Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 26 (1862)
- Issue
- Heft 12 (18.3.1862)
- Date
- 1862-03-18
- Page
- Seite 144 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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zu verbringen, wurde von mehreren Anwesenden der schöne Wunsch gehegt, die hier günstig umgeänderte politische Situation zu benützen, da ein loyales und liberales Gouvernement ein tyrannisch und despotisches substitirt hat und uns eine jüdische Gemeinde zu gründen. Dieser Gedanke fand auch bei allen Anwesenden den gewünschten Anklang und wurde auch sofort ein Comitö gewählt, das sich dieser wichtigen und heiligen Sache annehmen soll, indem Jeder hier stabilisirte Glaubensgenosse sein Scherstein mit Freuden zu spenden bereit ist. Es fanden auch schon mehrere Versammlungen statt, bei denen vor Allem ein jüdischer Begräbnißort bedacht wurde, der bis jetzt hier noch nicht existirte, indem es von dem vorigen Gouvernement nicht gestattet wurde, so daß unsere Heimgegangenen Glaubensgenossen, so zu sagen, mit Angst und im Geheimen an einer gewissen Stelle zur Gruft gebracht wurden. Schreiber Dieses wurde von einem Mitglied des Comitö, Herrn I. Rouff (Cafsirer), beauftragt, ein Programm an Ihre Zeitung einsenden zu wollen, mit der ergebenen Bitte, dieser wichtigen Angelegenheit zu Ehren unserer heiligen Religion die Spalten' in der wohlbekannten Zeitung einräumen zu wollen, sicher, daß auch im Auslande das in Aussicht gestellte Werk allgemeinen Beifall findet, und auch von dort manches Opfer gesendet wird, was um desto erfreulicher sein würde, indem die bis jetzt hier anwesenden Israeliten noch zu wenige find, um die nöthigen Kosten für Ankauf eines Begräbnißortes, zum Bau einer Synagoge rc., bestreiten zu können. Aus beifolgendem Programm, das ich auf Wunsch und im Aufträge des Comites Ihnen zu senden die Ehre habe, ist das Nähere leicht zu ersehen und wünsche ich, daß der Himmel Ihre gefl. Bemühungen reichlich krönen möge. Joseph Braun. Indem wir diese Angelegenheit schon heute der Aufmerksamkeit unserer Leser empfehlen, werden wir in nächster Nummer die Uebersetzung des Programms bringen. Die Redaktion. Holland. Aus Holland, im März. (Privatmitth.) Die rabbinale Kommission, von der wir in Nr. 9. d. I. Meldung gemacht, und zu welcher, wie wir* *) jetzt erst *) Der in der zweiten Anm. S. 108 b ausgesprochene Wunsch der geachteten Redaction konnte nicht früher erfüllt werden, weil das uns vvrgelegene, in getreuer in Erfahrung gebracht, die Herren B er enstein, Ober- Rabb. der deutschen, Fe rar es, Ober-Rabb. der portugisischen Gemeinde im Haag und Dr. Fränkel, Ober-Rabb. in Zwolle, gehörten , ist am 11. Febr. in der Residenz zusammengetreten , und als solche , von zweien Abgeordneten der Haupt-Kommission, nämlich dem Herrn Advokat T e l s aus Rotterdam und hem Herrn Notar And ries aus dem Haag, installirt geworden. Schon in der ersten Sitzung, welcher die genannten Abgeordneten ganz beiwohnten, um der Kommission die nöthige Auskunft über die einzelnen Nebenbestimmungen des vorgelegten .Reglements für die Examina der Theologen ertheilen zu können, zeigte sich eine in dem wissenschaftlichen Standpunkte der Mitglieder begründete Meinungsverschiedenheit, die mit jeder Sitzung eher zuals abnahm, ob auch das äeoorum nimmer verletzt, und der äußere Friede, nicht wie in frühern Jahren bei solcher Gelegenheit, nimmer gestört worden. Die in der Vorlage bereits festgestellten Bestimmungen über das erforderliche profane Wissen wurden sonder erhebliche Einwürfe angenommen; doch in den dort nicht enthaltenen und von der Kommission allein zu entwerfenden Normen über das nöthige theologische Wissen konnte keine Übereinstimmung erwirkt werden. Es soll deshalb Ein Mitglied ein besonderes Rapport mit genauer Mitwirkung seiner von der Majorität abweichenden Ansichten bei der Haupt-Kommisson eingereicht; doch von diesem seinem Vorhaben den Uebrigen erst Kenntniß gegeben und am Schlüsse des allgemeinen Rapports eine dahinlautende Notiz hinzugefügt haben. Das Resultat dieser für unsre künftigen Geistlichen, wie überhaupt für die geistlichen Angelcgenheiten unsrer Glaubensgenossen hier zu Lande so wichtigen Berathungen soll der geehrten Redaktion auf Wunsch *) später mitgetheilt werden, erst später, weil die Angelegenheit jetzt nur einem abiVN iirrb nbw rrns« gleicht. Nordamerika. Washington, Januar. Wilson, von welchem der Antrag in Betreff der ordinirten christlichen Feldprediger ausgegangen, sah sich in Folge der Gegenvorstellungen vieler israelitischer Gemeinden veranlaßt, den Antrag dahin abzuändern, daß die Eigenschaft der Christlichkeit wegbleiben soll. (Sinai.)'. Uebersetzung wiedergegebene ministerielle Anschreiben keine Namen weiter enthielt. Die in der ersten Anm. aufgestellte Verwunderung müssen wir aus Achtung vor dem Judenthume als solche bestehen lassen. *) Wir bitten sehr darum. Die Redaktion. Verlag von Baumgärtners Buchhandlung in Leipzig. — Druck von I. B. Hirfchfeld. Verantwortlicher Redacteur: Z.- H. Lüder. <