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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1862-07-01 · Heft 27 (1.7.1862) · p. Seite 365

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
26 (1862)
Issue
Heft 27 (1.7.1862)
Date
1862-07-01
Page
Seite 365 (sequence 11)
Language
German
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365 Redacteur,,. ein gewisser Schleuniger, in voriger Nummer; schon charakteristrt worden, fährt fort,-das, Landvolk gegen die Juden aufzuwühlen und.schleudert zu diesem Zwecke die scheußlichsten Verleumdungen in die Welt. Der Rabbiner vr. Kayserling sah sich daher gedrungen, folgende 'kräftige „öffentliche Erklärung" in allen dortigen Blättern zu geben:. . „Der Redactor der „Botschaft" ist eine zu berüchtigte Persönlichkeit, so daß wir es unter unserer Würde hielten, auf seine mehrfachen Insinuationen und judenfeindlichen Verdächtigungen bisher auch nur ein Wort zu erwidern. Pas Schändliche richtet sich selbst. Da aber dieser Mensch, um das Volk gegen die Juden zu Hetzen und aufzuwiegeln, die Frechheit hat, in M. 68 seines Schmutzblattes öffentlich zu behaupten, daß das tägliche GM der Juden einen Fluch, stuf, den.?Mister der christlichen Religion, enthalte, so erklären wir ihn, Schleuniger, Redneteur der „Botschaft", hiemit für einen infamen Berleum-ex^uso lange er nicht nachweist, wo die Stelle: „Verflucht sei Jesus von Nazareth" in dem täglichen Gebetbuche der Juden (Siddur) sich befindet. , „Jeder ehrliche Mann wird es uns sicherlich verdenken , einen so ehr- und charakterlosen Menschen, wie der „Botschästler" ist, um Beweise und Belege für seine lügnerischen Behauptungen anzugehen, daher schließlich nur noch die Bemerkung,. daß der Talmüd keineswegs ein jüdischer Katechismus ist, wie Schleuniger in seiner Unwissenheit behauptet, unddaß die in Nr. 68 angeführte Stelle sich in diesem „jüdischen Katechismus" nicht, findet, daß aber in jedem Katechismus mit großen Buchstaben der Satz stehen sollte: „„Mensch, ob Christ, Muharnedaner oder Jude, Du begehest eine grobe Sünde, wenn Du gottlose Kreaturen,.wie Schleuniger und Consorten, in ihrem Treiben unterstützest!" . . Ob er-End in gen, den 15. Juni 1862. Dr. Kayserling, Rabbiner." Italien. Rom, üm Mai. Der Correspondent des Pariser Siöcle in Rom hat eine lange Unterredung mit dem kleinen Mortar a und dem Geistlichen gehabt, dessen specieller Obhut der, Knabe in dem Kloster „des heiligen Petrus in Banden" anvertraut ist. Zuerst sah ihn per Berichterstatter in : der Kirche Meßdienste am Altar verrichten,, wobei er sich sehr anstellig bewies. Später kam er mit dem zu einer europäischen^ Berühmtheit gewordenen Jungen während der Spielstunden im Klosterhofe, zusammen^ Derselbe trug eine schwarze Sontane, während seine Gefährten weiß gekleidet waren. Er ist jetzt zehn Jahre .und vier Monate alt, mittlerer Größe und mager, ohne jedoch leidend und schwächlich zu scheinen.; Erhat schwarzes., kurzgekräuseltes.. Haar, schöne runde Augen mit langen schwarzen Lidern und einen unverkennbaren jüdischen Typus. Sein Vorname Edgardo ist im Kloster nicht verändert worden. Nach der Aussage seines. Lehrers ist er: sehr intelligent und lernt mit besonderem Eifer. Lateinisch. Der Correspondent fragte den Kleinen, ob es ihm gefalle, ob er gerne da verweile, worauf er ein 8i (Ja) zur Antwort erhielt! Weiter war nichts aus ihm heraus, zu bringen. Mt siebzehn Jahren darf er, wie der Geistliche erklärte, das Kloster verlassen; , erkönnte es . übrigens hente schon verlassen, er habe einen ausgeprägten Beruf zum geistlichen Stande..Seine Eltern sieht er nicht'mehr,' doch schreibt er ihnen des Jahres zweimal, um. sie zu bittensich zu bekehren; die Eltern beantworten jedoch, die Briefe nicht. Nächste Woche soll er seine erste Eommnnion feiern; ein französischer Bischof wird ihm, nach der Aussage, jenes Geistlichen, das hochwürdige Sacrament spenden. Niemals, sagt der Correspondent, .werde uer den Ausdruck vergessen,.?mit dem der Geistliche im Laufe der Unterredung folgende. Worte: gesprochen: „Man hat viel bei Gelegenheit der Wegführung dieses Kindes von väterlichen und natürlichen Rechten gesprochen. Aber das göttliche, übernatürliche Recht ist stärker als das Recht des Vaters und der Familie: ein getauftes Kind ist unsere Sache (e roba nostra)." Die Mutter des Kleinen, meinte er schließlich^ sei eine gute Frau,' die sich vielleicht, noch bekehren würde; der Vater aber sei ein verstockter Kopf, er sei nach Turin zu Herrn von Cavour gegangen und? sei überhaupt, an .alle, dem Lärm schuld, der seines.Kindes, willen entstanden.sei,. -Außer dem, was man hier'liest, kann man noch mehr zwischen den Zeilen lesen. Der . arme, seinen Eltern entrissene, ei.ngeklösterte und eingemönchte.Knabe: bringt Nichts weiter hervor als „81"! (Ja) mehr wird ihm auch nicht gestattet sein.: „Er könnte schon jetzt, das Kloster verlassen V* ja wohl, wenn man ihm gestattete, wenn man . nicht;hicheb Der Triumph, mit welchem der Pater -die Grundsätze 27**

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