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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1862-07-01 · Heft 27 (1.7.1862) · p. Seite 364

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
26 (1862)
Issue
Heft 27 (1.7.1862)
Date
1862-07-01
Page
Seite 364 (sequence 10)
Language
German
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dieses Projektes- Im Magyar Sajto“; dem radikalsten uugarifcheu Blatteüt einer ErMrung "entschieden entgegen und sagt unter Anderm: „Wir stehen' für Freiheitnünd>Ueiches' Recht ein und knüpfen diesweder an Gebürt,-Sprachenoch- Religion. Die Vertheilung des Grundbesitzes in kleinere «Theile ist ein -demokratischer Grundsatz und hat mit der Religion nichts gemein. Der Grundgedanke der Bodenankaufs- Gesellschaft ist gegen den Wucher gerichtet. Es giebt genug Juden, die dem Wucher fern stehen; hingegen giebt es genug Christen , die Wucherer sind." : So, mein lieber Herr v. Ivanka! Gleiches Maß und gleiches l Gewicht für ü n s wie für E u ch. Sind einmal die Licht- und Schattenseiten des Judenwie des Christenthums gehörig und gleichmäßig vertheilt, dann ist -uns nicht bange, daß wir zu sehr in den Schatten .kommen. Und es freut uns recht herzlich, daß so. ein edler Magyar, wie Herr v. Ivanka gewiß einer ist, den Schluß seiner Erklärung zu unferm Gunsten so scharf pointirt. - Das sind mannhafte Worte, die einen kräftigen Wiederhall in-der vaterländischen Presse finden und die. öffentliche Meinung , genügend .sichten und klären werden. , Mögen die edlen - Repräsentanten des Unter- und Oberhauses.auf-dem nächsten ungarischen Landtage in die Worte des Herrn v. Ivanka einstimmen' und äussprechen- ,> daß sie wie Ein Mann einstehen „für? die Freiheit -und gleiches Recht aller Söhne des Vaterlandes ohne Unterschied des Standes, der Sprache und Religion", undsie werden sehen, daß der ungarische Jude keinem Patrioten nachsteht, wenn es gilt, den Wohlstand, die Blüthe und das Ansehen des Vaterlandes?^ fördern und für die materiellen und geistigen Interessen, desselben mit Gut und Blut einzustehen. —?'?- Bon Herrn Sulzer, Obercantor zu Wien, erscheint in Kürze der zweite Theil seines rühmlichst bekannten Werkes: „Schir Zion", womit der?verdienstvolle musikalische Schriftsteller seine Thätigkeit als solcher zu beschließen beabsichtigt. Wir haben kaum nöthig, sagt die. >,Presse", das Interesse für diese bevorstehende Erscheinungbesonders anzuregen, da Herr Sulzer sicher ist, daß jedes seiner Werke im Kreise, aller gebildeten Kunstfreunde die wärmste /Aufnahme findet. Deutsch. H .. Raab , 18; Juni. (Privatmitth.) Seit einigen Tagen, schreibt die ,, Presse^, weilen in Wien sechs israelitische Doctoren der - Rechte aus ' Ungarn , um beim Kaiser die "frvie- Ausübung der Advokatur in ihrem' Vaterlande für' sich zur erwirken. Wir zweifeln nicht/ hoffen vielmehr , daß Se. Majestät im Wege' der Gnade Liesen Herren; ihre; Bitte gewähren werde, da sie ihre Studien vollendeten zu einer Zeit, wo die Index - Curialbeschlüsse, die freilich die Juden von der Advocatnr ausschließenkeine Geltung' hätten. — Als merkwürdiges Zeichen unserer Zeit möge noch Folgendes in Ihrem Blatte seinen Platz finden. Dr. Passover, Israelit, seit Jahren als Divisionsarzt in russischen Diensten angestellt, -hat vom Kaiser Alexander II. die Auszeichnung -erfahren, daß sein Sohn, der an der Moskauer Universität' seine juridischen Studien mit ausgezeichnetem Erfolge zurücklegte, eine jährliche. Subvention von 1600 Rubeln aus Staatsmitteln erhält, um sich im Auslände praktische Kenntnisse zu erwerben, wobei ihm bei seiner Rückkunft-eine Professurstelle an einer russischen Universität in Aussicht gestellt wurde.??-??'?.? Wir erlauben uns dieses hochherzige Beispiel einem Lande in Deutschland, das sich das Land der Intelligenz par excellenoe nennt, zur Nachahmung anzueMpfehlen. Deutsch Donaufürstenthümer. Bukarest, im Mai. (Privatmitth.) Bekanntlich waren seit undenklicher Zeit die Israeliten in den Donaufürstenthümern in zwei Parteien getheilt, von - .denen die eine als eingeborene und unbedingt den Landesgesetzen unterworfen, die andere als ansässige, aber unter dem Schutze ihrer heimathlichen Regierung befindlich, angesehen und behandelt wurde. Je mehr sich aber die staatlichen Einrichtungen-der vereinigten Donaufürstenthümer consolidirten, desto unhaltbarer ist diese Stellung, und es ist daher sehr erfreulich, daß immer mehrere der hiesigen Israeliten sich nationalisiren und ihr Schutzverhältniß aufgeben. In den letzten Tagen haben 73 österreichische Unterthanen in Bukarest ihrem heimathlichen Schutze entsagt und ließen sich in der Wallachei Nation alistreu, hören also auf, Oesterreicher zu sein.. : - . Die Schweiz. , Aus dem Aargau, im Juni. (Privatmitth:) Die ultramontane Presse, namentlich die „Botschast", dessen

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