endlich, den Nachsatz im 5. Gebot mit den Worten: „auf daß du lange lebest und es dir wohl gehe auf Erden" — also weder ganz nach Exod. 20, noch auch ganz nach Deuter. 5 —- uns vorzuführen? — Wir mäkeln, wahrlich! nicht am Worte; aber so viel kann doch verlangt werden, daß man da, wo es auf das nackte Bibelwort ganz besonders ankommt, von derartigen Willkürlichkeiten sich fern halte. — Die Erklärungen zu den 10 Geboten sind durchgängig kurz und schlagend. Nur haben wir uns sehr gewundert: ad II den Aberglauben als den „Glauben an die Macht böser Geister, Zauberei rc." dargestellt zu sehen, während derselbe einen Abschnitt vorher, bei Gelegenheit der Beweisführung über das Dasein Gottes iS. 8), als der „heidnische Glaube überhaupt, als gäbe es mehr als Einen Gott, und die Anbetung von Bildern aus Gold rc." bezeichnet worden — und ad IV in Betreff der Sabbathfei er Alles, nur die Hauptsache nicht, nämlich: „die Ruhe von der Arbeit" mit Präcision angegeben zu finden. Oder liegt die gehörige Präcision etwa in den Worten: „Wenn wir in den Werktagen treu unsere Pflicht haben erfüllt, so sollen wir einen Tag dem Herrn weihen"? — In seiner „Pflichtenlehre" (Th. II.) hat Vers, den lieben Gott ganz schnell, — weit schneller als den Menschen —- abgesertigt. Er widmet jenem nur 1.*/,, diesem hingegen 7J/2 Seiten seines Buches. Er widmet Gott nur na-p und nan«, gerade als ob's blos darauf ankäme, dem Titel seiner Schrift eine gewisse Basis zu geben. Wir meinen indeß, wenn man für „unsere Pflichten gegen Gott" nur die herrliche Bibelstelle Deut. 10,12. als N orm annähme, so hätte man auch den Kindern weit mehr über diesen Gegenstand zu sagen. Unsere Religion ist „die Religion der That", nicht die des abstrakten Denkens und Fuhlens. Kohelet sagt: wnnb n« -uwd bsn isn JVto -iiu'L T.mäsa .nan 8‘V (Pred. 12, 12.). — Doch wir wollen ja nicht kritisiren. — Die „Pflichten gegen unsere Nebenmenschen" sind ausführlich und in einer Sprache gegeben, die den Kindern ganz besonders zu Gemüthe redet, und die „Pflichten gegen unS selbst" sehr treffend in den einen Punkt zusammengefaßt, daß wir uns bestreben sollen, .„täglich besser und weiser zu werden". — Das „Gebet", ein so überaus wichtiges Mittel zur Verehrung Gottes, ist dagegen mit allzu auffallender Kürze behandelt. — Der „heiligen Ceremonien" sind sieben angegeben und erklärt. Wenn aber hier von den *pbsn gesagt wird, sie seien „Worte der heiligen Schrift in einer Kapsel rc.", und von der irr«», daß sie „unser heiligstes Glaubensbekenntniß enthalte", — so finden wir dies zwar richtig, aber nichts weniger als gehörig präcisirt. — Bei den „Fest- und Feiertagen",— welche nach Namen und Bedeutung, wie auch hinsichtlich der mit ihnen verbundenen Gebräuche rc. wacker erläutert werden — vermißten wir ad II die Angabe, d aß und warum dieses Fest wnu* an genannt werde, wunderten unS aber nicht minder darüber, des Chaul hamaueids erst beim Hüttenfefte und nicht schon Leim Peßach Erwähnung zu finden.— In einer, den a^ba-i Ddw gewidmeten Anmerkung wird der hebräische Name des Wochenfestes mit dem Worte (was aber nichts Anderes als „Schwüre" bedeutet) angegeben. — Von dem „Tag der Zerstörung Jerusalems" sagt man, er werde dereinst ein großer, ja der größte Fest- und Freudentag. werden. Herr 0r. L. hat diesem Tage jetzt schon feinen Platz unter den Festen angewiesen, ihn aber höchst auffallender Weise auf den „zehnten Ab" verlegt, — ein Datum, das doch nur dann zutreffend, wenn der 9. Ab auf einen Sabbath gefallen. — Die den „Anhang" bildenden 7 Gedichte — aus denen wir ganz besonders das hervorheben, welches die bekannte Festmahl - Ordnung an den Seder- Abenden

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