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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1862-06-24 · Heft 26 (24.6.1862) · p. Seite 346

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
26 (1862)
Issue
Heft 26 (24.6.1862)
Date
1862-06-24
Page
Seite 346 (sequence 6)
Language
German
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346 Lehrer, aus der Weinprovinz und Westphalen statt, die diesmal eine um so . erfreulichere war, . als durch die nunmehr erfolgt^ ministerielle Bestätigung, der . Statuten einer Unterstützungs- und Wittwenkq.sse für die Lehrer dieser Provinzen dem Bestände? der Conferenz eine reale Unterlage gegeben. Die Berathung, wie diese Statutes nunmehr auszuführen und dem löblichen Zwecke eine allgemeine Betheiligung zu verschaffen sei, nahm denn, auch den Vordergrund der Versammlungen ein. Außerdem war,es besonders die Behandlung des hebräischen Sprachunterrichts . und der biblischen Geschichte in der jüdischen Schule, sowie die nothwendigen Eigenschaften eines jüdischen Lesebuchs Gegenstand -sehr eingehender, Discussionen, Der ausführliche Bericht wird zu seiner.Zeit in diesem Blatte erfolgen. Die vorjährige Conferenz hatte eine Petition und Denkschrift an das aufgelöste Abgeordneteuhaus über die Verbesserung des, jüdischen' Schulwesens. gerichtet; dieselbe war. aber wegen eines Formfehlers unberücksichtigt geblieben; der letztere , wurde/nun, diesmal vermieden und ging,so die Petition noch, einmal an . das Haus nach Berlin. Es wohnten der Conferenz, 35 Lehrer unter dem Vorsitze des Lehrers Blumenau/zu Bielefeld bei, und hatte die? Versammlung neben dem gemüthlichsten Tone den Cha--. rakter einer ernsten, vielseitigen und gründlichen Debatte. Zu den Verhandlungen des zweiten Tages traf auch der. vr. Philippson aus Bonn ein, an welchen eine dessallsige Einladung ergangen war, und betheiligte sich an. jenen, in. lebhafter Heise. — Die Lehrer der Rheinprovinz und Westphalens haben so ihren Collegen .m den anderen Provinzen und in anderen^ Staaten das beste und zur Nachfolge aneisernde Beispiel gegeben, wie ein reger nnd ausdauernder Eifer stets zu gedeihlichen Zielen führt. Sie haben sich von oft sehr ungünstigen Umständen, nicht abhalten lassen, das Institut der Eonferenz viele Jahre und so . lange aufrecht zu erhalten, bis es einen festen Boden gewonnen, Wer ihren Verhandlungen beigewohnt hat, kann den nach allen Seiten hin bildenden Einfluß nicht verkennen, welchen die Conferenzen auf ihre Theilnebmer ausüben, und überzeugt.sich mit Vergnügen von dem,wirklich? achtungs-, w'erthen Stande, den die jüdischen Lehrer dieser Provinzen einnehmen, und daß sie ihren christlichen Amts-,, genossen auch in pädagogischer und methodischer Bezie-, hung sicherlich nicht nachstehen. — Hervorzuheben ist diesmal auch .noch die besonders gastfreundliche, Aufnahme, welche die Lehrer bei den Mitgliedern der jür dischen Gemeinde zu Essen fanden, un.d für. welche sie? lapt ihren Dank aussprachen. Diese, durch Eintracht i und zeitgemäße Fortbildung sich vor so. vielen anderen - auszeichnende Gemeinde, welche auch bereits 21 Jahre. ^denselben tüchtigen Lehrer Blumenfeld besitzt, und ' ihn nach Verdienst würdigt und ehrt, nahm den innigsten Antheil an der Conferenz. Auch dem Or/Philippson bezeigte sie ihre Zuneigung und Verehrung, besonders durch eine Serenade, die sie ihm brachte, und begleiteten ihn der Vorstand und die Repräsentanten in mehreren Wagen zum Bahnhof am, andern Tage. — . Zum Versammlungsort der nächsten Conferenz wurde Köln bestimmt. ’; Kurmk, im Mai. (Privatmitth.) In diesen Tagen hat es dem Herrn gefallen, den ehemaligen" Rübbinatsverweser unserer Gemeinde, David Täbele, in einem Alter von nahe 100 Jahren vom irdischen Dasein abznrusen. David Tadel egeb. zu Räwicz, wurde in dem ersten Decennium des -laufenden Jahrhunderts in der hiesigen Gemeinde, zuerst als? später als Rabbinatsverweser angestellt, welche Aemter er länger als 60 Jahre mit erprobter Redlichkeit und seltener Gewissenhaftigkeit verwaltete. Ein Muster eines reinen Herzens und eines unbefleckten Wandels, anspruchslos und genügsam, erwarb er sich die ungetheilte Achtung und Liebe aller Glieder seiner Gei meinde. Bis in sein Scheidejahr hinein versah er die Pflichten seines Amtes mit vollem Bewußtsein und; ungeschwächter Geisteskraft, und erst dann, als letztere -ihm den Dienst versagte, legte er die nieder?mit ^dem Wunsche, einen würdigen Nachfolger Bei seinem? Leben noch zu sehen. Er fand einen solchen zu seiner .Freude in der Person des Rabbiners vr. Jaffe. Zu seiner Beerdigung, welche am 1. Juni stattfand, hatten sich Herr Prediger Pleßner aus Posen, Rabbiner ^Caro aus Santomysl und der ^Rabbinatsverweser aus Schroda, sowie Rabbinatsmitglieder und Andere eingebunden. Zu beiden Seiten der Bahre befanden sich die Lehrer mit ihren Schülern, und ein großer Trauerzug folgte ihr in schöner Ordnung von der Wohnstätte aus in die Synagoge, wo, sowie auch am Grabe, die? genannten. Herren Rabbiner in ergreifendster Weise sprachen. In der.-letzten Sitzung der Repräsentanten und des \ Vorstandes wurde der; Beschluß gefaßt, die' Jahrestage.;des Verewigten nach, den rituellen Vorschriften zu Be**:

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