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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1862-04-08 · Heft 15 (8.4.1862) · p. Seite 177

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
26 (1862)
Issue
Heft 15 (8.4.1862)
Date
1862-04-08
Page
Seite 177 (sequence 5)
Language
German
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177 ihre Werke für än dere Kreise geschrieben. Wohl könne^ wohl sollen wir aus diesen Brunnen schöpfen, auch wenn wir der Jugend gegenübertreten. Doch müßten wir nie vergessen, daß wir immer nur den Kind er Magen vor uns haben, dem wir nicht unter allen Umständen das Getränk bieten können, das für Erwachsene nur berechnet, — es sei denn, daß wir das Gebotene genügend mit Zucker versetzt und ihm so seine Schärfe rc. benommen haben.— Schade, daß Seitens des Herrn L. St. — und habe er sein Buch auch nur für die sogenannte „reifere Jugend" (z. B. für die erste Classe einer Elementar- oder Religionsschule) herausgegeben — die, erwähnte diätetische Regel nicht, wie sie sollte, beobachtet worden.— Nichts desto weniger aber gebührt ihm das Verdienst, auch mit diesem fünften Bändchen seines Lesebuchs der jüdischen Schule eine anmuthige, ge- Bemerkung gestattet. Der in Mainz erscheinende und von Hecht rc. herausgegebene „Israelitische Lehrer" kann es uns nicht verzeihen, den gedachten Elkan'schen „Leitfaden" so scharf recensirt zu haben und sprüht ganz besonders Gift und Galle gegen uns deswegen, daß wir jenes Werkchen <— natürlich von unserm Standpunkte aus — als ein die Bezeichnung „für israelitische Schulen" durchaus nicht verdienendes Buch därgestellt haben. Möge das Elkan'sche Buch bereits „in fünfter Auflage" erschienen sein, möge es wirklich (wie der „Israelitische Lehrer" meint) bereits „in tausend und abertausend Händen sich befinden", so können wir doch nun einmal nicht dafür, von unserm Standpunkte aus die „Entdeckung" gemacht zu haben, daß das Buch in seinem sogenannten biblischen Theile, über welchen wir ja doch nur reserirten, acht unjüdifch, resp. ünbiblisch sei. Wir haben dies an mehr denn z w an z i g S t e ll e n nachgewiesen, und indem wir den Verfasser des betr. Artikels im „Jsr. Lehrer" <No. 1 d. I.) hiermit nochmals auf unser Referat über Elkan verweisen, ersuchen wir ihn zugleich, dasselbe mit dem Elkan'schen Buche in der Hand Punkt für Punkt durchzugehen, und sich dann zu fragen, was er — angehörend einem Blatte, das sich ebenfalls auf biblischen Standpunkt gestellt hat — gegen unsere „Entdeckung" noch einzuwenden habe. — Seinen Geifer, resp. sein acht „mainz-israelitisches" Gebühren gegen uns verzeihen wir ihm von Herzen gern. Wenn er aber verblendet genug ist, in jedem Recensenten eines. Buches nur entweder einen gefälligen Lobhudler oder einen gehässigen Neider zu erblicken, so können wir ihn — trotz seiner pomphaften Citate aus Jean Paul und G old sm ith — nur bedauern, müssen ihn aber desto nachdrücklicher auf Das verweisen, was wir in einem literarischen Berichte in No. 33 dieser Zeitung, Jahrg. 1861 (bei Gelegenheit der Besprechung einer Abhandlung von Emil Breslaur) über Krit ik überhaupt gesagt haben. wiß sehr willkommene Gabe geboten und, gleichwie in den ersten 4 Abtheilungen, auch hier beim „Suchen und Sammeln Dessen, was schön und passend", den lobenswerthesten Eifer an den Tag gelegt zu haben.*) — Die „Lebensbilder" des Herrn St., deren Zahl — wenn man die 5 Gedichte (auf die wir später noch zurückkommen) abrechnet — auf 29 sich beläuft, beginnen mit den Zuständen Judäas nach der Rückkehr aus dem babylonischen Exil und laufen durch 24 Jahrhunderte, bis sie endlich in Frankreich mit der Einsetzung des großen Sanhedrins durch Napoleon (1806), in Deutschland aber schon mit „Moses Mendelssohn" (gest. 1786) abschließen. — Mit viel größerer Sorgfalt als die andern drei ist — und mit Recht — das erste Viertel dieses langen Zeitraumes, nämlich die Epoche bis zur Tempelzerstörung (70 n. Ehr.) behandelt. Ihr ist die bei Weitem größere Hälfte des ganzen Buches (108 Seiten), ihr sind 17 Bilder gewidmet. An der Spitze derselben (also des ganzen Buches) befindet sich das treffliche Gedicht „Israel ist nicht allein", welches den Redacteur dieser Blätter zum Verfasser hat. Ihm folgen „Judäa unter fremden Herrschern" (536 bis 175 v. Ehr.) und „Der makkabäische Befreiungskampf" (175 bis 140 v. Ehr.), beide „Lebensbilder" vom Herrn Herausgeber selbst bearbeitet. Dem Letzter» ist an passender Stelle — jedoch mit Weglassung der Strophen 1, 15 u. 17 **) — die bekannte Ludwig Liber'sche (nach dem -iirrnn rmma verfaßte) Legende von „Hannah mit ihren sieben Söhnen" einverleibt. — Von den nun folgenden 14 Nummern (4—17) sind die meisten, nämlich 9, dem 1H. Bande von Dr. Graetz' „Geschichte der Juden" entnommen. Dem ebenfalls Graetz entlehnten Bilde „Die Zerstörung Jerusalems" (No. 15) ist ein Bruchstück des Jehuda Halevi'schen Gedichtes „Sehnsucht nach Jerusalem" (übersetzt von Dr. Honigmann) angehängt.— Eine überaus glückliche Wahl traf Herausg. in No. 6, „Die Kinder Hyrkans des Glücklichen" (von Dr. L. Philippson), weil die Sprache in diesem Stücke höchst anziehend, ja fesselnd, und der Sphäre, welcher das Buch gewidmet, durchaus angemessen. —- Letzteres gilt auch von No. 13 „Hillel und Schammai" und No. 17 „R. Jochanan ben Sakkai", von denen das erstere nach Jost bearbeitet. *) Vergl. unser Referat über Stern in No. 21 v. I. **) Und mit (übrigens ganz richtiger) Metamorphose des „Kaisers" in einen „König".

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