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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1862-07-22 · Heft 30 (22.7.1862) · p. Seite 410

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
26 (1862)
Issue
Heft 30 (22.7.1862)
Date
1862-07-22
Page
Seite 410 (sequence 8)
Language
German
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410 bald speciell in einzelne Theile desselben eindringend, gelang es den, Herren examinirenden Seminarlehrern in hohem Grade, ein getreues Bild von dem Wissensumfange, der Examinanden vorzuführen. Außerdem legte ich denselben, der eingefnhrten Ordnung gemäß für jedes einzelne Fach; noch besondere Fragen vor. Die Antworten, ^namentlich der drei Seminaristen, waren durchgängig zutreffend, die Präzision und Leichtigkeit des Ausdrucks machte einen sehr guten Eindruck. Was insbesondere den Unterricht in der neuhebräischen Literatur betrifft, so waren nach den gemachten Mittheilungen die Zöglinge im rmsa, im rrmbn mann iinb nibb^,. sowie in den Commentarien und -n&o zum Pentateuch unterwiesen worden, und ward es-mir anheimgestellt, das Prüfungsobject aus einer dieser Schriften zu entnehmen. Ich bezeichnete als solches den "ruo. Mit anerkennenswerther Geläufigkeit wurde Wesse ly's Commentar zum 3.B.M. 19, 2. gelesen. und. übersetzt, und wäre allenfalls eine schärfere Auffassung des Zusammenhangs zu wünschen gewesen. Noch verdient lobende Erwähnung, daß ein von mir im Bibelsthl abgefaßtes Dictat, dessen Inhalt eine Anrede an die Abiturienten über ihre künftigen Amtspflichten war,; fast fehlerlos an die Wandtafel geschrieben wurde. Erwägt man nun, mit welchen dürftigen Vorkenntnissen im Hebräischen die Aspiranten in der Regel die. Anstalt, betreten, daß ferner bei dem Mangel genügender lexikalischen und methodischen Hülfsmittel die Erlernung des Neuhebräischen sich wesentlich auf den mündlichen Unterricht und. die Einübung von Seiten des Lehrers beschränkt, so wird jeder Unbefangene gern anerkennen, daß billigen Anforderungen entsprochen worden. : Möchte die Wirksamkeit des Seminars allgemein die verdiente Anerkennung finden! möchte durch vermehrte Unterstützung der Anstalt Seitens der Gemeinden wie der. Einzelnen dieselbe in. den Stand gesetzt werden, ihre menschenfreundlichen Zwecke immer nachhaltiger und in ausgedehnterm Maße zu verwirklichen! — Israeliten Westphalens und des Rheinlandes! Mit fast beispiellosem Aufwands geistiger und materieller Kräfte hat der Gründer der Anstalt, aus reinster Humanität sich Euern heiligsten Interessen gewidmet. Noch weilt der verehrte 80jährige Greis in unserer Mitte. Zeigt Euch, des seltenen Mannes würdig; beweiset ihm Eure Dankbarkeit dadurch, daß Ihr mit unermüdlicher Opferwilligkeit sein nun schon seit beinahe vier Decennien segensreich wirkendes Institut in dauernder Blüthe entfaltet und dadurch den, Abend seines Lebens erheitert.; H. Leeser. Berlin, 3. Juli. Auch der Eid more j qdaico kommt in der gegenwärtigen Session zur Sprache. Aus der Petitionscommisfion wird nämlich berichtet: Eine Petition des Synagogen Vorstandes zu Gollub um Aenderung der jüdischen Eidesformel beantragt die .Commission „der Staatsregierung mit der Erwartung zu überweisen, daß dieselbe spätestens in der nächsten Session einen Gesetzvorschlag .vorlegen werde, welcher nicht nur vre Eide der Juden, sondern auch die der Christen nach andern Normen und Modalitäten regulirt." Nach Erklärung des. Regierungscommissars „beabsichtigt das Staatsmiuisterium nicht, in dieser Sitzungsperiode einen Gesetzentwurf über die Reformation der Judeneide einzubringen, und behält sich weitere Beschtußnahme über diesen Gegenstand vor." Breslau, im Juli. Das Israelitische Haudlungsdiener-Jnstitut zu Breslau hat den in der General-Versammlung vom 17. Mai d. I. erstatteten Jahresbericht veröffentlicht. ■ Aus der demselben.beigefügten tabellarischen Uebersicht geht hervor, daß die Mitgliederzahl von 124 bis. 122 bei den außerordentlichen und von 111 bis 103 beiden ordentlichen Mitgliedern abgenommen, dagegen das Vermögen sich bis auf 3795 Thlr. 3 Sgr. 6 Pf., um 51 Thlr. 3 Sgr. 6 Pf. vermehrt hat. — Der Bericht spricht sich mit unverkennbarem Unmuthe über das Scheitern einer von sämmtlichen Breslauer Vereinen beabsichtigten Vereinigung aus. „Aus diesem Anlaß haben wir es auch angemessen gefunden, unsere Vertreter aus dem Central - Comits, dessen rastlose und von wahrem Eifer für die gute Sache geleitete Bemühungen an dem zähen Widerstande der Privilegirten abprallten, zurückzuziehen und nur mit dem Central-Bureau für Stellen-Vermittelung, dieser ersten zeitgemäßen wohlthätigen, aber leider vereinzelt gebliebenen Schöpfung des Central - Eomitüs, verbunden zu bleiben; in Folge der mit dem Vorsteher des Central-? Bureau getroffenen Vereinbarung hat es derselbe über-? nommen, unseren stellensuchenden Mitgliedern zur kostenfreien Unterbringung ganz in derselben Weise, wie es bei den dem Central-Comits verbundenen Vereinen geschieht und nur mit der Modification behülflich zu sein, daß wir nächst einem feststehenden Jahreshonorare, von Zehn Thalern auch die Bermittelungsgebühr von 15 Sgr.

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