Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 26 (1862)
- Issue
- Heft 22 (27.5.1862)
- Date
- 1862-05-27
- Page
- Seite 291 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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291 nunmehr sich eines gesicherten, redlichen Erwerbes erfreuen, und wegen ihrer Tüchtigkeit, ihres Fleißes und anständigen sittlichen Betragens die allgemeine Anerkennung ihrer Meister genießen. Für-diejenigen unter ihnen, welche besonders befriedigende Belege ihrer mehrjährigen Thätigkeit aüfzuweisen hatten, hat auch im vergangenen Jahre die Prämien-Vertheilung aus den Zinsen des von Herrn Sigmund Edlen von Wertheimstein sei. Andenkens zu diesem Zwecke gestifteten Fondes stattgefunden. „Auch die Zahl der in Wien ansässigen Meister, welche im letztverflossenen Jahre durch die Hermann Todesco'sche Stiftung unterstützt worden, hat sich um drei vermehrt, welche mit einem Gesammtvorschusse von Fl. 1450.— betheiligt worden sind. Höchst erfreulich ist die Wahrnehmung, daß von den neunzehn Meistern, welcher dieser segensreichen Stiftung großentheils die Möglichkeit der Etablirung verdanken, bereits neun ganz oder theilweise die ihnen bewilligten Vorschüsse zürückgezahlt (im Gesammtbetrage von Fl. 1485. -—s. Seite 13) und dadurch den besten Beweis ihres gedeihlichen Emporkommens geliefert Habens „Der erhöhte Stand der VereiUszöglinge nebst dem vermehrten Uebergange derselben aus dem Lehrlingsstande in den Gesellenstand, wobei ein jeder mit einem vollständigen neuen Anzuge (Freigewand) ausgestattet wird, 'verbunden mit den gesteigerten Preisen der Bekleidungsstoffe, bedingten nothwendig eine bedeutende Steigerung dermeisten Ausgabsrubriken: — Aufding- und Freisprech-Taren, Wäsche, Bekleidung u. f. w. — wie aus dem vorliegenden Rechnungsausweise (s. Seite 14) im Vergleiche mit dem des Vorjahres 1860 <Fl. 4357. 68. gegen Ft. 3592. 82.) ersichtlich ist. „Um den Wiederholungsunterricht in der Sonntagsschule nicht durch eine allzu große Häufung der Schüler in einer und derselben Abtheilung illusorisch werden zu lassen, um überdies auch machem in der erforderlichen Schulbildung nicht genügend vorbereiteten Knaben die Aufnahme zu ermöglichen/ hat der Vereinsvorstand sich gcnöthiget gesehen, zu den bereits bestehenden zwei Unterrichtsclaffen für unsere Zöglinge noch eine dritte hinzuzüfügen, in welcher ein dritter Lehrer den Unterricht leitet. Nebstdem besuchen circa 30 Zöglinge die Gewerbeschulen (wozu sie vom Vereine Mit den nöthigen Requisiten versorgt werden); diese haben sich in überwiegender Mehrzahl die volle Zufriedenheit ihrer Herren Lehrer erworben; zwei dieser Schüler wurden bei der im verflöffenen Jahre abgehaltenen Prüfung von der Schuldirection durch Medaillen ausgezeichnet. „Sind nun die angeführten Ergebnisse und Erfolge einerseits erfreulich und genügsam zufriedenstellend, so müssen wir anderseits mit Bedauern bemerken, daß die Zuflüsse des Vereines mit den erhöhten Ansprüchen an die Vereinskräfte im verflossenen Jahre keinesweges gleichen Schritt gehalten, sondern im Gegentheile sich derart verringert haben, daß sich am Schluffe des Jahres eine Mehrausgabe gegen die Einnahmen von Fl. 809. 93 Kr. öst. W. herausstellte, die wir dem Reservefond zu entnehmen genöthigt waren, welcher als Aushülfe für solche Eventualitäten zu dienen hat. Derselbe hat jedoch statutenmäßig auch noch anderen Zwecken zu entsprechen, und darf nicht ausschließlich zur Deckung des Ausfalles in Anspruch genommen werden. Wir müssen vielmehr einen solchen für die Folge zu vermeiden suchen, und wenden uns daher an den anerkannten Wohlthätigkeitssinn unserer Glaubensbrüder, mit dessen thatkrästigerHülfe allein es uns möglich wird, in gleicher Weise wie bisher, das fromme Werk aufrecht zu erhalten, um nicht in die traurige Nothwendigkeit versetzt zu werden, die Aufnahme von Zöglingen zu beschränken, und manchen armen hülflosen Knaben, der aus weiter Ferne hiehcr kommt, um den Schutz und Beistand des Vereines sich zu erbitten, zurückweisen und der Vernachlässigung und dem Nothstande Preis geben zu müssen." — Donausürstenthümer. Bottuschan, Ende April. (Privatmitth.) Ein schauererregendes Ereigniß fand hier am 20. d. M. a-pV statt. Es stürzte nämlich die Decke des jüdischen Schwitzbades auf die darin Badenden ein. Kaum wurde dies in der Stadt bekannt, so eilte Alles zu der Unglücksstätte hin, und es war herzzerreißend, das Wehklagen und den Jammerschrei so vieler Frauen und Mütter anzuhören, da man Anfangs nicht wußte, wie viel Menschen darin als Opfer erlegen seien. Erst nach Verlauf einer halben Stunde gelang es, nach vieler Mühe und Anstrengung das Gebälk und den Schutt wegzuräumen, und Man fand darunter, zur größten Bestürzung aller Anwesenden, 4 Todte, und mehrere theils schwer, theils leicht Verwundete. Es war noch ein Glück im Unglücke, wäre der Sturz einige Minuten früher oder später geschehen, so hätten bei Weitem eine größere 22**