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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1862-05-06 · Heft 19 (6.5.1862) · p. Seite 247

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
26 (1862)
Issue
Heft 19 (6.5.1862)
Date
1862-05-06
Page
Seite 247 (sequence 11)
Language
German
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Bereitschaft waren,: ging der Rabbi an bas Kopfende des Sarges und las hebräische Gebete für die Seele des Verstorbenen. Nach Beendigung dieses Gebetes wurde der Sarg von Seeleuten auf die Bahre getragen. Während der Körper aus dem Hause getragen wurde-; spielte die Musikbande einen Todtenmarsch aus Saul. Die Musik, welche einen höchst melancholischen Charafter hat, machte einen tiefen Eindruck im Verein mit dem herzzerreißenden Geschrei eipiger weiblichen Angehörigen, welche auf diese Weise von den Ueberresten des Mannes Abschied nahmen, den sie auf Erden so zärtlich geliebt hatten. Eine große Volksmenge war vor dem Hause versammelt, welche mit , großem Interesse diese feierliche Scene ansah. Da Alles in Bereitschaft war, bewegte sich der Zug nach der Eigth-Street in folgender Ordnung. Compagnie Constabler. Bataillon ' Seesoldaten, vier Compagnien. Musikbande des U. S. Kriegsschiffes „North-Carolina", 20 Mann stark. Marschälle mit hC Marschälle mit Trauerstäben. , 2. Trauerstäben. vr. Fort, U. S. N. & ' Dp. Mann, U. S.N. Lieuk Lima, , r-r . Capit. Garland, A. S.N.;;■ U. S.M. G. Capit. Meade,;; *-t. v : Capit. Thomson, U. S. N. r» . U. S. N. Ehrenwache von 60 Matrosen unter Befehl des Lieutenants Pearce, U. S. N. - . , Seeofficiere. Leidtragende in Kutschen. Der Zug bewegte sich von Eigth - Street nach dem Broadway, vom Broadway nach Grandstreet und dann nach der Grandstreet-Fähre, wo der ganze Zug mit der Fähre nach Williamsbürg befördert wurde. Dann ging es weiter nach dem Eypreß-Hill-Begräbnißplatz, wo der Sarg beigesetzt wurde. :V:;?Ms: Diejenigen, die moch Äeiü -jüdisches Begräbniß mit angesehen, machte diese Ceremonie einen ergreifenden Eindruck. Nachdem der Sarg in die Gruft herabgelassen war, warfen drei Freunde des Verblichenen mit Spaten Erde auf den Sarg. Für Jemanden, der auf den Verstorbenen stets mit Liebe und Stolz geblickt hat, muß diese Ceremonie mit großem Schmerz verknüpft sein. *) Portugal. Lissabon, 13. December. Der frühzeitige Tod unseres jungen Königs wird mit Recht von unseren jüdischen Glaubensgenossen in Portugal aufs Tiefste betrauert. Wir konnten die Erfüllung aller unserer Wünsche von ihm erwarten. Er hatte als noch ganz junger Fürst die große portugiesische Synagoge in Amsterdam besucht unv sich dort sehr günstig über die neue Begründung eines jüdischen Religionswesens in Portugal mit der Zusage geäußert, alles Mögliche zu Gunsten dieser Begründung zu thun. Am Begräbnißtage zogen wir es vor, als besondere Corporation öffentlich zu erscheinen und begleiteten als solche die sterbliche Hülle des vielgeliebten Königs zur Gruft, wie wir auch während der Krankheit, als in allen Kirchen für die Genesung Sr. Majestät gebetet wurde, ebenso in unserer Synagoge gebetet haben. Es wurde dies von allen Classen der Gesellschaft und von allen Organen der portugiesischen Presse aufs Günstigste gewürdigt. Der Bau unserer neuen Synagoge wird bald beginnen und hoffen wir die bereitwilligste Unterstützung unserer Brüder im Auslande zu finden, um ein für unsere Wiederbegründung in Portugal nach dreihundertjähriger Verbannung so wichtiges Unternehmen glücklich zu Ende zu führen. (Oniv. Isr.) Rußland. Warschau, 17. April. Der gestrige „Dziennik" bringt eine Verordnung des Kaisers hinsichtlich der Organisation des neuen CultusMinisteriums, zufolge deren unter Anderm die Juden ein zum Ressort des Cultusministeriums gehörendes Consistorium bekommen, welches die geistlichen und Unterrichtsinteressen der mosaischen Glaubensgenossen im Königreiche leiten soll. Dies scheint auf nahe Gleichstellung der Juden hinzudeuten, in Betreff deren auch jetzt wieder mannigfache Gerüchte auftauchen. *) Eine Biographie deS Eommodore Levy bringt das „Jüdische Volksblatt". 19**

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