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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1862-02-18 · Heft 8 (18.2.1862) · p. Seite 95

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
26 (1862)
Issue
Heft 8 (18.2.1862)
Date
1862-02-18
Page
Seite 95 (sequence 11)
Language
German
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und Verbreitung humaner Gesinnung, erzielt werde, und daß letztere erklecklichen Anklang und warme Theilnahme unter den Mitgliedern dieser Gemeinde finde, wie dieses übrigens bei der allbekannten Mildthätigkeit unserer Glaubensgenossen überhaupt recht zu hoffen steht. .: ' Schaulen, im Januar (Privatmitth.) Die sich gegenwärtig zu St. Petersburg befindende Rabbinercommission ist am 23. vergangenen November eröffnet worden. Die Hauptfragen, die die Commission zu behandeln hat, sind:' Jj Organisation des geistlichen Theils des Gemeindewesens bei den russischen Juden; 2) die Ausfindung neuer Mittel zur Beförderung der .Bildung unter denselben und 3) Beseitigung der Hindernisse, die den Juden vom Landbau abhalten. Sicheren Nachrichten zufolge sollen auch die Rabbinerschulen bedeutenden Reformationen unterworfen werden. Holland. Rotterdam, 24. Januar. (Privatmitth.) Se. Majestät der König der Niederlande haben den Hrn. ür. Hirsch, Director des hiesigen Taubstummen-Jnstituts (früher Taubstummen-Lehrer in Aachen) in Anerkennung seiner vielfachen Verdienste, die er sich im Taubstummen-Unterricht erworben hat, zum Ritter des Löwen-Ordens ernannt, womit ein jährliches Einkommen von 200 fl. verbunden ist, und freudiger Antheil wird von allen Ständen daran genommen. Wieder also ein Beweis, wie von oben herab die Gleichbeachtung der Verdienste ohne Glaubensunterschied hier zu Lande immer mehr bethätigt wird. L. Türke i. Konstantinopel, im Februar. Wie der „Levant" berichtet, hat der Sultan dem .Oberrabbiner zu Damaskus den Medjidjeorden verliehen. Nordamerika. Aus Nordamerika, Ende Januar (Privatmitth.) Der Eingriff, den sich der Congreß der v..,St. in der Feldprediger-Angelegenheit in unsere. religiöse Freiheit erlaubte, hat einen Petitionssturm heraufbeschworen, der dem Congresse die Augen öffnen und zeigen wird, daß wir Israeliten eifersüchtig über unsere Rechte wachen und gutwillig auch das anscheinend Unbedeutendste uns nicht entziehen lassen; denn, wenn es auch, richtig ist, daß am Krankenbette des Israeliten, oder an seinem Sterbelager die Anwesenheit des Rabbiners nicht nothwendig, und jeder Laie befugt ist, die nöthigen Verrichtungen vorzunehmen, so war uns ja, wie vr. Einhorn in seinem Sinai „richtig bemerkt," mehr an dieser Gerechtigkeit, d. h. an der Fähigkeit der Juden, zu Feldpredigern gewählt zu werden, als an der wirklichen Erwählung von jüdischen Kaplanen gelegen." Ein-erfreulicher Umstand ist es, daß viele von den zahllosen Petitionen, die an den Congreß ergingen, mehr Unterschriften von Christen, — natürlich von amerikanischen, denn der Deutsche, hat es auch hier in der Toleranz noch nicht sehr weit gebracht — als von Inden trugen. Ja, die größten Staatsmänner, die Mitglieder der gesetzgebenden Körperschaften einzelner Staaten glaubten mit ihren Namen gegen jede Verkümmerung der religiösen Freiheit Einsprache thun zu müssen. An dem Erfolge dieser Petitionen zweifeln, hieße die amerikanische Nation gänzlich verkennen, die bei all' ihren großen Fehlern dennoch, und wenn auch in irgend einem versteckten Winkel ihres Innern, ein tiefes Gefühl für Recht und Gerechtigkeit birgt, das üur zuweilen eines Impulses von Außen bedarf, um ans Licht gefördert zu werden. Hat doch' bereits vor einigen Tagen.sogar Senator Wilson von Massachusetts eine „Bill" eingebracht, welche auch nichtchristliche Kaplane, unter gewissen Bedingungen, gestattet. Daß wir uns diese „Bill" nur dann gefallen lassen werden, wenn die „gewissen Bedingungen" auch auf christliche Kaplane Anwendung finden, versteht sich von selbst. Doch, es läßt sich fast mit Gewißheit Voraussagen , daß nur der Antrag eine Mehrheit im Congresse erhalten wird, der alle religiösen Unterschiede in dieser Angelegenheit aufhebt. Sogar Senator Wilson, sagte ich; denn dieser ehrbare Herr Wilson hatte vor einigen Monaten, als er gegen den berühmten ehemaligen Senator von Louisiana, Benjamin, im Senate auftrat, die Frechheit, von Israel zu sprechen als von einer „Nation, who stoned the propbets and crucified the redeemer of the world.“ Doch nehmen wir das dem ehrbaren Senator nicht übelt Ihn sendet ja das allerchristlichste Massachusetts, das die Sklaven frei und die Freien zu Muckern machen möchte. Doch das Alles war es ja nicht, worüber ich Ihnen schreiben wollte; die Hauptsache kömmt erst. Wir Alle in Amerika, und gewiß auch Sie und Ihre Leser, glaubten, daß der so genannte „Board of Delegates of american Israelites“

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