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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1862-04-01 · Heft 14 (1.4.1862) · p. Seite 164

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
26 (1862)
Issue
Heft 14 (1.4.1862)
Date
1862-04-01
Page
Seite 164 (sequence 8)
Language
German
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m kunft für ihre eigenen Bedürfnisse nicht zu. Selbst, die unter türkischer Herrschaft lebenden Griechen, besaßen in den beiden ersten Jahrhunderten der Buchdruckerkunst keine Pressen. Erst im I. 1642 errichtete der gelehrte Patriarch Laskaris eine Druckerei zu Konstantinopel, doch ging auch diese bald wieder ein. Die Juden besaßen daselbst schon im fünfzehnten Jahrhundert eine berühmte Presse. Die Bibliothek des jüdisch-theologischen Seminars besitzt mehrere, aus dieser Presse hervorgegangene hebräische Werke. Ein sehr kostbares, zu Konstantinopel im 15. Jahrhundert gedrucktes Werk dieser Art befindet sich in der Bibliothek des um die Wissenschaft des Judenthums hochverdienten, im vorigen Jahre zu Dresden verstorbenen ür. Beer. Zeitungsnachrichten. Deutschland. Leipzig, 12. März. (Privatmitth.) Gestern fand hier das dritte Stiftungsfest des „Vereins zur Förderung geistiger Interessen im Judenthum" in sehr gelungener Weise statt, und nahmen viele christliche Honoratioren und Gelehrte an demselben Theil. (Eine ausführliche Schilderung bringt das „Jüdische.Volksblatt".)*) Frankfurt am Main, 20. März. HZrivatmitth.) Rabbiner-Wittwen- und Waisenkasse. Dieses heilsame Institut ist jetzt bereits in die schmerzliche Lage gekommen, drei seiner ehrwürdigen Mitglieder zu verlieren, nämlich den greisen Rabbiner Gabriel Adler zu Oberdorf in Württemberg, den im angehenden höheren Alter befindlichen Rabbiner vr. Schlenker zu Regensburg und, den noch im kräftigen Mannesalter stehenden Stadtrabbiner Moses P r ä g e r in Mannheim. Merkwürdiger Weise geben diese verschiedenen Altersstufen zugleich die Stufen der verschiedenen religiösen Anschauungen und Richtungen an, und liefern einen Beweis, wie es doch noch heilige Institutionen gebe, wo die Lehrer älterer und neuerer Richtung sich die Hand reichen können. — Den drei Wittwen wird, den resp. Classe gemäß, bei einem jährlichen Beitrage ihrer seligen Ehegatten von 8 Thlr. Fl. 14. ein Jahres- *) Wir wünschten auch einmal einen Bericht über die Thätigkeit des Vereins zu erhalten. gehalt von Fl. 165. ausbezahlt,;was denselben zu einer großen Beihülfe gereicht. Dieses aber ist nur möglich geworden durch die gleichmäßige Vertheilung der Zinsen vom unangreifbaren Fonds, der nur leider zu klein ist, aber doch stetig wächst und -jetzt die Höhe von Fl. 6000. erreicht hat. — Das Gesammtvermögen der Anstalt beträgt nahe an Fl. 11,000.— Möchten poch die Rabbiner zahlreicher herantreten, um eine so edle, schöne Anstalt zu wechselseitiger Förderung und zur Erleichterung der Zukunft ihrer Liebsten und Theuersten aufrecht zu erhalten und zu kräftigen! Möchten aber auch die Reichen und Edlen in Israel — ^^3 nb ^131 D? — bei frohen und trüben Gelegenheiten und Ereignissen einer Anstalt gedenken, bei deren Förderung durch Stiftungen und Schenkungen sie nicht nur die von unserer heiligen Religion so dringend anempfohlene Herzenserleichterung von ni^bsn sondern auch zugleich die Pflicht der Pietät gegen Männer üben, welche unter Kämpfen und Mühen bei größtentheils spärlichem Gehalte, ohne Aussicht, einen Sparpfennig für die Ihrigen zurückzulegen, ihr Leben dem Dienste der Gemeinden Israels und der Befestigung der heil. Gotteslehre gewidmet haben! — Bei dem jüngst dahier stattgehabten von Rothschild'schen Hochzeitfeste hat auch die Rabbiner-Wittwen- und Waisenkasse ein Geschenk von Fl. 100. empfangen. — Zur Fundirung dev Anstalt hat bekanntlich das H a u s R o t h s ch i l d Fl. 1000. und dieselbe Summe Herr B. H. Gold schmidt dahier gestiftet. — Der letztgenannte hochherzige Mann, Chef des Banquierhauses gleichen Namens, ist Präses der Dircction der Rabbiner-Wittwen- und Waisenkasse, und sind bei demselben allenfallsige Stiftungen und Schenkungen anzumelden oder einzusenden, wozu wir um der Bedeutung und Heiligkeit der Sache willen — denn nur durch Vermehrung des unangreifbaren Fonds ist der jungen Anstalt Dauer und Festigkeit zu sichern — hiermit wiederholt und dringend auffordern. Nachbemerkung der Redaction. Auch wir haben uns wiederholt über die Bedeutung dieser überaus segensreichen Kasse ausgesprochen. Wir legen daher auch dieses Mal die Förderung derselben allen wohlthätigeu Gemeinden und Privaten ans Herz, Gemeinden, um den Frauen ihrer Geistlichen durch den Beitritt zur gedachten Kasse im Falle eines Verhängnisses die Unterstützung zu sichern, Privaten, um durch Schenkungen die Mittel der Anstalt zu vergrößern. Auch wir sind bereit, Gaben in Empfang zu nehmen, zu übermitteln und in d, Bl.-zu verzeichnen.

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