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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1862-07-22 · Heft 30 (22.7.1862) · p. Seite 412

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
26 (1862)
Issue
Heft 30 (22.7.1862)
Date
1862-07-22
Page
Seite 412 (sequence 10)
Language
German
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412 Inder' Meislshnagöge wird jetzt ein geregelter Hottesbienst eingeführt und wird einConcurs zurHesetzung der Prediger- und Vorbeterstelle rc. ausgeschrieben^ Jeder^ der'denFortschritt liebt, wird sich über den Erfolg der guten Sache freuen. Als die Tempelgemeinde hier entstand, haben sich gewisse fromme Leute beeilt, sie bei den Behörden zu denunciren, und jetzt huldigt auch die Meislshnagöge dem Fortschritte und Keiner wird es wagen, sie zu denunciren. Es entsteht jedoch die Frage, da. der Tempel und die Meislshnagöge ein und dasselbe Ziel verfolgen,, wäre es nicht besser, wenn sie sich miteinander verbinden würden? Welche' ansehnliche Gemeinde würden dann diese beiden Fractionen bilden, über welche Mittel und Kräfte hätten sie dann zu verfügen! — Noch ist es nicht zu spät. Möchten sich doch die einflußreichen Männer unserer Gemeinde zusammen schaaren, um das. Werk der Vereinigung herbeizuführen. Der eben erschienene Pascheles'sche Kalender bringt eine sehr gut geschriebene Monographie Salomon Luria's vonHrn.Klemperer. Ich erlaube mir bei dieser Gelegenheit die unmaßgebliche Meinung auszusprechen, daß das Institut die da> und dort zerstreut erschienenen Monographien, welche wissenschaftlichen Werth haben, im historischen. .Jahrbuche abdrucken lasse. — „Die Tobten reiten schnell." Die in Wien seit einigen Monaten erscheinende „Neuzeit" sieht sich bereits genöthigt, zum Nachdrucke Zuflucht zu nehmen. Die Novelle: „Eine Seelenfängerin", welche in der „Libussa" erschien, wird jetzt nochmals in dem genannten Journale gedruckt. *) Aus dem Tokayergebrge, im Juni. (Privatmitth.) Wie wir vernehmen, wird im Laufe der Badesaison eine Versammlung orthodoxer Rabbinen in Ofen stattfinden und haben bereits Vorberathungen stattgefunden. Die Commission, die Seitens der hohen königlichen ungarischen Statthalterei in Angelegenheit der Revidirung unserer Lesebücher niedergesetzt wurde und in deren Mitte auch zwei Israeliten, die Herren Director Lederer *) Es ist dies nicht der einzige Nachdruck in diesem Blatte. Es druckt z. B. unsere Uebersetzungen aus dem „Levani“ 110$, ohne Angabe der Quelle. Wir würden diese Bemerkung nicht gemacht haben, wenn nicht das genannte Blatt beständig gegen uns, ohne daß wir ihm die geringste Veranlassung gegeben und ohne daß es principieller Gegner wäre, Feuer und Flamme speit. Wir hüten uns, ihm durch Polemik Interesse zu verleihen, Die Redaction. und Normalhauptlehrer Bauer Wn,/hat bereits mehrerd Sitzungen gehalten und in einer Ihrer jüngsten Sitzungen Herrn Director Lederer mit derRevidirung der Lesestücke', jüdischen Inhaltes betraut. Obwohl unsere Zeit nicht arm M Lesebüchern hon jüdischen Autoren ist, und wir erst in der neuesten Zeit mit eurem recht guten von vr. Fischer in Pesth bereichert wurden, so haben doch die in dem königlichen Verlage erschienenen eine enorme Verbreitung und glauben wir nicht unbescheiden zu sein, wenn wir im Interesse der heiligen Sache eine sorgfältige Revidirüng wünschen, nachdem noch immer Lesestücke antijüdischen Inhaltes in unseren .jüdischen Lesebüchern Vorkommen und Stellen wie : vor und nach Christi Geburt, verehre heilige Bilder! rc. in einem jüdischen Lesebuche für Volksschulen keineswegs Vorkommen dürfen. ' Bei der landwirthschastlichen Ausstellung in S. Ä. Ujhelh wurden mehrere angesehene Israeliten als Schiedsrichter gewählt. ' In Pesth erregte das goldene Buch (aranyköny V), sowie das Gästebuch, welches Herr Carl Louis Posner, ein Israelit, der Akademie verehrte, großes Aussehen und sind selbige an die Londoner Jndustrie-Äusstellung eingeschickt worden.; Das Schülerfest (Lagbeomer) wurde von der Ujhelher Musterhauptschule mit großem Pomp gefeiert und obwohl die Zahl der Schüler und Schülerinnen, die an diesem Feste betheiligten, mehrere Hundert waren, so ist doch noch immer eine große Anzahl in Ehedorem untergebracht, woselbst man Im Geiste des heiligen Liszkaer erzogen wird. In Debreczin, Großwardein und Erlau ist der Friede zwischen Rabbinen und Gemeinde noch immer nicht hergestellt. Die vom Erlauer Vorstande soeben verschickte Broschüre schildert in grellen Farben das Verhältnis der Gemeinde zu ihrem ehemaligen Rabbinen. In Großwardein wird von der hohen Regierung eine Aussöhnung zwischen beiden Gemeinden versucht, und dürfte diese Frage in Bälde erledigt werden. I. I. Rosenmeh er. Raab, 22. Juni. (Privatmitth.) In Böhmen fanden iu neuester Zeit mehrere Ergänzungswahlen zum böhmischen Landtage statt, und zwar aus dem Grunde, weil der eine und der andere Deputirte sein Mandat freiwillig, oder aber unfreiwillig durch den unerbittlichen Tod niederlegte. So wurde vorige Woche eine solche Ergänzungswahl itt dem Bezirke Brüx porgenommen, und es fiel dieselbe mit 57 gegen 5 Stimmen auf Hrn.

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