Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 26 (1862)
- Issue
- Heft 19 (6.5.1862)
- Date
- 1862-05-06
- Page
- Seite 246 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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Holzschuhe gestohlen hahep, so lasse ich Dich. auf vier Wachen einsperren!" , . Es ist nicht nöthig, uns, Juden von Außen einen Dämpfer für unseren magyarischen Enthusiasmus auf-j zusetzen; die Herren Magyaren Lhun alles Mögliche,; urn uns fühlen zu lassen, daß wir uns mit unserer! Sympathie für den Magyarismus nur lächerlich machen. Der liberale Jokai Moricz, Redacteur der „Magyar Sajto", greift Ew. Hochwürden an, weil Ihr Blatt uns vor Ueberstürzungen warnt;.. die beste Antwort,, die Sie diesem mit einigen Wenigen zu den edlen Ausnahmen gehörigen wahrhaft Liberalen geben können, ist : die Veröffentlichung dieser schönen magyarischen Justiz-; pflege; und daß dies Verfahren der sogenannten Intelligenz gegen die Juden. seit October 1860 in Ungarn nicht vereinzelt ist, dürfen Sie mir glauben; allein es kommen, nicht . alle Bedrückungen, in die öffentlichen Blätter, um keine Mißdeutung hervorzurufen und hauptsächlich darum, weil das Volk bieder ist Md die Gemeinheiten einer solchen entarteten Intelligenz nicht theilt. , Raab, 23. März. (Privatmitth.) Herr Rabener, Lehrer des hebräischen Faches an der israel. Hauptschule zu Czernowitz (Bukowina) und Translator beim dortigen Landesgerichte, hat sich der Mühe unterzogen, eine Auswahl von Schillers Gedichten ins Hebräische zu übertragen und sie in schöner Ausstattung der Oeffentlichkeit zu übergeben. Es bleibt immerhin eine eigenthümliche und merkwürdige Erscheinung, daß von dem Dreigestirn (Schiller, Goethe, Lessing), welches vor einem Jahrhundert an dem Horizonte der deutschen Li-, teratur aufging und weithin so viel Licht, Aufklärung und Bildung verbreitete, keines so viel Anklang und Eingang in den jüdischen Häusern Deutschlands und Oesterreichs fand als Schiller. In den a-’cöKw, in den ü-'nVN und in neuerer. Zeit in den ->2212 pNL'' finden sich eine , Masse Gedichte Schillers ins Hebräische übersetzt, aber sehr wenige von Lessing und noch weniger von Goethe. Und doch hätte Lessing, der mit seinem unvergleichlichen und unübertrefflichen Nathan zuerst die Fahne der wahren Gewissensfreiheit auf den Trümmern des zur Inquisition inclinirten Mittelalters. aufpflanzte, es verdient, daß man in jüdischen Kreisen seinen dramatischen Werken mehr Aufmerksamkeit zuwende. Es ist daher nichts als billig, wenn Sie in Ihrem Blatte die Idee anregten, daß unsere Glaubensbrüder in Deutschland durch namhafte Beiträge sich betheiligen am dem Zustandekommen, des in Merlin, zu errichtenden Denkmal Lessings. Ja, ich glaube, die Israeliten. Oesterreichs würden nur eines Actes .der Dankbarkeit,sich entledigen, wenn sie ebenfalls ihr Scherflein zu. diesem Monumente, beitrügen, da sie jetzt unter der weisen und humanen Regierung des Kaisers thatsächlich und in reichlichem Maße die Früchte jenes Samens genießen, welchen Lessing seiner Zeit so kräftig ausstreute. Amerika. New-Iork, 26. März. (New-Iork-Herald.) Gestern Nachmittag, fand das Leichenbegängniß des Flottencapitäns U riah P. Levy, eines unserer ausgezeichnetsten und tapfersten Officiere, statt. Der Zug versammelte sich in der. Sterbewohnung St. Marks Place No. 107. Der Körper des über 70 Jahre alten Greises wurde in einen einfachen Sarg von Rosenholz gelegt, der in dem Wohnzimmer des Hauses aufgestellt war.; Da der Verstorbene ein Jude war, unterblieb jede Ausschmückung des Sarges und des Körpers. Auf den Deckel des Sarges wurde Schwert, Hut und Rock des Verstorbenen gelegt, während zu Kopf sowie zu den Füßen ein Lichtbrannte. Das ganze Zimmer wie alle Vorzimmer waren mit leidtragenden Freunden, und Officieren gefüllt. Das Porträt des Verstorbenen, hing in Lebensgröße an wer Wand. Alle Umstehenden,. die den Verblichenen gekannt hatten, betrachteten dieses treffliche Porträt mit Trauer, indem sie bedachten, welch ein ausgezeichnetes Mitglied, der Gesellschaft und welch ein Patriot dem Vaterlande durch den Arm des Todes geraubt worden. Die hohe Stirn, das offene Gesicht und das glühende Auge bezeugten den Helden und tapfern Officier. : , Trotzdem der;Commodore Levy nicht auf dem Schlachtfelde fiel, umgeben von seinen kämpfenden Landsleuten, unter - der Flagge, die von dem Mastbaume des Schiffes flatterte, welches er commandirte, empfing er alle Ehrenbezeugungen, die man ihm als tapfern Seeofficier schuldete. Niemand, der ihn. kannte, bezweifelte je die Ehr^ lichkeit seines, Charakters, und seiner Beweggründe. Commodore Levy war Mitglied des jüdischen Synagogen-Vereins von. West-Nineteenth-Street (Rabbi. Mr. Lyons). Natürlicher Weise waren die Begräbnißceremonien nach, jüdischem Ritus und. von sehr ergreifendem Charakter.; Mr., Lyons leitete die Ceremonien. Als um 2 Uhr alle Theilnehmer der Procession in