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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1862-05-06 · Heft 19 (6.5.1862) · p. Seite 241

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
26 (1862)
Issue
Heft 19 (6.5.1862)
Date
1862-05-06
Page
Seite 241 (sequence 5)
Language
German
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241 macht, und die Kategorie der „israelitischen angesessenen Fremdem" gänzlich abschafft. „Ueber die Mnftige Verfassung unserer Gemeinde, über die Stellung unseres Armenwesens und alles Dessen, was damit zusammenhängt (z. B. unserer Fremden- Controlle), hat zu unserm großen Bedauern eine Jnbetrachtnahme von Seiten der kompetenten Staatsbehörden noch nicht Statt haben können, und so hat der Gemeindevorstand fortfahren müssen, gemäß dem Gesetz von 1849 in unveränderter Weise zu administriren, gestützt auf die in den einzelnen Zweig-Collegien vertheilte Mitwirkung vieler einsichtsvoller Gemeindemitglieder, in mehreren wichtigen Fällen aber auch gestärkt durch ausdrückliche Aufforderung zahlreicher Privaten, die dann ihre Anträge mit ansehnlichen Spenden begleiteten. Zu diesen Fällen zählen wir die Anstellung eines neuen Oberrabbiners (1851), den Einkauf hiesiger Handwerker in die Zünfte (1855), den Bäu einer' neuen Synagoge (1856—1859) und den eines neuen Quellbades (1860). „Ein größerer Haushalt hat größere Bedürfnisse. Dieser Erfahrung hat sich auch unsere Gemeinde nicht entziehen können. Unsere G esa m ml - Au sg abe ist indessen weder im Verhältniß der vermehrten Population (die wir jetzt, nach möglichst zutreffender Berechnung, auf etwa 12,500 Seelen annehmen können), noch überhaupt in konstanter Folge gestiegen. Die von 1859 steht sogar noch etwas unter der von 1848, und wiederum ist die von 1853 der von 1860 fast gleich. Die stärkste Gesammt-Ausgäbe fand 1855 und die schwächste 1850 statt. Im Ganzen kann man, wenn keine Theuerungszeiten oder besondere Baukosten eintreten, den Ausgaben- Beträg eines Jahres zugleich als den Voranschlag für das nachfolgende betrachten. „Nur ein Zweig kostet von Jahr zu Jahr mehr; dies aber zu großer und gewiß allgemeiner Beftiedigung, nämlich unser Un terri ch t s we sen, dessen Kosten in diesem Zeitraum von Crt. Mk. 9911 auf fast Crt. Mk. 15,000 gestiegen sind. Selten ist wohl Geld, auch in materieller Beziehung, besser verwendet worden, denn wenn in unserer Mitte der Wohlstand vermehrt, die Armuth vermindert ist, so verdanken wir dies vor Allem unfern vier öffentlichen Schulen, in welchen Ende des Jahres 1860 764 Kinder beiderlei Geschlechts größtentheils ganz unentgeltlich unterrichtet wurden. Es muß hier erwähnt werden, daß von diesen Schulen nur eine, die Mädchenschule, gänzlich von der Gemeinde erhalten wird, während die übrigen nur bestimmte Subventionen erhalten. „Die Ausgabe für unser Armen w esen, welche durch das Armen-Collegium und seine verschiedene Abtheilungen mit zweckmäßiger Oekonomie in der Weise geleitet wird, daß der Gemeindevorstand gewissermaßen nur die Controlle zu führen hat, ist in den letzten Jahren etwas unter dem Durchschnitt geblieben, und dabei haben wir die Freude, daß die Zahl der eingezeichneten Armen — meist Wittwen und hochbetagte Greise — in dieser Periode von 300 auf 261 heruntergegangen ist. Das Kr a nken h aus erscheint gegenwärtig vielleicht nach dem Maßstabe seiner Leistungen, nicht aber, nach dem seiner Leistungsfähigkeit allzu kostspielig. Obgleich häufig von Kostgängern — auch nichtjüdischen ■— benutzt, würde eine noch lebhaftere Benutzung um so mehr zu wünschen sein, als die Instandhaltung und fortschreitende Vervollkommnung immerhin dieselbe bliebe. Uebrigens steigt und fällt der Gemeindezuschuß zu dieser Anstalt, sowie der zur Brot- und Suppen- und der zur Mazzoth- Vertheilung mit den Preisen der Lebensmittel. „Die früher beträchtliche Ausgabe für Beerdigungen ist seit 1857 vermöge einer veränderten Betriebsweise die Quelle eines kleinen, übrigens gar nicht beabsichtigten Überschusses geworden. „Die zur Armenanstalt, gehörige Waisen pflege umfaßt nur solche Kinder, die wegen nicht erreichten Aufnahme-Alters oder aus sonstigen Gründen in den Privatanstalten (Waisen-Jnstitut und Paulinenstift) nicht untergebracht werden konnten; doch wird voraussichtlich durch die wachsende Wirksamkeit der genannten Anstalten diese Ausgaben-Rubrik bei uns fortwährend abnehmen. „Die Verpflegung und Beförderung der durchreisenden Armen und Auswanderer, durch unsere Fremden-Commission besonders umsichtig beschafft, erfordert seit vielen Jahren die sich fast gleichbleibende Summe von durchschnittlich Crt. Mk.. 2600. „Die ungedeckte Schuldenlast der Gemeinde hat sich selbstverständlich weder in diesem Zeiträume, noch überhaupt seit 1817 (der Errichtung unserer Depositen- Kasse milder Stiftungen) vermehren können. Sie beträgt an ewigen Renten für bei der Gemeinde belegteStiftungs-Eapitalien circa Crt. Mk. 15,000 jährlich,.wozu noch Crt. Mk. 14,000 ähnlicher Renten kommen, die durch active Zins-Einnahmen hinlänglich gedeckt siud. Außerdem bestehen noch etwa Crt. Mk. 20,000 anderer

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