Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 26 (1862)
- Issue
- Heft 15 (8.4.1862)
- Date
- 1862-04-08
- Page
- Seite 190 (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
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m ^. jstern! im Aerypel selbst, in Gegenwart: der; Hex? wi- Tempelyorstcher. ufib einiger i noch MMseyhtz» Betenden. — And 'faum.daß ich seine Deschimpfungmit gleicher. Münze bezahlt .hatte, mir, ich Dill?s yhpe alle Ver^ dtöung, sy sehr es mich auch schmerzt, aussprechen, zwei Ohrfeigen versetzte. — Beim Anfänge des skandalösen Austrittes war auch Se^ Ehrw., der Herr.Oberrabbi anwesend, und entfernte sich eilends, indem er Herrn Fr. warnte, sich im Tempel anders zu benehmen, widrigenfalls er andere Maßregeln treffen werde. 3) Trotz der Verleumdung des Herrn Fr., ich nenne es Verleumdung, denn ich besitze von Seiten der Gemeinden und der Rabbinen, unter denen ich früher fungirte, die besten Zeugnisse über mein moralisches Verhalten, und trotz des skandalösen Vorfalles wurde ich dennoch zum Probevortrage am Jomkipur- Koton-Gebete zugelassen; es muß also die von Herrn Fr. gegen mich vorgebrachte Beschuldigung nicht so begründet befunden worden fein, da sonst Se. Ehrw. der Herr Merrabbi und der ehrs. Vorstand mich unmöglich zum ^Vorträge hatten zulaffen dürfen. 4) Faetisch ist es, daß Herr Friedmann seit diesem Vorfälle noch nicht fungirt hat. 5) Das Motiv zu Herrn Fr.'s Handlungsweise konnte durchaus nicht heiliger Eifer für die Gottessache sein; er hätte ja seine etwaigen Bedenken selbst nach dem Probevortrage in aller Form beim Vorstände Vorbringen können, denn die Probe bedingt ja noch nicht die Anstellung; auch hätte dieser Eifer mehr Sr. Ehrwürden, dem Herrn Obcrrabbi zugestanden. — Nein! — Verletzte Eitelkeit war es —, daß ich nicht zuvor meine unterthänigste Aufwartung bei ihm gemacht, und daß der Vorstand erst beim Morgengottesdienste, also sechs Stunden vor dem Probevortrage (als wenn deren mehr nothwendig wärenl ihn davon verständigt hatte, und anderseits noch die Furcht, einen zu tüchtigen zweiten Cantor zur Seite zu haben, die Herrn Friedmans aus aller Fassung brachte und ihn den Tempel zum Tummelplatz von Zank und Schlägerei machen ließen! — Das ist der einzig wahre Sachverhalt! — Schließlich erkläre ich Herrn Friedmann, daß ich, im Falle daß er noch ferner die Presse, seine skandalöse Handlungsweise zu rechtfertigen oder eigentlich zu verdrehen, gebrauchen sollte, ich mich an der Polemik nicht betheiligen werde, da einfach meine Einkünfte nicht erlauben, — und sowohl die ehrs. Pesther und Waitzner Gemeinde von dem richtigen Hergange bestens unterrichtet sind; und diese schuldige Erklärung gebe ich hiermit meinen anderweitigen geehrten Glaubensbrüdern. Waitzeu, den 26. März 1862. Samuel Dtösz^l, Cantor zu Waitzen. rf!, - . /: P esth, im März. Das unliebsame Intermezzo Obercantors Friedmann anlangend, dessen diese ^schätzten Blätter in No. 12 Ertpichnung- Methanwar noch bis gestern in;der ^yiesigch: Gemeinde.elne so brennende Frage, .daß wDVielesM acta lüssm^" ünd^ nur' übet 'deü^Msgän^ dkeser Angelegenheit berichten. Ernst, der sich hierbei kund gab, zeugetdaß wir es mit einem Manne von Bedeutung zu thun haben; man fragte sich allenthalben: wie viele Cantoren giebt es denn, die mit eminenten künstlerischen Gesangsmitteln ' das universelle Wissen, die sßecifisch theologische Bildung'und einen üchAären Chchakter vereinigen? Ja, man wollte annehmen, daß gerade seine eigene Größe den Fall zur Wichtigkeit erhob; denn vie Gemeinden sind nie so Gottähnlich, als in der Beurtheilung hervorragender Personen;;or rjaph L21NL o,.p*n2£ Um so mehr freuen wir uns, miltheilen zu können, daß die ganze Affaire in friedlicher Weise bei gelegt ist. Unser Gemeindevorstand ist, wie in allen Beziehungen, auch hierin mit Klugheit und Besonnenheit vorgegangen, und gewiß werden All?, die es mit der Verherrlichung des Gottesdienstes aufrichtig meinen und um den Herr Friedmänn sich sehr verdient gemacht, dem löblichen Vorstände es herzlichDank wissen. Herr Friedmann, der bis zur gänzlichen Austragung des Gegenstandes — drei Sabbathe — dem Amte fern stand, ist demselben zur Belebung der Andacht und zur Erbauung der Gemüther wiedergegeben. Hoffen wir nun, daß er mit erneuerter Kraft wirken und sein bereits im vorigen Jahre im Karmel angekündigtes Werk bald veröffentlichen wird. Zum Schlüsse können wir eine in der Beurtheilung des besprochenen Ereignisses obwaltende Meinungsverschiedenheitnicht unerwähnt lassen. Es sollen nämlich mehrere orthodoxe Persönlichkeiten die Aeußerung gethan haben : es gebühre Herrn Friedmann eine Belobung, weil er ja für die Würde des Gotteshauses Eiferte; die heilige Schrift selber enthält Beispiels daß Männer, die sich in ihrer Ereiferung für Gott vergaßen, belobt wur-; den. — Jedenfalls beachtungswerth. . ed. Vom erste« Mai o. an «ehme ich meinen Wohnsitz in Bon« am Rhein (Maarflach Lit. 8. kko. Mtz)/ und dM ich von dieser Zeit ad alle Briefe an mich dorthin zu adressire». vr. Ludwig Philipps»«. Jüdisches Volksblatt No. 13. ■ Rabbi Meier von Rothenburg. — Ein Fest und ein'Trinkspruch. ' — Das jüdische Bürgerthüm — eine sehr alte Institution. Gottesfürchtige Noüzen im Style der Wiener Kirchenzeitung. NB. Durch alle Buchhandlungen und Postämter zu beziehen.; Jährlich 1 Thlr. Vierteljährig V* Thlr. Verlag von BaumgävtnerS Buchhandlung in Leipzig. —' Druck von I. B. Hirschfeld. Verantwortlicher Redaeteur: I. (Hierzu eine Beilage.)