Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 26 (1862)
- Issue
- Heft 29 (15.7.1862)
- Date
- 1862-07-15
- Page
- Seite 392 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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pathien mißdeutet werden könne. Der Justizminister habe sich ebenfalls auf dies Gebiet begeben, indem er die Vorhaltung bei Eiden als einen Hinderungsgrund bezeichnet. Diese Vorhaltung könne indeß auch vom Richter oder vom Zeugen abgelesen werden; eine andere Frage sei die behauptete Gewiffensverletzung des Zeugen. Dies sei eben nur Sache der Sympathie. Der Iustizminister möge auch heute Sympathien im Hause verletzt haben, daraus werde man aber doch nicht folgern dürfen, daß derselbe unfähig zu seinem Amte: sei. (Andauernde Heiterkeit.) Er bitte um möglichst einstimmige Annahme•des. Commissionsantrags. — Die Abstimmung erfolgt zuerst über den Antrag des Abg. Schulz (Borken) auf Streichung des Wortes „Cultus" im Anträge der Commission; für denselben stimmteuur das Centrum und die Conservativen. Darauf wird der Commissionsantrag mit sehr überwiegender Majorität angenommen.^Dafür einstimmig sämmtliche liberale Parteien, die Polen und auch einige Katholiken. Bonn, 4. Juli. Nechnungsablage des Instituts M Förderung der israelitischen Literatur aus seinem siebenten Jahre (1. Mai 1861 bis 1. Mai 1862). A. Reine Einnahmen . . . . . . . . ö. Ausgaben: 1) Honorare, Subventionen, Correctur 1406 Thlr. — Ngr. - Pf. 2) Verwaltungskosten . . . . . . 530 - — - — - 7/ .. - 3) Buchbinderlohn, Papier, Satz und '; Druck ". . .:. 2933 - 22 ■ - g. ■ s- ' ' 4) Versendungskosten ... . , . 341 9 - 3 5) Porti, Drucksachen, Diverse . . . 165 - 19 - 2 - Summa: 5376 Thlr. 2! Ngr. 1 Pf. Ueberschuß: 411 Thlr. 5 Ngr. 7 Pf. Sämmtliche Belege nebst Rechnungen geprüft und für richtig befunden. Magdeburg, den 27. Juni 1862. (Gez.) Carl Friedeberg. M. S. Kaufmann. Alexi Hirsch. Pesth, 1. Juli. Die Juden in Ungarn.*) Es ist doch endlich an der Zeit, daß von den ungarischen israelitischen Verhältnissen der Schleier gelüftet, die krankhaften Theile offen gelegt werden, damit einerseits durch die äußere Uebertünchung, durch die äußeren schönen Pflaster das Gift der wunden Theile nicht nach innen sich verbreitend, die edleren Theile ergreift, und andererseits, daß dieses nicht contagiös werde. -Unsere Pefther israelitische Gemeinde ist in ein Sta¬ *) Die folgende Correspondenz ist nicht aus der Feder eines Lehrers, sondern aus der eines Großhändlers geflossen, wie wir hiermit ausdrücklich bemerkt haben wollen. Die Redaction. dium getreten, das die traurigste Zukunft für die ungarische Judenschaft fürchten läßt. Wir finden kein ähnliches Beispiel der Corruption bei unserer Nation in ganz Europa. Weit höher stehen die galizischen und russischen Juden als die von Pesth an Glaubensinnigkeit, an Gemeinsinn, an Gemeingeist- .an Liebe und. Hingebung für feine Glaubensgenossen (jüdischeNation dürfen wir nicht sagen, wenn wir nicht geächtet werden sollen, denn einer gewiffen Partei zufolge stammen wir nicht von Abraham, sondern von Arpad ab) , an Liebe zur Wissenschaft und an Intelligenz. Zwischen den reichen, tonangebenden'Israeliten und der israelitischen Intelligenz zu Pesth war von jeher keine Affinität, hie Intelligenz stand außerhalb des Rayons der Reichen und kam mit denselben nie. in Wechselwirkung In der letzten.Zeit, wo die Extreme weitere Dimensionen