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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1862-06-03 · Heft 23 (3.6.1862) · p. Seite 307

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
26 (1862)
Issue
Heft 23 (3.6.1862)
Date
1862-06-03
Page
Seite 307 (sequence 11)
Language
German
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307 Osterfeiertage ausgezeichnet. Höchst anerkennenswerth ist das freundliche Entgegenkommen Seitens der k. I General- Commandanten, die den jüdischen Soldaten nicht nur die Bewilligung zu diesem, sondern auch die Theilnahme am feiertäglichen Gottesdienste gestatteten. — Zu Ehren des Herrn Dr. Wessely aus Prag, der die Osterfeiertage in Wien verbrachte, wurde am 22. April im Hütel Ehrmann ein Bankett veranstaltet. Rußland. Odessa, im März. (Privatmitth.) Wir haben in diesen Blättern schon mehrere Male der von vr. Goldenblum Hierselbst gestifteten „Sabbathschule für israelitische Handwerks- und Handlungslehrlinge" gedacht. Vor Kurzem erschien der 3te Jahresbericht, welcher die blühende Fortdauer dieser wohlthätigen Anstalt nachweist. Wir heben aus ihm Folgendes hervor: „Die Unterrichtsgegenstände sind a) Religion: Bibel und Gebete im Urtext (mit deutscher Uebersetzung), biblische Geschichte und Religionslehre; b) Russisch: Leseübungen, Übersetzungen ins Deutsche, Grammatik und Dictiren; e) Deutsch: Lesen, Erklärung der Lesestücke, Sprachlehre und Dictiren; ch Rechnen und e) Schönschreiben. Einige begabte Schüler, die in der russischen und deutschen Sprache befriedigende Fortschritte gemacht, erhalten auch ausnahmsweise unentgeltlichen Unterricht in der französischen Sprache in einer besonders hierzu bestimmten Stunde. „Den Gesangunterricht einzuführen ist mir bisher noch nicht gelungen, ich hoffe aber, daß ich es dennoch einmal zu Stande bringen werde. „Der Unterricht wird unentgeltlich ertheilt; ebenso erhalten die Schüler Bücher und Schreibmaterialien unentgeltlich. „Zur Bestreitung der Kosten dieser Schule spendeten laut nachstehendem Rechnungsausweise auch in diesem Jahre mehrere achtbare Mitglieder der hiesigen jüdischen Gemeinde, deren Wohlthätigkeitsfinn sich bei jeder Gelegenheit kundgiebt, die Summe von 106 Rubel 50 Kop. Außer diesen Spenden schenkte auch der Bürgermeister der hiesigen Stadt, Herr Simon Jachnow, von den Summen der zur Erhaltung der Sonntagsschulen gesammelten Gelder 100 Rbl.; hierzu das Saldo vom 31. Decbr. 1860 mit 28 Rbl. 50 Kop., zusammen also 235 Rubel. „Die Ausgaben für Bücher, Schreibmaterialien und Beleuchtung betrugen 58 Rbl. 95 Kp., somit bleibt ein Saldo von 176 Rbl. 5 KP., von welchen ich jetzt einen großen Theil zur Anschaffung von Lehrbüchern, die während des dreijährigen Bestehens dieser Schule abgenutzt worden sind, auszugeben genöthigt bin. „An dieser Schule wirkten in diesem Jahre drei Lehrer: der Gründer und Leiter dieser Anstalt und die Herren Joseph Zederbaum, Commissionär der kaiserlichen landwirthschaftlichen Gesellschaft von Südrüßland, durch welchen für einen gediegenen Unterricht in der russischen Sprache gesorgt war und der seine Mitwirkung an dieser Schule auch für das Jahr 1862 freundlichst zugesagt hat, und Moses Gezelten, Schüler des hiesigen zweiten Gymnasiums. „Im abgelaufenen Jahre wurden 89 Schüler ausgenommen, eine große Anzahl der vom vorigen Jahre zurückgebliebenen nicht mitgerechnet." Marokko. Marokko. Am 13. October kündigte der Kanonendonner den Einzug des Sultans von Marokko in Rabat an. Er hatte seine Armee Revue pasfiren lassen und Hatte den versammelten Einwohnern Rabats erklärt, daß der Erste von ihnen, der einen Juden oder einen Christen beleidigte, den Kopf verlieren würde. Diese Sprache hört man am liebsten in diesem Lande; sie schien ihre Wirkung hervorgebracht zu haben, denn die Stimmung des Volkes ist viel besser als in der vergangenen Zeit. Vor drei Jahren fand ein kaiserlicher Besuch in Rabat statt, die Christen, weit davon entfernt, sich auf den öffentlichen Platz zu wagen, mußten sich in ihren Häusern verborgen halten. Dieses Mal konnte Jedermann frei im Gefolge Sr. Maj. Sidi-Mohammed gehen. Nordamerika. New-Dork, im April. Der Stadtrath von New- Dork hat 30,000 Dollars für die Errichtung eines israelitischen Waisenhauses in dieser Stadt votirt. — Der Uebertritt vom Christenthum zum Judenthum wird verhältnismäßig immer stärker; in den Vereinigten Staaten waren in der einen Stadt New-Jork allein 23 Fälle während des verflossenen Jahres; eine ähnliche Anzahl in Philadelphia, ohne die anderen Städte zu rechnen. (The Israelite.) 23**

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