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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1862-07-08 · Heft 28 (8.7.1862) · p. Seite 376

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
26 (1862)
Issue
Heft 28 (8.7.1862)
Date
1862-07-08
Page
Seite 376 (sequence 6)
Language
German
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Publikum angestrebt werden. Die Lieferungen werden alle drei bis'vier Wochen erscheinen. Diese Ausgabe wird also die Uebersetzung, den Commentar und die Einleitungen in alle Bücher der heiligen Schrift enthalten.*) Es versteht sich, daß der Verkauf der großen Ausgabe neben dieser jederzeit fortbesteht. Wir empfehlen daher diese neue Ausgabe dem Publikum angelegentlich. Jede Buchhandlung ist in den Stand gesetzt, die erschienenen Lieferungen zur Ansicht vorzulegen und die Bestellungen auszuführen. G a Y a, 1. Juni. Die israelitische Religionslehre. Ausführlich dargestellt von Dr. Lud wig Philippson.' Zweite und dritte Abthetlung: Die Lehre von Gott.— Die Gottesverehrung. Leipzig. Baumgärtner's Buchhandlung. 1862. Der geehrte Verfasser dieser Religionslehre sagt in «einer seiner berühmten Vorlesungen, daß es ein Triumph der Neuzeit ist, daß die verschiedenen Wissenschaften nicht mehr isolirt sind, sondern verschwistert in einander greifen. Diesen neuen Standpunkt der geistigen Association, des Jdeen-Eömmünismus, vindicirt der gelehrte Verfasser auch der Wissenschaft der Religion. Sie wird in seinem Geiste und unter seiner Darstellung ein Glied in der großen Kette der idealen und realen Kenntnisse, und gelangt durch eben diese universelle Alliance zu entsprechender Klarheit und Deutlichkeit. Es ist eben in diesem Buche, wenn wir die gelehrten Beilagen einstweilen abseits lassen, nur die anregende und interessante Form, nicht die Originalität und Fülle der Ideen, wie sie im ersten Theile vertreten waren, welche dieser 2ten und 3ten Abtheilung ein so reges Interesse in den Leserkreisen verleihen. Der Leser hat sich wahrscheinlich zu vergegenwärtigen nicht unterlassen, daß das Werk keine Geschichte der jüdischen Religionslehre in allen ihren durchlaufenen Phasen und Stadien, sondern lediglich eine Kenntniß von dem Stand- und Höhepunkte derselben liefern soll, den sie in der zweiten Hälfte des 19ten Jahrhun- *) Wir Haben in dieser neuen Ausgabe der Uebersetzung wie dem Commentar hie und da nöthige Verbesserungen angedeihen lassen. Mit den in den Ausgaben der israelitischen Bibelanstalt vorgenommenen Veränderungen der Uebersetzung hat dies nichts gemein, da die letzteren aus dem Gesichtspunkte geschahen, eine populäre, auch ohne Commentar allen Leserclassen möglichst verständliche Uebersetzung, die sich im Einzelnen auch mehr den gebräuchlichen Erklärungen anschließt, zu geben. derts - einnimmt , welcher Aufgabe das vorliegende Buch vollkommen, insoweit es bei dieser tcansscendentalen Materie möglich, entspricht. Der Leser hat auch wahrscheinlich das Wörtchen „ausführlich" in der Ueberschrift zu betonen nicht verabsäumt, und hat sich in seiner Erwartung nicht getäuscht. Gehen wir zum Inhalte des Buches selbst über. — 2te Abtheilung. Die Lehre von Gott. 1) Welches ist der höchste Ausspruch der heiligen Schrift über das Wesen Gottes? s-rr-itt irrt« „Ich bin das ewige, unveränderliche Sein." „Alle Einzelwesen gehen als sich: stets veränderndes, sich wandelndes, werdendes und vergehendes Sein aus einem ewigen, unveränderlichen Sein als Einzelsein aus einem allgemeinen Sein hervor." Wir möchten dem Leser das in philosophischer Terminologie kurz so wiedergebm. Die Welt ist ein Werdendes, ihr Schöpfer aber das Seiende. In der Anmerkung hiezu wird diese Erklärung auf bedeutende Autoritäten zurückgeführt. — Wir können nicht umhin, auf den Midrasch K. zur Stelle aufmerksam zu machen. Der Midrasch erklärt rr'dr'dr mit der Idee der Vollkommenheiten. Was Gott ist, kann-der Sterbliche nicht ergründen, aber das wisse er, daß Das, was der Unendliche ist, vollkommen ist. Hören wir den Midrasch: °>Dta 525T TNU» , iE>b/ «np3. ’OT STb . ilDN nTnan n» p ^82)2 ,d*m snp: nod b3> .irn« ■ tj)ä N'Nsr '-dt iri-iba tnp: ■y« „Das, was ich bin, bin ich." Der 2. tz. beantwortet die Frage: „Welcher ist daher der das Wesen Gottes bezeichnendste Name Gottes in der heiligen Schrift?" 'n, der Ewigseiende, der Ewige. Hiezu eine gelehrte und . lehrreiche Anmerkung. §. 3 bringt die Beweise für das Dasein Gottes, kosmologisch, theologisch in Bezug auf die Welt und auf den Menschen, und da ich mich schon der philosophischen Terminologie bediene, würde ich sagen: „Makro- und mikrokosmatisch". Zu diesem recht passende Verse mit origineller Exegese, z. B. Pf. 10, 4. ibn ndän „hochnäsig denkt der Frevler". No. 2 dieses §. setzt den Begriff eines geistigen Gottes ausführlich auseinander. No. 3 stellt Gott als vollkommenen Geist dar. . §. 4: Auf welche Weise können wir nun das Wesen Gottes näher kennen lernen? Indem wir einzelne Eigenschaften seines Wesens und Thunswie sie sich unserer Betrachtung darstellen, erfassen und zu immer klarerem Bewußtsein bringen. Dazu als Citat 2. B. M. 33., das wir wegen der zutreffenden Uebersetzung anführen. „Ich werde vorüberführen meine Allgüte vor dir, und bei Namen ausrufen den Ewigen vor dir rc." Die nächsten Paragraphen han-

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