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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1862-03-25 · Heft 13 (25.3.1862) · p. Seite 152

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
26 (1862)
Issue
Heft 13 (25.3.1862)
Date
1862-03-25
Page
Seite 152 (sequence 8)
Language
German
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die Temesvarer Musterhauptschullehrer, die größtentheils Deutsche sind, in magyarischer Sprache. *) Ihr Artikel über die Chassidim, hochgeehrtester Herr DocLor, hat bei uns nicht geringe Sensation erregt und Wohl noch nie wurde dieser Krebsschaden des Judenthums energischer bekämpft. Glauben Sie nicht, geehrtester Herr Redakteur, daß die Chassidim von Ihrem Leitartikel keine Notiz genommen; geriethen doch unsere Halbchassidim in nicht geringen Harnisch, nachdem sie ihr Lieblingsinstitut, „das Cheder", in Gefahr glauben. Der Magyar izraelita, der im vorigen Jahre die Zeitung des Judenthums vornehm ignorirte, hat seine Rollen vertauscht und citirt heute nicht selten Ihr Journal; dafür hat es aber auch Herr Rockonstein für gut gefunden, sich zurückzuziehen. Der gegenwärtige Redacteur, Herr Mezei Mör, ist ein geistreicher junger Mann, der schon während der Dauer des Landtages die Aufmerksamkeit auf sich zog. Aus dem Tokayergebirge, im März. (Privatmitth.) In Folge eines Hofdecretes wurde an der öffentlichen israelitischen Musterhauptschule in Pesth die Stelle eines Lehrers der magyarischen Sprache einstweilen auf die Dauer, von drei Jahren systemisirt und ist bereits Seitens der hohen königlichen Statthalterei in Ofen der Concurs eröffnet. Der auch in diesen Blättern erwähnte Antrag der Ujhelyer Cultusgemeinde, die magyarische Sprache in der Mehrzahl der Lehrfächer an der daselbst bestehenden öffentlichen Musterhauptschule einzusühren, ist Seitens der königlichen Statthalterei genehmigt worden. Im kaiserlich königl. Schulbücherverlag ist soeben erschienen: Anfangsgründe in der mosaischen Religion für die Iste und 2te Classe der israelitischen Volksschulen im Kaiserthum Oesterreich. (10 Nkr.) — Lesebuch für die vierte-Classe der israelitischen Haupt - und Stadtschulen. 5,-- *) Es ist dies gewiß sehr löblich, und die deutschen Lehrer, wenn sie sich die magyarische Sprache so aneignen, daß sie darin unterrichten können, erfüllen auf diese Weise ihre Aufgabe in anzuerkennendster Art. Wenn aber, nicht ein Temeswarer, sondern ein anderer Lehrer aus Deutschland jüngst in einem Schreiben an uns bemerkte, daß er des Ungarischen jetzt ganz mächtig sei, und seine Kinder kein Wort Deutsch verstünden, so glauben wir, daß er gegen seine Kinder sehr unrecht thut und sie höchst einseitig erzieht, was ihnen dereinst auch fühlbar genug werden wird. Die Redaction. Der betreffende Ministerialerlaß sagt: Da dieses Lesebuch im Allgemeinen den Inhalt des für die 4te Classe katholischer Haupt- und Stadtschulen vorgeschriebenen Lesebuches wiedergiebt und doch von diesem darin abweicht, daß es anstatt der specifisch katholischen Lesestücke solche enthält, die dem Geiste der mosaischen Religion entsprechen, so Wunen sich desselben auch solche israelitische Kinder bedienen, welche katholische Haupt- und Stadtschulen mit deutscher Lehrsprache besuchen. Die Lehrer haben jedoch in solchen Fällen bei dem gemeinsamen Schulunterricht die specifisch israelitischen Lesestücke nicht'vorzunehmen. — In Nyregyhaz schreitet die Stadtgemeinde auf dem Wege der Humanität rüstig fort und würden in der Neuzeit mehrere Tausend Gulden zur Erbauung einer Synagoge und einer Schule der israelitischen Cultusgemeinde daselbst beigesteuert, und Herr Samueli, einer der geachtetsten jüdischen Bürger Nyregyhazs in Angelegenheit der Stadt, behufs Anlegung von Fabriken ins Ausland geschickt, um derartige Anstalten m Augenschein zu nehmen. — ■ ■ ■'; ■■ Die Redaction des Magyar izraelita ist seit Januar dieses Jahres in die Hände des 'geistreichen Juristen Dr. Mezei Mor übergegangen. Wir-leben im der festen Ueberzeugung, daß der Magyar izraelita ein würdiger Kämpe für die geistigen Interessen der magyarischen Israeliten abgeb.en wird und steht eine gediegene Handhabung der Redactionsgeschäfte um so mehr in Aussicht, nachdem Herr Mezei bei einem vielseitigen Wissen einen seltenen Takt besitzt. - Herr Spiegler, ein junger Rabbinatscandidat, verschickt in diesem Augenblicke eine Broschüre, betitelt: „Der Jssur in Großwardein" , und ersehen wir aus diesem Schriftchen, daß die neue Gemeinde in Großwardein über 240 Mitglieder zählt, darunter 6 Aerzte, 3 Advocaten, 3 Lehrer, 11 Landwirthe, 65 Handwerker und über 100 Kaufleute. I. Rosen meyer. Raab, im Februar. (Privatmitth.) Bei der jüngst stattgefundenen Wahl eines Präsidenten der Prager Handelskammer fiel dieselbe auf Hrn. Max Dormitzer, einen Israeliten ,' bei den Czechen wie bei den Deutschen (Böhmens) gleich geachtet. - Herr Dormitzer gehört zu Böhmens Jndustrie-Notabilitäten und bewährte sich auch schon als Schriftsteller vom Fache, indem er im Vereine mit dem.Secretär der Prager. Handelskammer, Herrn Dr. Schebek, ein Werk herausgab, das sei-

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