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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1862-05-27 · Heft 22 (27.5.1862) · p. Seite 287

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
26 (1862)
Issue
Heft 22 (27.5.1862)
Date
1862-05-27
Page
Seite 287 (sequence 7)
Language
German
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28T fassung entsprechend bezeichnete Zustand herbeigeführt sein wird, 'wird die Frage zur Entscheidung kommen können , in. welcher Weift fernerhinfür; die Wahrnehmung sder, der Gemeinschaft dann noch verbleibenden Aufgaben Sorge getragen werden soll, und muß sich bis dahin das; Vorsteher - Collegium die weiteren Entschließungen darüber Vorbehalten, auf; welchem Wege dasselbe alsdann, eine maßgebende Aeußerung aus der Mitte der Gemeinde selbst über diese Fragen herbeisühren wird/? - : / : : : Es ist Übrigens ganz eigenthümlich, daß gerade Anhänger des reinsten Demokratismus, also der Unfehlbarkeit der' Majoritäten', hier als eine winzige Minorität der nahezu ganzen Gemeinde sich über Hals und Kopf aufzwingen, wollen.; ‘ - Nach dem Bericht französischer Journale ist ein merkwürdiges Puch yon. dem berühmten Emst Abd-el-Kader erschienen, welches den Titel führt: Abd - e l - Kader u n d d e r K at h o l i c is m u s. Er bemüht sich, immer, jenem Bericht zufolge, nachzuweisen, daß das Judenthum zu. materiell, der Katholicismus (bei ihm wohl identisch mit dem Christenthum überhaupt) zu spirituell sei, und daß nur der wohlverstandene Islam diesen beiden Richtungen ihr Recht zukommcn lasse. So hält Jeder am Ende seinen Weg für den besten. Und was wird nun gar der wohlverstandene Buddhismus sagen? Preußen. . Bielefeld, im Mai. (Privatmitth.) Den Mitgliedern des „israelitischen Lehrervereins für Westphalen und Rheinprovinz", sowie den Lehrern und ihren Freunden überhaupt haben wir dis frohe Nachricht mitzutheilen, daß die Statute m.der Unterstützungskasse des Vereins endlich unterm 15. v. M. von den Herren Ministern : der geistlichen,: Unterrrichts- und Medicinalangelegenheiten und des. Innern genehmigt worden sind. Daß unsere eigentliche Thätigkeit nun erst recht zu beginnen habe, leuchtet gewiß Jedem ein. Mit Mühe und Ausdauer ist der Grund gelegt. Soll auf demselben das Gebäude errichtet werden, welches seit Jahren das Ziel unserer Wünsche war, so ist es nunmehr an der Zeit, rasch und kräftig Hand ans Werki zu legen. Ein re ch t zahlreicher Besuch der Conferenz in Essen am 9ten und l Oten ck. M. kann daher wohl mit Sicherheit erwartet werden/ , Mhslowitz, A April. ' (Pdivatmitth.)' WenU^ Die^ jenigen, welche dem gegenwärtigen Judenthume alle Fähigkeit, Großes und Fruchtbares zu leisten, absprechen, den Aufschwung, den' das jüdische 'Schulwesen in üns seren Tagen genommen, betrachteten und richtig beürtheilen könnten, würden sie sicherlich anderer Meinung werden. Es versteht sich von selbst, daß man den Maßstab der Beurtheilung weder von ganz kleinen, noch von ganz großen Gemeinden entlehnen darf, weil'diese nicht minder als jene der Entwickelung eines ordentlichen Schulwesens gewöhnlich ungünstig finb* Wer nun eine jüdische Schule in einer Mittelgemeinde betrachtet und außerdem einen Einblick hat in die Kämpfe und-Schwierigkeiten^ unter denen eine jüdische Schule sich entwickelt; wer ha weiß, welche Vortheile auch die geringste vom Staate'gs schaffene und erhaltene Lehranstalt vor jenem Aschenbrödel des Unterrichtswesens, der jüdischen Schule, voraus hat: der wird nicht umhin können, den jüdischen Lehrern seine aufrichtigste Anerkennung zu zollen. Es ist bereits mehrfach von unserer hiesigen Schule in diesen geschätzten Blättern die Rede gewesen; gestatten Sie mir, geehrter Herr Redacteur, heute über den Ausfall der diesjährigen öffentlichen Prüfung zu bericht ten. Die Schule besteht jetzt zwei Jahre, und war also die diesjährige Prüfung erst die zweite. Von den an der Schule angestellten Lehrern wirkt nur der Dirigent, vr. Mattersdorf, seit Eröffnung derselben; der Lehrer der 2ten Classe, Rahmer, ist erst seit einem halben Ja^e, der der 3ten, Königsberger, seit J1/2 Jahren thätig. Das Examen in den Elementarfächern, für welche allein die Schule der Regierung verantwortlich ist, fand am 18. und 19. März vor dem Kreis-Schulen-Jnspector, Herrn Pfarrer Stabil, vor den Deputaten der städtischen und Gemeindebehörden und vor einem überaus zahlreichen Publikum statt. Alle Claffen zeigten sich auf einem Standpunkte der Ausbildung, welcher den Herrn Schulen-Jnspector nicht nur zur Abfassung eines höchst günstigen Protokolls veranlaßt, sondern den Lehrern auch die schmeichelhaftesten Lobsprüche desselben einbrachte. Gleich befriedigt zeigten sich die städtischen, die Gemeindebehörden und die große Zahl der Anwesenden.— Am 2. April wurde die Prüfung im Lateinischen^ Französischen und Hebräischen durch die vom Magistrate und Vorstande abgeordneten Sachverständigen abgenommen. Die Kinder zeigten sich in den beiden' erstgenannten Sprachen bedeutend fortgeschritten und vorzüglich eingeübt. Ebenso verhielt es sich mit dem Hebräischen^ 4

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