Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 26 (1862)
- Issue
- Heft 22 (27.5.1862)
- Date
- 1862-05-27
- Page
- Seite 288 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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288' das sich an unserer: Schule einer größeren^Wege erfreut, als. an anderen ähnlichen . Lehranstalten: Die Kinder, .bekundeten eine große Fertigkeit im Uebersetzen des Pentateuchs, der ersten Propheten, hatten schon ein Ansehnliches in der Grammatik. gründlich - erlernt-und waren sogar in, den. Commentar Raschi hübsch eingeführt. :11m die Pflege dieser Sprachen haben sich besonders -die Herren vr. Mattersdorf- und Rahmer Verdienste. erworben. —. Der. Gesangunterricht, dieses an jüdischen Schulen so geringschätzig behandelte Fach, erwies sich beb der. Prüfung im blühendsten Fortschritte, und gebührt der Dank hierfür dem Gesanglehrer Herrn Lewindem Cantor unserer Gemeinde. Die bei der Prüfung ausgestellten weiblichen Handarbeiten machten den - liebenswürdigsten Eindruck und gewährten einen Einblick.in die redlichen Bemühungen der jungen Dame, die. den Unterricht in weiblicher Industrie leitet. —; ■ . Der Sonnabend des 5: April brachte noch die feierliche Entlassung -einiger Schüler aus der Gemeindeschule. Der Eindruck ltiefster Rührung, den dieser Act auf die ganze-zahlreiche Versammlung hervorbrachte, ist die beste Bürgschaft für den innern Werth desselben. Eröffnet wurde er durch Nr, 9 Ihres, Liederbuches. Die .Rede des Schuldirigenten, die sich hieran schloß, verbreitete sich über die Ausgabe der Schule als Erziehungsanstalt besonders nach der gemüthbildenden Seite hin. Auf diespRede folgte ein Lied, und. auf dieses eine Prüfung der Schüler in der Religion durch Lehrer Rahmer. Derselbe ermahnte dann die Scheidenden in . feierlicher An- ' sprühe, festzuhalten an dem Stabe der Religion. Die Abschiedsworte einer Schülerin verfehlten nicht, den tiefsten Eindruck zu machen. Den Schluß der Feier bildeten zwei Gesänge. Wenn ich mich über die hiesige Schule etwas ausführlich ausgelassen, so geschah es, weil ich in Uebereinstimmung mit den Grundsätzen, die Sie, geehrter Herr Redacteur, über die Bekämpfung des Chassidismus ausgesprochen, dieser Lehranstalt eine hohe Bedeutung beilege; sie besteht an einem Orte, von dem der Chassidismus nicht fern wohnt, wohin er sehr gern seine Fangarme strecken möchte. Sieht man jedoch, wie einig und fest die Lehrer ihr gemeinsames hohes Ziel verfolgen,, mit welcher Anerkennung Vorstand. und Gemeinde das Streben derselben belohnen — so wird sich wohl unbedenklich die Behauptung aufstellen lassen, daß es jener Schmarotzerpflanze aus dem Baume des Judenthums niemals gelingen wird, hier Platz zu greifen. : ■. Oesterr'eichischer Kaiserstaat. Aus dem Tokayergebirge, im Mai: (Privätmitth.) : : Jn einer Zeitwie die unsrige, wo-sich-ein chassidischer Rebbe desiGebirges - nicht entblödeb, -den Bannfluch - -gegen die Aschkenasim; zu schleudern) wo selbst noch' nicht -dagewesene; R e w e s der sa mm l n ngen in einem entfernt, gelegenen;-Dorfe Polens stattfanden, - mu^ die Abhaltung■' der:ersten üngar. iftäE Landes - Lehrerconferenz in Pesth für den. Mann'des Fortschrittes besonders, erfreulich fein^. Die Berathungen, an welchen. an 150 Lehrer > Rabbinen und.. Gemeindevorsteher Theil nahmenfanden^ am.27,. und 28. April in dem. geräumig großen, Sitzüngssaale des Pesther Cultustempels statt und wurden .,die vorgelegten Schulstatuten unter dem Vorsitze des Herrn Professors^ Großmaün in der Schütsection bef ,,Tzraelita mägyaegylet“, im ächt schUtinännlschen Geiste aW gearbeitet, mit den Ämendetnents ' der Herren Obertübbiner' Meisel und'' Hirschftld /' sowie' der 'Herren Eppstein/ ' Mezei, Mendel (Kecskemet)/ Weinberger und fei senmeyeb angenommen. Abgerechnet von der pädagogischenMbdeuMg' dieser/Cvnferenz'/ Mnftlöige als Verbrüderüngsfest zwischen deutschen übv magyarischen Lehrern angesehen - werden-, und waren ^es gerade wie magyarischem Lehrer, die laus Liebeln ihren deutschen Colleges ein' Fachsystem befürworteten. Aber auch die Pesther Gemeinde zeigte sich bei dieser Gelegenheit so recht als Hauptstadt des Landes, nachdem in der That die Intelligenz des Pesther Cultusvorstandes sich recht lebhaft an den Berathungen betheiligte. Und sich auf das Wärmste für-'die. , gute Sache interessieren. Herr Dr. Jos Rozsay, Präsident des Irr. magyar egylet, eröffnete die Sitzung und begrüßte alle Anwesenden herzlichst. Der Herr Präses ersuchte den Herrn .Oberrabb. t)r. Meisel um. Annahme;: des Ehrenpräsidiums, was von der Couferenz unter lauten Lljen entgegengenommen wurde. Als Bicepräsidenten fungirten die Herren H. Pollak, Vertreter der; Pesther Cultusgemeinde, und Mezei Mor, Secretär des Lgylet, sowie alsSchriftsührer die Herren Lehrer Bauer aus Pesth, Fischer aus Raab, Professor Großmann aus Pesch und Ehrentheil aus BonYhad. - . / - ' Das S ch u l st a t nt war Gegenständ der Berathüngen von zwei Sitzungen und wurde selbiges, nachdem sich die Herren Di> Meisel, Hirschfeld, Kern < Jakob), Dr. Schwab, vr. Lemberger, Mezei, Wahrmann rc: rechh