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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1862-07-08 · Heft 28 (8.7.1862) · p. Seite 377

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
26 (1862)
Issue
Heft 28 (8.7.1862)
Date
1862-07-08
Page
Seite 377 (sequence 7)
Language
German
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377 deln von den Eigenschaften Gottes. Der Verfasser sagt S 31: Für Gott> ist die Zeit nur Gegenwart. Da aber Zeit und Raum keine Wesen an und sür sich, sondern nur Formen für menschliche Anschauungen sind, so dünkt es uns richtigerwenn man sagt: Gott ist ein zeitloses Wesen, auf welches der Begriff von Zeit gar nicht rnzuwenden; imers» btt n« •par heißt es in dem ersten metaphysischen Gebete. Mit der Bemerkung S. 32, daß ■pirsn und ■j'hns ihrem Stamme nach eigentlich bedeuten „vor allem und nach allem Sein", könnte man sich darum nicht einverstehen, weil ■ptöan öott icen ab stammt und nur einen relativen Anfang bedeuten kann; vgl. den Midrasch R. zu 'jiwrrn 22b r.rn winn, wo er der Ansicht Derjenigen entgegentritt, welche der Zeit eine Ewigkeit vindiciren. Zu der Bemerkung S. 35 fügen wir hinzu, daß schon Philo Gott roxog nennt, was zum Pantheismus verleitete, wogegen aber Mid. R. Breschit 69, indem er das rnpnv auf Gott bezieht, polemisirt. Von H. 8 wird abgehandelt „Ueber die Eigenschaften Gottes in seinem Verhältniß zur Welt". Gut ist die Bemerkung S. 39, Laßnicht sowohl ein wirkliches Ruhen, sondern Aufhören, Abstehen von irgend einem Thun bedeutet. Wir führen eine Megilla an, nach welcher die Thätigkeit der sechs Arbeitstage ein biblisches Gebod ist, denn PiIwri hat erst dann feine eigenthümliche Bedeutung, wenn ruuia mnrn damit in Verbindung gebracht wird. Man könnte aber auch sagen, daß rivw auf Gott bezogen, transitiver Bedeutung sei, er ließ ruhen, nämlich das neue Schaffen in der Natur. Daß der Kal auch objectiv gebraucht wird, geht aus vielen Stellen hervor; -ipvn pi ■jnsiö r« 'n ’ Stti ,ti»bu> rc. rc. Von §.10—13 werden die Eigenschaften Gottes im Verhältniß zur Welt erschöpfend mit den geeignetsten Bibelstellen auseinandergesetzt. §.13 kömmt das Meisterstück der Schöpfung, der Mensch zur Sprache. Die Verbindung dieser Abhandlung mit Physik und Geschichte geben dem Gegenstände ein lebhaftes Interesse. Zu der Besprechung über die Unsterblichkeit lese man die gelehrte Beilage, welche des verdienstvollen 0,'. Brecher's Monographie, namentlich aus der nachtolmudischen Literatur, wesentlich bereichert. Den Beweis S. 84 für die Unsterblichkeit, weil in der. Schöpfung Gottes nichts vergänglich ist, glauben wir auch, nach unserer Auffassung, in den talmudischen Worten zu finden: iw« .riinw «b« NIE «ipn «b riinw vw Berachot 7, 2, d. h. mit andern Worten: Es findet keine Zerstörung in der Natur, sondern nur ein Namenwechsel statt, „es findet nur ein beständiger Wechsel in der Zusammen- und Zersetzung der Elemente und Atome zu individuellen Körpern statt", wie sich unser Buch ausdrückt. S. 87, wo von der Verbindung zwischen Geist und Körper die Rede ist, lautet ein Passus:. „Mit Blitzesschnelle bringen die körperlichen Sinnesorgane die Eindrücke, die sie von der Außenwelt empfangen, zum Geiste, welcher diese als Vorstellungen itt. sich aufnimmt". Die Psychologie dürfte gegen den Ausdruck „Vorstellungen" Einsprache erheben und dafür „Anschauungen" substituiren, welche durch den Geist und in demselben erst zu Vorstellungen verarbeitet werden. Die folgenden Lehren „über Gott und den Menschen" machen uns mit dem specifischen Judenthum in seiner, geistigen, welthistorischen und missionellen Bedeutung genau bekannt. Es ist freilich das Alles nicht neu, es ist so alt wie die göttliche Offenbarung und die Träger derselben, aber so groß und erhaben, daß man es in keinem jüdischen Religionsbuche vermissen darf. Wir machen den Leser auf die treffliche, an psychologischen Momenten so reiche Anmerkung S. 122 aufmerksam. Eben so anziehend ist die Bemerkung S. 126 über die Fortpflanzung des moralischen Elends auf die Nachkommen. Eine Stelle aus der Anmerk, S. 131 setzen wir wegen ihrer Originalität wörtlich hieher. Es ist aber zu bemerken, daß dieser Ausdruck — eifriger Gott — nur an Stellen vorkommt, wo der Anbetung des einzigen, unkörperlichen Gottes gegenüber die Israeliten t>or Götzendienst verwarnt werden (nämlich 2. M. 20, 5., 34, 14.; 5. M. 4, 24., 5, 9., 6, 15.). Er soll daher aussagen, daß Gott gegen solchen Abfall, der in seinem Gefolge die Beseitigung. aller göttlichen Gebote, Sittenlosigkeit und Frevel hat, nicht gleichgültig sei, sondern ihn im strengen Gerichte verfolge. Man darf nicht außer Acht lassen, daß an diesen Stellen nicht vom Götzendienste überhaupt, sondern von den sich ihm ergebenden Israeliten die Rede ist. Die 3te Abtheilung handelt von der Gottesverehrung in 5. M. 10, 12. Es wird genau die Ehrfurcht vor Gott desinirt, dann gezeigt, welche Empfindung daraus fließt, und wie man sich dagegen versündigt. S. 165 waltet ein.Irrthum oh. Der Herr Verf. sagt: In der traditionellen Iuristik wird der Schwur ganz nach den in der heiligen Schrift vorkommenden Stellen in vier Classen unterschieden rc. rc. 4) mwn der Zeugeneid (Ramb. M. T. Halch. Scheb. Abschn. 1); so sagt der Herr Verf. weiter oben: „und wurde außerdem der Zeuge wegen seiner Aussage beschworen?. Dem ist aber nicht so. Wie bekannt, hat die jüdische Lehre den Zeugeneid nichts denn falsche Zeugen stehen auf derselben Stufe

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