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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1862-03-18 · Heft 12 (18.3.1862) · p. Seite 139

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
26 (1862)
Issue
Heft 12 (18.3.1862)
Date
1862-03-18
Page
Seite 139 (sequence 7)
Language
German
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die Hälfte ermäßigt würde, damit die Anschaffung auch minder bemittelten Kindern nicht schwer fiele. *)fi) Louis Weyl. Zeitungsnachrichten. Deutschland. Aus Bayern, Ende Februar. (Privatmitth.) Die Cultusangelegenheiten der Israeliten Nürnbergs nehmen einen erfreulichen Fortgang. In einer Ende Decemb'er vorigen Jahres abgehaltenen Generalversammlung hat sich eine Cultusgemeinde constituirt, welche bereits Seitens hoher Königlicher Regierung genehmigt wurde. Außerdem ist die Acquisition passender Locale für Synagoge und Schule beschlossen und hierzu ein eigener Ausschuß gewählt. Auch die Erwerbung eines eigenen Begräbnißplatzes ist dringend geboten, da die Fürther Gemeinde die fernere Mitbenutzung des ihrigen bereits gekündet hat. Außerdem hat im den jüngsten Tagen Herr Rabbiner vr. Loewi den Vorstand zur Anlegung, resp. Herstellung eines rituellen Frauenbades beordert. Besonders rühmende Erwähnung verdient, daß sich der Königl. Advocat, Herr Frankenburger, eifrig der Sache annimmt und durch sein Beispiel den erfreulichen Beweis liefert, daß wahre Bildung nicht hindert, noch warm für die religiösen Angelegenheiten seiner Glaubensgenossen zu fühlen. Auch der derzeitige Vorstand, Herr Bettmann, ist ganz an seinem Platze. Der vor einiger Zeit eingetroffene, neu ernannte amerikanische Consul, Herr Oberst Max Einstein, ist ebenfalls Israelit. — Herr vr. Loewi hat den sehr zeitgemäßen Entschluß gefaßt, die hohen Heiraths-, resp. Trauungstaxen durch ein ständiges Gehaltsfixum von jährlich 1500 Ft. abzulösen , und eine gleichmäßige niedere Taxe einzuführen. Die Gemeinderepräsentanz hat bereits den dahin zie¬ *) Daß Schulbücher, neben dem gesunden Inhalte, auch durch Billigkeit sich empfehlen müssen — lehrt die tägliche Erfahrung. — Wir kommen auf diesen Punkt nächstens zurück. -s) Einem Proteste, der uns gegen die „Deborah" zugekommen, müssen wir hier Ausdruck geben, nämlich daß sie das im „Jüdischen Volksblatt" mitgetheilte Gedicht „Die drei Moses" von Bodek willkürlich verkürzt und verstümmelt wiedergegeben hat. Ein Sammler kann Stücke aufnehmen oder weglassen wie er will, durchaus aber nicht nach seinem Gelüste verändern. Die Redaction. lenden Beschluß gefaßt, der nur noch der obercuratelamtlichen Genehmigung bedarf. Herr Rabbiner Bamberger hat die zur Feier des 50jährigen Geburtstages des Königs gehaltene Predigt Sr. Majestät übersandt, und wurde ihm für diese Aufmerksamkeit das allerhöchste Wohlgefallen ausgesprochen. Dies ist natürlich Wasser für unsere Mühle. Reb Seligman Bär wird nun ebenso als Kanzelredner glorificirt werden, wie dies bereits als berühmter jüdischer Schriftsteller geschehen. Er fängt schon an Maimuni zu verdunkeln, wenn auch nicht durch seine Größe, so doch durch seine Länge. Gegenüber, oder vielmehr trotz der Berichtigung des Herrn vr. Friedländer, muß ich, nicht minder im Interesse der guten Sache und der Wahrheit in Betreff der orthodoxen Schulanstalt in Fürth, ganz auf der in No. 50 des vorigen Jahrgangs dieser Blätter geäußerten Ansicht beharren. Die Mittheilung kam mir aus einer Quelle, die eben so ehrenhaft, als, was hier noch mehr sagen will, selbst im Sinne Bambergers — orthodox. Herr Dr. Fr. wird dies selbst am besten, als der für den beregten Posten Erkorene, wissen, wenn er bedenkt, welchen Nutzen ihm zu diesem Behufe die Bamberger-Hirfch-Lehmann'schen Empfehlungen gebracht. Wir haben Hegen die Ehrenhaftigkeit der Gründer dieser Anstalt nicht das Mindeste einzuwenden, müssen aber jede Sonderbestrebüng dieser Leute mit um so argwöhnischerem Auge betrachten, als es offenes Geheimniß ist, daß die Parole dazu von Würzburg aus gegeben wird, und was man dort mit solchen Institutionen bezweckt, bedarf ebenfalls keiner Erörterung. Man gründet vorläufig eine. Schule, das Weitere ergiebt sich von selbst, qui vivra verra. Ist es etwa mit der Synagoge anders gegangen? Reicht man einmal den- Finger, so wird ohne Bedenken die ganze Hand genommen. Zuerst gestattete man den Orthodoxen die Eröffnung einer eigenen Synagoge, die jedoch dem Districts-Rabbinate coordinirt wurde. Gegenwärtig existiren außerdem täglich 4—6 andere Winkelschulen, während die Hauptsynagoge an den Wochentagen leer steht. 8apienti sat. Bei der zunehmenden Wohlhabenheit unserer Glaubensgenossen mehren sich auch die milden Stiftungen immer mehr. Während nun bei andern Culten vorzüglich das Gemeinwohl — Kirche und Schule — dabei reichlich Beachtung iu früherer wie in jetziger Zeit fand, sind die jüdischen Stiftungen vorwiegend auf Verherrlichung

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