Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 26 (1862)
- Issue
- Heft 22 (27.5.1862)
- Date
- 1862-05-27
- Page
- Seite 284 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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S84 Fachmännern bekannten Arbeit auszulassen und die noch de Roffi in seinem historischen Wörterbüche als „eine in der That sehr ausführliche und vollständige hebräische Grammatik" bezeichnet. Wir wollen nur bemerken, daß der Herausgeber dieses Werk, außer den bereits in früherer Auflage vorhandenen, auch seinerseits mit zahlreichen werthvollen Noten bereicherte, die theils (wie die dem Texte einverleibten) zum gründlichern Verständniß und bessern Würdigung-des Inhaltes, theils (wie die am Schlüsse des Werkes unter dem Titel ynn« ö’nüaip als Anhang beigedruckten) zur Anregung für Forscher auf diesem Felde sehr geeignet sind. — Auffallend war uns gleich am Titelblatte die Punktation des Titelwortes Machlul statt der üblichen Michlol, und am Schlüsse des Buches (-1) ,,t?y Iris, die weibliche Form des Imperativ, da doch utf Masculinum ist. — Der Preis des XU und 403 Seiten starken, recht correct und rein gedruckten Werkes ist 1 Silberrubel. Zeitungsnachrichten. Deutschland. Aus dem Hannöverschen, 23. April. (Privatmitth.) Es ist erfreulich, wahrzunehmen, wie überall in unserem Königreiche von Seiten der jüdischen Gemeinden Anstrengungen gemacht werden, dem Bedürfnisse nach religiöser Erbauung zu genügen, und wo bisher noch keine Synagogen vorhanden waren, solche zu erbauen, oder wo wegen Zunahme der Gemeindemitglieder die bereits vorhandenen nicht mehr ausreichen, neue an ihrer Stelle zu schaffen. So ist man in der Residenz, wo die jüdische Gemeinde sich in den letzten Decennien gar sehr vermehrt hat und die Synagoge längst nicht mehr sämmtliche Mitglieder faßt, bereits zur Erwerbung eines geeigneten Platzes zur Errichtung einer neuen Synagoge in Verhandlungen getreten und sind letztere auch'schon so weit gediehen, daß der Gemeinde von'Seiten des königl. Ministeriums unter sehr günstigen Bedingungen ein sehr passend gelegener Platz abgetreten worden ist und die Bestätigung von Seiten des Königs wahrscheinlich schon in kurzer Zeit zu erwarten steht. Sobald diese erfolgt sein wird, soll der Bau in Angriff genommen werden. In dem Dorfe Sudheim bei Göttingen, woselbst die Synagoge vor mehreren Jahren ein Raub der Flammen geworden war, fand im vorigen Monate die Einweihung einer Synagoge statt, welche die nur 6—8'Färnilien zählende dortige Mische Gemeinde, obwohl von verschiedenen Seiten unterstützt, doch mit bedeutenden Opfern erbauen ließ: Der Landrabbiner zu Hildesheim vollzog die Feier, zu der sich theilnehmende Glaubensgenossen aus der Nähe und der Ferne eingefunden hatten und die durch Gesangsleistungen der israelitischen Liedertafel „Hadassa" zu Adelebsen noch besonders verherrlicht wurde. Bei den: die Feier beschließenden Festessen, an welchem etwa 150 Personen Theil nahmen, gedachte der Landrabbiner auch der Unterstützung, welche die königl. Regierung dem Baue der Synagoge zugewendet'hatte und brachte ein Hoch auf Se. Maj. den König aus. In Hameln fand am 18. d. M. eine Versammlung der jüdischen Gemeinde statt, in welcher ebenfalls der Bau einer Synagoge beschlossen wurde. Obgleichm Anbetracht der mangelhaften Räumlichkeit, welche bisher zu dem Gottesdienste daselbst benutzt wurde, schon längst ein dringendes Bedürfniß für den Neubau einer Synagoge vorlag, so würde ein solcher dennoch bei der verhältnißmäßig kleinen Mitgliederzahl der dortigen jüdischen Gemeinde noch lange ein frommer Wunsch geblieben sein) wenn nicht der dortige Banquier Herz Behrendt durch die Schenkung eines sehr schön gelegenen Bauplatzes Und einer namhaften Summe neue Anregung gegeben hätte. Hoffentlich wird sein Beispiel die übrigen Mitglieder der Gemeinde veranlassen, ebenfalls reiche Beiträge zu spenden. Neustadt, 9. Mai. (Privatmitth.) Die „Versammlung pfälzischer Israeliten", welche gestern hier stattfand, war aus allen Thcilen der Pfalz zahlreich besucht. Als wichtigstes Ergebniß derselben dürfte zu bezeichnen sein, daß man einstimmig erklärte: „Die Versammlung wünsche, daß von' nun an kein Jude einem andern den Eid mors juckaieo zuschiebe und daß kein Jude einen solchen Eid leiste, ohne das Urtheil des Gerichts über die Zulässigkeit desselben hervorgerufen zu haben." (Fr. P.-W Karlsruhe, 10. Mai. (Fr. I.) In der ersten Kammer hat Geheimrath Fromherz den Bericht über das Niederlassungsgesetz erstattet. In der Einleitung bedauert derselbe, daß seit 46 Jahren die oftmals und feierlich zugesagte Regelung der allgemeinen deutschen Niederlassungs-Verhältnisse keinen Schritt ihrer Erfüllung näher gerückt ist. Der Einzelregicrung