Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 26 (1862)
- Issue
- Heft 24 (10.6.1862)
- Date
- 1862-06-10
- Page
- Seite 316 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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816 CurrenLschrift von A. Moos, Lehrer. Istes und 2tes Heft. Coesfeld, 1861. Wir können diese VorlegeMtter nachdrücklich empfehlen, da sie eine ebenso schöne, wie klare und einfache Schrift enthalten und nach zweckmäßiger Methode geordnet sind. — Bedeutung und Zweck des Versöhnungstages, Predigt.von Dr. Falk Coh n. Leipzig, 1862. Diese Predigt über Jona 1, 6. zeichnet sich ebenso vortheilhaft durch einen poetischen, jedoch das Maß einhaltenden Schwung der Sprache, wie durch die Fülle der Klarheit der Gedanken aus. Zeitungsnachrichten. Deutschland. Hildeöheim, 4. Mai. (Privatmitth.) Es ist erhebend, wahrzunehmen, wie im hiesigen Tempel beim Gesang eines volltönenden Chores mit Begleitung der Orgel Männer und Frauen ihre Andacht verrichten. Für mich, der ich ein Sohn dieser Stadt, und noch wohl der Zeiten gedenke , wo in der Schul Alles drunter nnd drüber , ging, und Der am andächtigsten zu sein glaubte, welcher am lautesten schreien konnte, war es ein hehrer Genuß, dieser.frommen Andacht beizuwohnen. Es gewährt mir eine wahre Freude, es öffentlich aussprechen zu können, welche herrliche Fortschritte die hiesige Gemeinde in religiöser Beziehung gemacht. — Möchte sich manche Gemeinde im deutschen Vaterlande dieselbe zum Vorbilde nehmen. Bambergs 15. Mai. I Nc Am 12. d. Abends 7 Uhr verschied in hohem Alter der ehrwürdige Stadt- und Districtsrabbiner Samson Wolf Rosenfeld, der Nestor der bayerischen Rabbinen. Mit ihm der-' loren >ie Israeliten Bayerns ihren ersten und würdigsten Vorkämpfer ihrer bürgerlichen Freiheit, welcher schon im Jahre 1819 durch g'ediegene Schriften und durch sein beredtes Wort an höchster Stelle das den Israeliten durch das Gesetz vom 13. Juni 1813 widerfahrene Unrecht der bürgerlichen Beschränkung bekämpfte und unablässig durch Wort und That an der Hebung der geistigen und bürgerlichen Zustände der Israeliten arbeitete. Seine Gemeinde verlor in ihm den würdigsten Seelsorger, der seit dem Jahre 1826, wo er sein Amt übernahm, im Frieden zu wirken strebte, und, unter allen Verhältnissen nur immer das geistige und sittliche Wohl seiner Gemeinde im. Mige hatte. Cr verband mit einem edlen Charakter und ausgezeichneter Lebensklugheit, gepaart mit großer Erfahrung, ein immenses Wissen, so daß er, der Autodidakt, selbst hochstudirte Männer durch die Schärfe seines Verstandes und durch sein ausgebreitetes Wissen in Erstaunen setzte. In seinen letzten Jahren verlor er sein Augenlicht, ertrug aber .dieses Uebel mit wahrhaft philosophischer Seelenruhe und dem gottergebensten Sinne, und es war für die ihn Besuchenden eben so rührend als überraschend, den blinden Greis in heiterster Ruhe wissenschaftliche Gegenstände, über welche er fortwährend sann, verhandeln zu hören. Vielfache traurige Erfahrungen seines Lebens konnten ihm diese Heitere Ruhe nicht rauben. Auf die Nachricht von seinem Ableben (er entschlief sanft und ruhig bei vollem Bewußtsein zu einem bessern Jenseits) eilte sein Schwiegersohn, der Gemeinderabbiner Herr Ilr. Klein aus Glogau, aus weiter Entfernung herbei, um der Beerdigung des würdigen Mannes beizuwohnen. Dieselbe fand am 15. d. Morgens 8 Uhr unter der zahlreichsten Begleitung der ganzen Gemeinde und einem großen Ehrengefolge aller Verehrer des Dahingeschiedenen statt. Von auswärts, außer Verwandten und Verehrern des Verewigten, kamen die Herren Rabbiner Dr. Werner aus Burgebrach, Traub aus Burgkundstadt und Dr. Fürst aus Bayreuth, um ihrem greisen Amtsbruder die letzte Ehre zu erweisen. Dr. Werner und Dr. Klein sprachen in ergreifendster Weise am Grabe. Das Andenken dieses gerechten und frommen Mannes wird uns zum Segen gereichen! Preußen. Aus der Mark, im Mai. (Privatmitth.) Vom 11. März bis zum 6. Mai c. — d. i. vom Tage der Auflösung des alten bis zum Tage der Wahl des neuen Abgeordnetenhauses —- hörte, wie bekannt, die feudale Partei, — welche in dieser Zeit sich als die allein „königstreue" gerirte, — nicht aus, ihre Bannbullen gegen die Constitutionellen, Liberalen rc. zu schleudern und diesen Männern alles nur Erdenkliche