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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1862-04-29 · Heft 18 (29.4.1862) · p. Seite 227

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
26 (1862)
Issue
Heft 18 (29.4.1862)
Date
1862-04-29
Page
Seite 227 (sequence 7)
Language
German
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227 Gesanglehrer in .Volksschulen, dritte Aufl. — Dr. E. Hecht, n^rrL Der' Pentateuch in lehrreichen und erbaulichen Betrachtungen. — yy ma*^ — •nbn bioaü' naba' rv'bcnttrn nniNf: riim ynsnttr^n r «-,?-> .^bw pbn n-!w'> nr'vodr'' "i-L-'bsrp w^->n ''Ndra ^2W13 — Japhet, Praktische Aufgaben zum Gebrauch beim Unterricht in der hebr. Sprache. —mrwn bba ■jro *>=ik-i n:u5?2 ^sö ^3'133*1 “’DTS Ö'KSr J13JÖ73 1*nO nww D'HUl^SI —■-/pW ü'-iisp;“,n-id pp ra^ini •■'T’V’ö bist ‘ibia Cottbus, 29. März. Winke für Gesanglehrer in Volksschulen, von Rud. Lange, 3te Auflage. Berlin. — „Wo dem Teufel soll ein Schade geschehen, der da recht beiße, der muß dnrch's junge Volk geschehen", ist ein bekannter Ausspruch Luthers. (Luthers Werke Theil 19, S. 344.) Wenn deshalb dem alten Teufel Schlendriandem man bei der Ausführung: von Synagogenmusiken leider immer noch so Häufig begegnet, ein rechter Schabernack gespielt werden soll, so'kann dies nicht anders als durch die Heranwachsende Jugend bewerkstelligt werden. — Und wodurch offenbart.sich dieser Teufel Schlendrian? Dadurch, daß bei Ausführung von Synagogenchören i m mer n o ch zu sehr geschrieen, immer noch zu. unr ein gesungen, immer n o ch zu schil echt ausgesprochen, immer noch zu wenig gefühlt wird! — Diesen Nebeln kann über nur dann abgeholfen werden, wenn die Kinder in der jüdischen Elementarschule einen geregelten Gesangunterricht genießen, was, so viel ich weiß, nur in wenigen der Fall ist, — ihnen kann nur abgeholfen werden, wenn das Singen mit auf den Lectionsplan gesetzt wird. — Bei Einführung eines geregelten Gesangunterrichts wird nun obengenanntes Büchlein von großem Nutzen fein. Enthält es auch Manches, was eigens für die christliche Volksschule berechnet ist, so ist dies doch leicht von Dem zu scheiden, was es allgemein Nützliches enthält. Es bestrebt sich hauptsächlich alle oben, gerügten Mängel des Gesanges zu beseitigen, und giebt außerdem noch viele andere nützliche: Winke. Für den Werth desselben spricht übrigens nicht wenig, daß es bereits in dritter Auflage erschienen und von dem Königl. Ministerium für geistliche und Schnlangelegenheiten zur Beachtung empfohlen worden ist. Um / den reichen Inhalt nur einigermaßen zu kettnzeich-; nen, führe ich hier einige. der Cäpitel-Ueberschriften auf. 1) Pflkge des Textes im Liede und Choräle. 2) Nein- . heit des Gesanges. 3) Mittel, welche das Rein singen fördern sollen. 5) Der ausdrucksvolle Vortrag des Volksliedes und Chorals. 6) Elementarübungen in der Volksschule. 7) Beschreibung einer Gesangstunde. 9) Singen nach dem Gehör. 10) Zeit der Singestunde. 11) Wer soll singen? 13) Das Schreien. 22) Die liturgischen Chöre. 23) Die Dreistimmigkeit. 25) Das Singen nach Noten. 29) Ueber das selbstständige Anfängen eines Liedes von Seiten der Kinder u. s. w. — Und jetzt noch Einiges über die Wichtigkeit des Gesangunterrichts in der jüdischen Elementarschule. Als Gott in seinem Rathschluß für nöthig erachtete, die Sprachen zu verwirren, gab er den Menschen, wie man sich erzählt, , im Gesänge eine Sprache, die ihnen gemeinsam verbliebe, wenn sie nach langer Trennung aus Ost und West, aus Nord und Süd sich wieder zusammenfänden, in der sie gemeinsam verkünden könnten: Soli deo gloria. Aus diesem Grunde einestheils, und weil der Gesang (wie Musik überhaupt) ein Haupthebel der Erziehung ist, „der in gottgesegneter Kraft das Gemüth erfrischen und reinigen, uns zudem Gefühl, zu Ahnungen und Anschauungen des Höchsten, des Ewigen erhebt"*), deshalb soll der Gesang auch in der jüdischen Schule gepflegt, deshalb sollen sowohl Knaben als Mädchen singen, und deshalb sollen nicht allein religiöse Gesänge, sondern auch Volkslieder eingeübt werden. Soll aber diese erziehliche Wirkung durch den Gesang erzielt werden, so muß derselbe aus dem Herzen kommen. Singe, so schön Du willst und kannst, aber wenn Du nicht ,den Ton in der Seele hast, wirst Du auch nie Seele in den Ton bringen. Und aus diesem Grunde ist Pflege des Textes in der Gesangstunde eine Hauptsache und besonders wichtig bei der Einübung von Synagogengesängen. Es darf Nichts gesungen werden, was die Kinder nicht auch versiehen, geläufig übersetzen und auswendig, sinngemäß mit rechtem Sylbentone hersagen oder besser gesagt, beten können. Nicht allein sprachlich, auch inhaltlich muß das zu Singende überwältigt und dem Kinderherzen nahe gebracht werden; mit Freude muß das Kind in das Geschäft des Singens gehen, und dies kann nur der Fall sein, wenn der Text verstanden wird. Es ist dies nicht so schwer zu erreichen, als , man wohl glauben möchte, da Gesangunterricht und hebräischer Sprachunterricht Hand *) Marx, Allgemeine Musiklehre. 1 ,

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