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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1862-05-27 · Heft 22 (27.5.1862) · p. Seite 283

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
26 (1862)
Issue
Heft 22 (27.5.1862)
Date
1862-05-27
Page
Seite 283 (sequence 3)
Language
German
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genau blies aus vollen Segeln und streutealle möglichen Verleumdungen -über Juden - und Judenthum unter dem Volke aus, * und ihr Redacteur, der Jesuitensöldling Schleuninger, ordnete Volksversammlungen an, warf Schmähschriften unter.das Volk und schmiedete Bittschriften, an den .Großen Rath. Die Wortführer des Judenhasses liefen landaus und landab, um zu werben und Unterschriften zu sammeln. Umsonst! Es war auch nicht ein-intelligenter Mann, der sich ihnen anschloß. Alle Wühlereien fruchteten nichts. Nachdem der Berichterstatter der Commission, Herr Strähl aus Zofingen, den sehr trefflich motivirten Bericht verlesen, wurde vom Herrn Gemeindeamman Steigmeyer von Endingen der Antrag auf Verschiebung des Gegenstandes bis zur Behandlung der Verfassungsrevision gestellt. Die Herren Nationalrath Feev, Herzog, Bürli, Räthe Keller und Welti, Haberstich, Biedermann und Baldinger bekämpften diese Vorfrage in formeller und materieller Beziehung und wiesen darauf hin, wie ,die Gegner der Judenemancipation darauf ausgehen, den confessionellen Frieden zu untergraben und den gesetzlichen Boden zu durchwühlen, wie daß ein Verschieben des Gegenstandes der Agitation Raum und Nahrung gebe. Auf der andern Seite sei es aber Pflicht eines jeden Aargauers. und treuen Eidgenossen, den Bundesgesetzen Folge zu geben und gemäß denselben seien die Juden im Aargau bürgerlich und politisch gleichzustellen. Da von der Agitation gedroht wurde, man werde auf Abberufung des Großen Rathes hinwirken, falls derselbe die Juden emancipire, so bemerkten mehrere Redner, sie würden es sich zur Ehre anrechnen, falls sie um eines solchen Beschlusses willen abberufen würden. Während der dreistündigen Discussion wurde der Große Rath sowie die Zuhörer der stark besetzten Gallerie in hoher Stimmung gehalten. Auf den Gesichtern der Bürger der Stadt malte sich Freude, wie sie den Beschluß vernommen und den anwesenden Israeliten wurde von Seiten der Aarauer herzlich gratulirt. Das System des Fortschrittes hat sich mit dem Emancipationsgesetze neu consolidirt. — In unfern Cultusangelegenheiten geht Alles, seitdem Herr vr. Kayserling bei uns wirkt, einen bessern Gang. Besonders können wir es ein Glück nennen, daß die Par? teien wie verschwunden sind. Beide Gemeinden, Endingen und Lengnau, stehen wie Ein Mann zu ihrem gegenwärtigen Rabbiner, an dessen Predigten starkes Interesse genommen: wird. Jüngsten Samstag predigte Herr pr. Kayserling in Baden, wo jetzt 15, israelitische Familien wohnen und die Gemeinde immerfort im Wachsen ist, und inspicirte die dortige Religionsschule. Dreifus, Lehrer. Literarischer Wochenbericht. Magdeburg, 29. April. Angekommen: „Scholien zum babylonischen Talmud, verfaßt und mit Unterstützung des verehrlichen Instituts zur Förderung israelitischer Literatur herausgegeben von I. Wiesner, Kreisrabbiner zu Nachod. 2. Heft. Sabbath. Prag, 1862." .Der Preis dieses zweiten Heftes ist 1 Thlr., für die Mitglieder des Instituts jedoch nur 20 Ngr. Auch das erste Heft dieser Scholien wird den Abonnenten des Instituts zu ermäßigtem Preise verkauft; der Ladenpreis ist nämlich 20 Ngr., für die Theilnehmer des Instituts nur 19 Ngr. Beide Hefte sind zu dem angegebenen Preise vom Commissionär des Instituts, Oskar Leiner in Leipzig, zu beziehen. — ,,Prolusione del Prof. Fauslo Lasinio al suo corso straordinario di conferenze sopra il lesto ebraico del libro de Esaia. Firenze 1862." Aus Galizien, im April. Wir glauben einem großen Theile der geehrten Leser dieses geschätzten Blattes einen wesentlichen Dienst, zu leisten, wenn wir seine Aufmerksamkeit auf ein Werk lenken, das zwar dem Mittelalter angehört, nichts desto weniger aber nicht aufgehört hat und nicht aufhören wird, eine unentbehrliche Quelle des Fachstudiums für alle Freunde der hebräisch-grammatikalischen Forschung zu bleiben. Wir meinen das jüngst in der Petzall'schen Ossicin in Lyck von Neuem erschienene 17i2)bn *>12)1N 22N m-i *72772) bib273 *722 221777 jpoimü 2^1733 2s -'niap m S 12)722 23> V't *77N2 7737273 n ^32l!)sr '*7 b773N 02*7312) 7732 327*7 W 2*>23>!7 1N277 2^n '22 7712)73 '“773 o"3pn nsm JST77^D2 Der Herausgeber dieses trotz der mehrfachen Auflagen bereits selten gewordenen Werkes, Hr. Jsak Rittenberg, der, wie aus. den auf den ersten Seitendes Buches abgedruckten Briefen von S. D. Luzatto und S. Pinsker hrrvorgeht und wie uns von sehr achtbarer Seite versichert wird, keine Mühe und Opfer scheute, um diese neue Ausgabe so correct als möglich erscheinen zu lassen, verdient den Dank all Derjenigen, die sich schon lange nach dem Besitze desselben sehnen, es aber der Seltenheit wegen nicht erlangen konnten. Es kommt uns nicht zu, uns hier über den Werth, einer seit Jahrhunderten allen 22*

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