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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1862-02-25 · Heft 9 (25.2.1862) · p. Seite 103

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
26 (1862)
Issue
Heft 9 (25.2.1862)
Date
1862-02-25
Page
Seite 103 (sequence 7)
Language
German
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Jakob Emden suchten ihn zu widerlegen; der Letztere, desgleichen Isaak Premislaw thaten Einiges für die Correctur der Gebetbücher. Zwar erstreckte sich deren Thätigkeit nicht auf die Festgebete; aber mittlerweile war der Sinn für die Grammatik erwacht und die Morgenröthe des Mendelssohn'schen Zeitalters angebrochen. Im Jahre 1773 erschien von Isaak Satanow: Igereth beth Tefilla und 12 Jahre später Gebetbuch, Pesach-Hagada und Selicha mit Emendationen und Erläuterungen. In diesen Schriften ist manch verderbtes Wort verbessert, aber, so manches unberechtigte hineincorrigirt u. s. w. Viele seiner Correcturen in den Selichas sind fehlerhaft, und durch vermeintliche Emendation ist bisweilen die wirkliche erschwert. Da er keine Handschriften zu Rathe gezogen/ wird auch nicht selten gegen Phantome Krieg geführt. Größeres und bleibenderes Verdienst haben die Arbeiten von W. He id e n he i m, welcher der Mendelssohn des Machsor genannt werden kann; Wortlaut und Verstandniß, Ausstattung und Würdigung des Piut sind durch ihn gefördert, der der Führer einer zahlreichen Schar von Herausgebern und Erläuterern geblieben ist." — Durch Ri Jakob Lissä, der zunächst nur dafür Sorge getragen, das halachifch Geltende zu befestigen, sind die meisten Bestrebungen in Beziehung der Grammatik und Kritik allgemein zurückgedrängt wyrden. Allein selbst der außerordentliche Fleiß, eines Heidenheim*) konnte nicht alles Unkraut ausjäten und seine zahlreichen Nachfolger haben das Werk ihres Meisters nicht gefördert. Unseres Wissens ist es bisher von den Erklärern und Uebersetzern unserer Gebete unerwähnt gelassen worden, daß im Machsor und in der Tefilla ein Gebet vorkömmt, das die verschiedensten Lesarten enthält. Wir meinen nämlich den bekannten Piut: i-chw wfeisr tori Vn hTtn, der aus dem Mussaf des Versöhnnngstages, Schlußgebet der Aboda, entnommen, später auch in allen Siddurim Aufnahme gefunden — mnd zwar für die Andacht am Rüsttage des Neumondes, Jom Kippur katan — und sonderbarer Weise eine solche Menge von Varianten und Corruptionen darbietet, daß deren Aufzählung uns zu weit führen würde. Eine noch heillosere Verwirrung haben die Uebersetzer, denen der Sinn des ganzen wohl schwierigen Stückes völlig entgangen war, angerichtet und sie erlaubten sich hier die größten Willkürlichkeiten. Herr Dr. Letteris **) *) Wir bemerken, daß uns jetzt die Originalausgaben von Heidenheims Werken, Rödelheim, und die Arbeiten des vr. M. Sachs nicht zu Gebote stehen. **) Machsor IV, Prag 1846. erlühnte sich sogar, im Texte eine Stelle am Schlüsse wegzulassen und dafür einen fremden Vers: "s-127 n'w kiron einzuschalten. Allein selbst dem genialen W. Heidenheim ist es entgangen, daß dieses religiöse Gedicht, das, wie es scheint, zu den ältesten gehört, bereits von R. David Abudarham, dem gründlichsten Liturgiften (Abschnitt Versöhnungstag, eclitio Prag S. 91), umständlich und ausführlich erklärt wurde. Hier allein haben sich die ursprünglichen Lesarten erhalten, nach welchen unsere Editionen emendirt werden müssen. So ist z. B, der Passus nämlich: -sd wpjjno writt falsch und sinnlos, während es bei Abudarham heißt: 12PFL2 i2->-ii77, und ist, wie derselbe es erklärt, einem Bocativ gleich, «'pis, d. h. sei unser Vater, so wie wir dich anrufen! Demnach ist das Substantiv von 1 B. M. 49, 26. *>^i^ abzuleiten. Eben so unrichtig ist das in den Machsorim vorkommende O^w spno für 0*112) ^-110; ferner in dem Siddur: rn anstatt: sn's, das wohl grammatisch sich nicht gut vertheidigen läßt. Wir müssen, um unsern Artikel nicht zu sehr auSzudehnen, den geneigten Leser auf Abudarham verweisen, überhaupt da eine Vergleichung des Machsor und des Gebetbuches Jedermann möglich ist. — Noch merkwürdiger ist folgendes Corruptel, das sogar in täglichen Gebeten vorkömmt und von Abudarham und Jakob Emden längst schon emendirt wurde. In unsern Ausgaben lesen wir meist: /in»o obo , rnpip n?2^20 was durchaus: falsch ist, weil hier niainp ein Adjectiv ist und daher nw'in^> mit Cholem interpunktirt werden muß. Demnach müßte man übersetzen: In lauterer Sprache, in heiliger Anmuth rufen die Engel, ehrfurchtsvoll: Heilig u. s. w. Liest man hingegen nipntz mit Kibbuz, und zwar als Hauptwort, so muß odo nipnp> Nvwu gelesen und also übersetzt werden: In klarer und lieblicher Sprache stimmen sie die Keduscha (die Heiligung) ehrfurchtsvoll an. Abudarham und Jakob Emden ziehen die erste Lesart vor — und Salomon Geiger, Zion II, 59. hat sich mit Unrecht für letztere ausgesprochen, dem auch manche neueren Ausgaben gefolgt sind. Solche Emendationen in Betreff der Punetation lassen sich in unsern Siddurim häufig vornehmen und wir heben blos eine hervor, die schon Salomon Hanau, Koroth Arosim zu Ende rügt. — In dem Modim der 18 Benedictionen heißt es in unsern Ausgaben: «777 nrirzw mit Kamez, während richtiger : iiyrrw mit Segol das w interpunctirt werden soll. Denn wie schon Minchat Schai

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