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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1862-06-17 · Heft 25 (17.6.1862) · p. Seite 331

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
26 (1862)
Issue
Heft 25 (17.6.1862)
Date
1862-06-17
Page
Seite 331 (sequence 7)
Language
German
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331 weisen können, ein Beweis, daß Euer Ehrwürden gelogen haben. Besser Stillschweigen, denn eine Sache, die Sie nicht vernommen, und die man Ihnen nicht glaubt, sollten Sie auch nicht sagen rc. Noda Bch. 2, 29. 30. Noch ein Responsnm' ist von Interesse: No. 23. In Trentschin ereignete es sich, daß eine Frau, ihrem auf dem Sterbebette liegenden Gatten mit Hand und Mund gelobte, nie wieder zu heirathen. Allein nach deffen Ableben besann sie sich eines Andern, weil sie einen Ernährer haben wollte. Es fragte sich nun, ob man ihr Gelübde lösen könne, obgleich der Mann, von dem die fragliche Lösung abhing, nicht mehr war. Aron Halewi, Rabbiner zu T., fragte bei B. an, und dieser gab seine Einwilligung. Eigenthümlich ist die Motivirung, sie gründet sich auf die Lösung der Gelübden, welche Pharao und Joseph gegenseitig von einander verlangten, und wird diesen gekrönten vyrsinaitischen Männern eine Casuistik zugemuthet, welche die nachmaimonidischen Autoritäten führten. Das ganze Werk enthält übrigens. Responfen und Novellen, welche dieses nun in Gott ruhenden Talmudheros würdig sind. . vr. M. Duschak. Zeituilgsnachrichten. Deutschland. Karlsruhe, 3. Juni. Die erste Kammer hat heute den Gesetzentwurf, die bürgerliche Gleichstellung der Israeliten betreffend, mit allen gegen 3 Stimmen angenommen. Von der bayerischen Grenze, 19. Mai. (Fr. I.) Das Hauptblatt Nr. 136 des „Frankfurter Journals" bringt in einer Correspondenz aus Frankfurt einige interessante Notizen über „Glaubens- und Gewissensfreiheit in Bayern", denen wir nach einer anderen Richtung hin eine ähnliche Erfahrung anreihen möchten. Das neue Schulgesetz kennt principiell keinen Unterschied der Confession rücksichtlich der Erhöhung der Lehrerbesoldungen; auch früher wurden die öffentlichen Lehrer aller anerkannten Confessionen mit den außerordentlichen Remunerationen bedacht. Wie uns jedoch der „Nürnberger Anzeiger" vom 11. d. berichtet, hat „ein im Dienste ergrauter israelitischer.Elementarlehrer" vergeblich um die Normirung seiner Besoldung nach dem neuen Schulgesetz gebeten; ja es hat danach die k. Regierung den Bescheid gegeben, , „daß das neue Schulgesetz sich nicht auf die jüdischen Lehrer.erstrecke." Gegen diese Entscheidung ist Oberbernfung beim Staatsministerium eingelegt. ,; Es läßt sich wohl: nach der bürgerlichen Gleichstellung der Juden ein diesem Principe.^ entsprechender Bescheid von der obersten Staatsbehörde etwarten. Oesterreichischer Kaiferstaat.- Raab, 1. Juni. (Privatmitth.) Seit einigen Wochen steht im Abgeordnetenhause des österreichischen Reichsrathes auf der Tagesordnung die Debatte über den Staatsvoranschlag des Verwaltungsjahres 1862. Am 28. v. M. kam das Budget des „Unterrichts^ an die Reihe. Bei dieser Gelegenheit ergriff vr. G i s k r a (ein Mähre, vorzüglicher Jurist/ liberaler Denker und glänzender. Redner) das Wort und ging dem Concordate scharf zu Leibe. Ich will, aus dieser Rede, welche im Auslände; ebenfalls Sensation i machen dürfte, mit. kurzen Worten nur Dasjenige hervorheben, was für den Leser Ihres. Blattes specielles Interesse haben dürfte. Nachdem der gefeierte Redner die Rede seines Vorsprechers (Bischof Litwinowits) kräftig widerlegt und mit juridischen Gründen; nachgewiesen hat, daß das Concordat kein Staatsvertrag, sondern ein Staatsgesetz sei und daher auf. dem Wege der Gesetzgebung modificirt, ja gänzlich beseitigt werden kann, analysirt er die einzelnen Artikel des: Concordats der Reihe nach und beginnt: . Was. steht an der Spitze des Covcordats? Die- Negation der Gleichstellung aller Confessionen. Artikel 1 und-2 lautet: Die katholische Kirche habe, mit ihren.Rechten und Befugnissen, juribus et xrseroAstivis, ausgerüstet, fortzubestehen, die sie nach den Anordnungen Gottes und den Bestimmungen der Kirchengesetze genießen soll. Welche Kirchengesetze sind hier gemeint? fragt der-Redner. Offenbar die kanonischen. Und was sagen die kanonischen Gesetze von den andern Religionen? Daß sie alle ketzerisch sind. Und wie läßt sich, meint der Redner, wenn man Einer Kirche solche Prärogative einräumt, nur denken, daß die Gleichstellung aller Covfessionen je eine Wahrheit werde? Und doch hoffe und glaube er und hege die feste Zuversicht, daß.diese. Forderung der Menschenrechte und Menschenwürde mit allen ihren Consequenzen auch in Oesterreich bald, ja recht bald werde aus- und dnrchgeführt werden. Nach Artikel 5. sei der g.a n z e Unterricht in allen Schulen,

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