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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1862-04-08 · Heft 15 (8.4.1862) · p. Seite 182

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
26 (1862)
Issue
Heft 15 (8.4.1862)
Date
1862-04-08
Page
Seite 182 (sequence 10)
Language
German
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182 erbauenden neuen Tempel beträgt bereits 1-200,000 Fr. — Die Alliance universelle israelite hat an das Comite des Lessingstandbildes zu Berlin 100 Fr. geschickt.. . -; (Eine. ausführliche Beschreibung der Begräbnißfeier Halevy's geben wir im „Jüdischen Volksblatt".) Italien. . Padua, 24. März. (Privatmitth.) Unsere Gemeinden haben von der Statthalterei den Befehl erhalten, hierher ihre Deputirten zu senden , um die noch immer schwebende Sache unserer Rabbinerschule zu besprechen. Sie tagen hier seit gestern, aber an dem Erfolge zweifelt man mit Recht, da sie von keinem guten Geiste beseelt scheinen. Die Gemeinde von Mantua macht zur ersten Bedingung ihrer Rückkehr in den Verband, daß die Regierung ihr gestatte, alle Diejenigen besteuern zu dürfen , die in der Provinz Liegenschaften besitzen, wenn sie auch anderswo ihren Wohnort haben, da die zahlreichen Auswanderungen jenseits des Mincio ihr viele Steuerkräfte, vorgeblich, entzogen haben. Die Anderen widersetzen sich diesem Ansinneu mit Recht, da die Cultusfteuer eine lediglich gewöhnliche ist. Eine solche Maßregel würde überdies eine große Verwirrung herbeisühren, und da auch die andern Gemeinden, sollte die mantuaner die Bewilligung auswirken, die nämliche Vergünstigung für sich beanspruchen würden, entweder würde die Steuerpflicht verletzt, oder liefe mancher Gutsbesitzer Gefahr, vielfach belastet zu werden, nämlich in seinem Wohnorte und überall, wo er Güter besitzt, zu bezahlen. Uebrigens würde diese Maßregel schon darum ungerecht sein, da .die Gemeinde von Venedig, deren Provinz einen sehr beschränkten und meist sumpfigen Boden hat, durch die neue Regelung ihrer Verhältnisse, wenn nämlich Jedermann nur da, wo er Güter besitzt, die Cultusfteuer entrichten sollte, tief beschädigt würde. — Wenn es aber auch den Deputirten gelingen sollte, sich über diese Frage zu verständigen, was nicht so leicht ist, würden andere nicht minder dornige aufgeworfen werden: die Vertheilung der Ausgaben für die Rabbinerschule, die Festsetzung des Budgets, die beabsichtigte Umformung der Anstalt, nicht etwa um sie mehr ihrem Zwecke entsprechend zu machen, darum kümmern sich diese Herren nicht, sondern um die möglichsten, kleinlichsten Ersparnisse zu erkämpfen. Ans einem Convict eine einfache Schule machen, den Lehrern einen großen Theil ihres Gehaltes entziehen, dies sind die weisen Pläne der Herren Abgeordneten; weiter geht die finanzielle Wissenschaft dieser, engen Geister nicht. Aber ist es billig, daß zwei Männer, und seien sie auch in ihrem Amte ergraut, mit Familie , Bedürfnissen und Sorgen beladen, für das gemeine Wohl leiden? Denn die jährlichen sechs- oder siebenhundert Gulden, die man ihnen entziehen will, sollen einigen Hundert Steuerpflichtigen, darunter vielen Millionären, zu Gute kommen. Jeder von ihnen würde fast einen Gulden jährlich ersparen. Soll sie etwa der erhebende Gedanke, daß ihre Opfer nicht einer, aber fünf Gemeinden zum Segen gereichen, über den empfindlichen herben Verlust, der ihre Zukunft in Frage stellt, trösten? Rußland. Aus dem Gouvernement Cherson, im März. (Privatmitth.) Seit einer Reihe von Jahren ein Leser Ihres werthen Blattes, habe ich stets mit Freude und Wohlgefallen gesehen, mit welchem edlen Eifer, mit welcher edlen Hingebung Sie immer das wahre Judenthum gegen allseitige Angriffe, sowohl gegen die von innen seitens des Obskurantismus und Muckerthums, als auch gegen die von außen seitens der Reaction und Klerisei vertheidigten, und auch immer mit siegreichem Banner von diesem edlen Kampfe für Licht und Wahrheit zogen. So nur gestritten wird, sei es mit Waffen auf dem Schlachtfelde, sei es mit überzeugenden Gründen und Beweisen auf dem Gebiete der Wissenschaft, muß das Recht, wenn auch zeitweise verkannt und verspottet, siegen und von allen unpartheiischen Beobachtern als solches anerkannt werden. Nun giebts aber auch, um nicht zu sagen ganz unbesiegbare, jedoch aber jahrelang uns trotzende Feinde, die ihre Schwäche und Unhaltbarkeit einsehen, jeden offenen Kampf vermeiden und hinter der chinesischen Mauer des Aberglaubens und Vorurtheils verschanzt, unsern stärfften Angriffen die Spitze bieten. Solche Gegner hat das Judenthum, das schon so viele harte Prüfungen überstanden, so viele Phasen durchgemacht, um endlich in seiner wahren Gestalt zu erscheinen, zu bekämpfen, und wenn keine Energie, keine Thatkraft seitens seiner Vertreter entfältet wird, so ists wirklich großen Gefahren ausgesetzt. Wir meinen darunter nicht einen Angriff von außen, da im Gegentheil, Dank der immer wach-

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