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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1862-05-06 · Heft 19 (6.5.1862) · p. Seite 240

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
26 (1862)
Issue
Heft 19 (6.5.1862)
Date
1862-05-06
Page
Seite 240 (sequence 4)
Language
German
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240 der Saulischen Verfolgung versetzen, von Prof. Stähelin (die Bemerkungen scheinen uns von keiner großen Wichtigkeit, noch weniger vom einer entscheidenden Tragweite in der so vielfach ventilirten Frage über die Psalmenüberschriften.. Der Verf. geht von Bemerkungen aus über die Anwendung von einzelnen Wörtern, welche darum, weil diese ebenso leicht rein zufällig sein konnte, kein stichhaltiges Kriterium abgeben). — Die Stifshütte in Bild und Wort gezeichnet vonWilh. Neu mann, Gotha 1861. — La donna di virlü dell’ ullimo de proverbi, discorso del prof. Lelio della Torre; Padova 1862 (eine sehr beredte und gemüthvolle Erklärung des letzten Capitels der Sprüche Salomonis nebst dessen Uebersetzung, seiner Tochter zur Vermählung gewidmet). — Ein Denkmal, Rede von Dr. Ü. Frankfurter, Teschen 1862. Zeitungsnachrichten. Deutschland. Hannover, Anfangs April. (Privatmitth.) Der allgemein bekannte jüd. Reisende I. I. Benjamin II. ist dieser Tage von seiner dreijährigen Reise in dem Innern Amerikas wohlbehalten und noch immer reiselustig hier angelangt. Sein Reiseziel soll zunächst Arabien sein, doch will er vorher sein Werk über Amerika veröffentlichen, um durch dasselbe sich die Mittel zu seinem neuen Ausflug zu verschaffen. Das Werk ist von amerikanischen Gelehrten, die Einsicht davon genommen, in amerikanischen Blättern sehr gerühmt und theilen wir den Inhalt desselben nächstens mit.. Hannover, im April. (Privatmitth.) Der Verein zur Hebung des Studiums jüd. Wissenschaft in unserer Gemeinde ist, zwar ohne Namen, insoweit zu Stande gekommen, als im Laufe dieser Wochen regelmäßig zwei Vorträge gehalten wurden. Die Herren DDr. Meyer, Frensdorfs, Wiener, Kayserling sprachen abwechselnd, der Erste über Hilchoth Jesode Thorah von Rambam, Dr. Frensdorfs trug Mischnajoth vor, Dr. Wiener Midrasch und Dr. Kayserling Psalmen. Der Zahl der Zuhörer nach zu urtheilen, fand man Geschmack an den Vorträgen, und hoffen wir, daß, wenn sie während des Sommers auch unterbrochen werden, beim Beginn des Winters mit neuer.Lust und neuem Eifer wieder beginnen. — Aus hiesiger Bildungsanstalt für jüd. Lehrer wurden mit diesem Semester sechs Zöglinge entlassen und fiel die Abgangsprüfung so glänzend aus, daß der anwesende Regierungscommissär seine völlige Zufriedenheit aussprach. 8. K. Hamburg, im März. (Privatmitth.) Bor Kurzem wurde hier vom Vorstande der israelitischen Gemeinde zu Hamburg ein „Finanzbericht der Jahre 1848—1866" ausgegeben, aus welchem wir zur Charakterisirung der hiesigen Zustände und Verhältnisse Folgendes entnehmen: „Es sind jetzt zwölf Jahre verflossen, seit der Vorstand dieser Gemeinde einen umfassenden Finanzbericht veröffentlicht hat. Er ließ demselben bisher keinen zweiten folgen, weil fortwährend zu erwarten war, daß eine eingreifende Veränderung den passenden Zeitpunkt dafür thatsächlich bestimmen werde. Obwohl nun diese Veränderung noch nicht eingetreten ist, so dürste sie doch keinenfalls noch lange ausbleiben, und von dem Wunsche erfüllt, daß dann recht viele Mitglieder von dem Stände der Gemeinde-Angelegenheiten genauer unterrichtet sein mögen, wendet er sich mit Gegenwärtigem an fämmtliche Gemeindegenossen, indem er zugleich auf den Bericht von 1849 als Anknüpfungspunkt hinweist. „Zu jener Zeit war die Verleihung der politischen Rechte an Hamburgs Israeliten noch neu; und wenn man aus Rücksicht auf hier längst etablirte Familien Bedenken trug, die Erwerbung des Bürgerrechts jedem Einzelnen zur Pflicht zu machen, so ist jetzt, nachdem die eingeführte Verfassung die bürgerlichen und politischen Rechte ganz unabhängig von dem Glaubensbekenntniß gestellt hat, gewiß kein Grund vorhanden, einen großen Theil der Genossen unserer Gemeinde aus bloßen „israelitischen Einwohnern" bestehen zu lassen. Wir hoffen, daß von dieser Optionsbefugniß fernerhin immer weniger und bald gar kein Gebrauch mehr gemacht werden wird. „Von sonstigen eigentlichen Judengesetzen, an denen manche Legislaturen so reich sind, kann jetzt in Hamburg nicht die Rede sein. Gesetze, die uns, wenn auch nicht speciell, doch einigermaßen näher interessiren, sind die über die Eidesformel (1848), über die Mischehen (1851) und über die Civilehen (1861). Die Aufhebung der separat jüdischen Erb- und (pecuniären) Eherechte ist bekanntlich noch nicht zur legislativen Reife gediehen, und so ist blos eines 1853—54 vom Senat erlassenen Regulativs zu erwähnen, das das Bürgerwerden für einwandernde Juden zur Aufnahmsbedingung

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