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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1862-04-08 · Heft 15 (8.4.1862) · p. Seite 178

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
26 (1862)
Issue
Heft 15 (8.4.1862)
Date
1862-04-08
Page
Seite 178 (sequence 6)
Language
German
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das andere aber*) dem Dr Philippson'schen „Jüdischen Volksblatte" entlehnt ist und — den Schluß der oben erwähnten Epoche bildet. — Unter No. 18 figurirt „R. Akiba ben Joseph", ein überaus anmuthiges Bild (mit zwei poetischen Einschaltungen **), ebenfalls dem „Jüdischen Volksblatt" entnommen. — Das Mittelalter anlangend, so finden wir in dem vorliegenden Buche fast jedem Jahrhundert, ganz besonders aber dem zehnten und zwölften, Rechnung getragen, von denen ersteres durch Saadja Gaon und R. Mose (sammt R. Nathan) in Cordova (21 und 22), letzteres durch Jehuda Ha-Levi, Aben-Esra und Maimonides (23 — 27) aufs würdigste vertreten ist. Die (leider! viel zu kurze) Biographie Jehuda Halevis ist von einer Probe seiner herrlichen Gesänge, nämlich von dem Gedichte „Freund Sabbath" (übers, von Dr. Geiger) begleitet. Ebenso ist dem Aben-Esra einer seiner Dichtungen, nämlich „Das Lied vom Herrn" (übers, von Dr. Sachs) beigegeben. In der Geschichte der neuern Zeit läßt Herausg. das siebzehnte Jahrhundert durch Menasse ben Israel (29) und das achtzehnte durch Moses Mendels sohn (32) repräsentiren. Der Biographie des Letztern geht das dem Elkan'schen Merkchen entlehnte Capitel „Die Juden in Frankreich" voran, in welchem — wie bereits bemerkt, — die Nachrichten bis auf die neueste Zeit herabreichen***). — Den Schluß des Ganzen bildet das treffliche Rieß er'sche (?) Gedicht „HagLaha", das hier — und auch ganz richtig — unter dem Titel „Israels gerettete Fahne" gegeben ist. * Zu den oben gegebenen allgemeinen Bemerkungen sei hier noch die hinzugefügt, daß auch die Gruppirung des Stoffes eine etwas sorgfältigere hätte sein können und sein sollen. Im Uebrigen können wir es nur wiederholen, daß Herr Stern wie mit den 4 ersten Abtheilungen seines Lesebuches, auch mit der vorliegenden fünften der Jugend einen guten Dienst geleistet und namentlich ein wacke- *) So wie das unter No. >4 gegebene treffliche Stück „Die Belagerung von Jotapata". **) Von denen die eine die Sage von seinem merkwürdigen Eheverhältnisse mit der Tochter Kalba Sabuas zum Gegenstände hat, während die andere seinen Märtyrertod (Berachoth 6lb.) besingt. ***) Die Dauer der Verbannung der Juden aus Frankreich ist hier um mindestens 100 Jahre zu hoch angegeben. res Streben an den Tag gelegt hat, dem die Anerkennung seiner College« gewiß nicht versagt werden wird. Louis Wehl. Zeitungsnachrichten. Deutschland. Bad Hornburg, im März. (Privatmitth.) In unserer Gemeinde, in der eine kleine aber mächtige Partei (— und darunter Viele, die schon manch strenges biblisches Verbot verletzt haben —) seit einem Decennium den krassesten Formglauben unterstützt, die widerwärtigsten Einrichtungen und Zustände aufrecht erhält und jeder andern Meinung ihr Ohr verschließt, regt sich seit einigen Jahren doch immer mehr und kräftiger ein besserer Geist. Wir wollen darüber schweigen, daß in jüngster Zeit ein namhafter Theil unserer Gemeindebürger sich geeinigt und gegen hier herrschende Zustände und neue hierarchisch-finstere Bestrebungen bei unserer wohlwollenden, aber über jüdische Cultuseinrichtungen nicht gehörig unterrichteten Landesregierung protestirten, wir wollen (obschon das viele Mühe und Arbeit kostete und sehr wichtig für unser Gemeindeleben war, da der Zweck, wenn auch vorerst nur theilweise, erreicht wurde) darüber hinweggehen. — Statt Ihnen das Treiben unserer Neu-Orthodoxen zu schildern, die nicht darnach fragen, ob die ganze jüngere Generation für Israels heilige Institutionen gleichgültig wird, wenn man Letztere nicht vom Staube des Mittelalters, der dem gebildeten Juden wie Christen widerwärtig ist, reinigt, die sich nicht darum kümmern, daß Tausende von hierher kommenden Fremden die hiesigen Cultuseinrichtungen tadeln und bespötteln, statt solcher Schilderungen will ich Ihnen lieber von erfreulicheren Facten berichten. Der hiesige Gesangverein Harmonia, aus lauter Israeliten bestehend, veranstaltete am 23. Februar d. I. eine Abendunterhaltung (Concert und Theater) zum Besten der Kleinkinder-Bcwahranstalt, die so stark besucht war, daß bei fl. 200 eingingen und beinahe fl. 140 abgeliefert werden konnten. Der moralische Erfolg war ein bedeutender, ein wahrer kiddusch haschem. Man sah, daß die hiesigen Juden mehr als das bloße Geldverwechseln und den Waarenverkauf verstehen, daß sie auf dem Gebiete der Kunst und des Verständnisses unserer großen deutschen Meister nicht zurückgeblieben, und das Ausharren der höchsten Be-

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