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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1862-02-18 · Heft 8 (18.2.1862) · p. Seite 92

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
26 (1862)
Issue
Heft 8 (18.2.1862)
Date
1862-02-18
Page
Seite 92 (sequence 8)
Language
German
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ischen Glaubensbekenntnisses, angeblich wegen Mangels an Uebereinstimmung der diesfalls festgesetzten Stunden, nach ihrem Ableben in Militärspitälern auf dem zuständigen Friedhofe ohne Conduct in der Stille beerdiget werden, finde ich zu befehlen,/daß, nachdem der mosaische Ritus jede Stunde des Tages zur Beerdigung der Glaubensbrüver zuläßt, diese stets mit dem reglementsmäßigen Conduct, erfolge, es wäre denn, daß die Bestattung in der Stille aus Sanitätsrücksichten vom Chefarzte ausdrücklich als nöthig bezeichnet würde. Es werden sich daher in Hinkunft, vorkommenden Falles die Spitalscdmmandanten mit dem.Ortsrabbiner wegen dieser Leichenbegängnisse, sowie wegen Begleitung des Conductes mit diesem oder dessen Stellvertteter immer in das nöthige Einvernehmen zu setzen haben — und erinnere ich bei dieser Gelegenheit weiters, daß den Rabbinern und ihren Assistenten, so oft dieselben in Militärspitälern erscheinen , um ihre Glaubensgenossen zu besuchen oder ihnen die Tröstungen ihrer Religion zu bringen,. mit:: aller schuldigen Rücksicht begegnet und denselben die Erfüllung ihrer frommen Absichten ermöglicht werde, demnach den Ortsrabbinern von dem Spitalcommandanten immer auch auf kurzem Wege die Mittheilüng zu machen ist, so oft die Krankheit einer ihrer Glaubensbrüder als eine schwere oder .gefährliche sich herausftellt. — Die k. k. Militär-Localbehörden wollen den Vollzug dieser meiner Anordnung überwachen. Benedek m. p. . Aus Südungarn, im Februar. (Privatmitth.) Sie - werden wohl schon in den Zeitungen von dem Schulhof'schen Dampfpfluge, womit , in Südungarn und in Wien Versuche angestellt wurden, gelesen haben , und es freut mich , Ihren Lesern anzeigen zu können, daß der Beförderer und Unternehmer dieser für die Landwirthschaft ungemein erfolgreichen Erfindung, Herr I. Schulhof, in Wien , ein Glaubensgenosse ist.- Herr Schulhof, ein Böhme von Geburt, hat seit einigen Jahren in Südungarn (Detta) einen bedeutenden Gütercomplex/von! den der Nationalbank verpfändeten Staatsgütern gepachtet und,? durch eine fleißige und rationelle Bewirtschaftung in dieser.von der Natur gesegneten, aber größtentheils. vernachlässigten Gegend! ein ziemliches Vermögen sich erworben,, welches er auf die-Hebung der Agrieuttur mit patriotischer Hingebung? verwendet. Vor Kurzem wurde Herr Schulhof, zum General - Jnspector der Fürst Esterhazy'schen Güter, bestehend. aus 600,000 Joch, 'ernannt—- und gegenwärtig bringen die. größten: Wiener Blätter Auszüge -aus einer' Broschüre von, Herrn Schulhof, als Manuscript gedruckt, worin derfelbe v einen ■ großartigen Plan-zur Hebung der finanziellen Gebrechen durch ein neues Verpachtungssystem sämmtlicher Staatsgüter entworfen .'hat, der, wie die vorzüglichsten Journale behaupten, die volle Aufmerksamkeit der Finanzmanner im höchsten Grade verdient. — Bemerken müssen wir noch, daß/ wenn wir gut unterrichtet sind, Herr. Schulhof weder Atteste über Gymnasial-, .noch' über Realclassen hat und - doch würden wir dem Exmimster Goluchowsky und Consorten rathen, bei Herrn Schulhof in die Schule zu gehen, um. die in den? elendesten Zuständen, sich befindende Agricultur Galiziens ein Wenig zu heben! .?.'■.r- .;■.] Die Jsraeliten-Gemeinde Neusatz hat 1000 Fl. zur Fondirung des daselbst begründeten serbischen National-Gymnasiums und der-serbischen Akademie der Wissenschaften: gespendet. Wir Juden sind, man möge sagen was man will, ein kosmopolitisches Volk, da wir alle Nationalitäten, magyarische,? serbische,?wallachifche, kroatische und polnische Schulen und Akademien unterstützen! Die Gemeinden Pesch, Agram, Neusatz,? Lagos rc. können Ihnen als Belege dienen. Wien, 26. Januar. (N. Z.) Unter den neu ernannten Advokaten für die Residenz befindet, sich, auch ein Israelit, und zwar einer von .jenen,Opfern des magyarischen? Liberalismus, welcher es nicht duldet, daß;? ein Jude an seinen Institutionen Theil habe. Man muß dem Ministerium Schmerling, dessen Präsidium in den Händen eines kaiserlichen Prinzen? sich befindet, die Gerechtigkeit widerfahren lassen, daß es dem confessionellen Hader den giftigsten Zahn ausgebrochen und durch? Thatsachen das Princip der? Gleichberechtigung anerkannt hat.? Jm Gemeinderathe, in der Handelskammer, im Landtage, im Abgeordneten- und im Herrenhause des Reichsrathes sitzen Israeliten; beim Criminalgerichte sind Jsraeltten.Beisitzer; Israeliten dociren an der Universität, und nichts hindert, sie, bei erledigten Professuren?: zu concurriren; an. der Handelsakademie ist-din Professor der Mathematik Israelit; -bei Verleihung der Advocatenstellen macht, das Glaubensbekenntniß -keinen Unterschied mchr;..bei mehreren^kaiserlichen Aemtexn? sind Israeliten angestellt, und jüngst erst ward ein absolvirter Jurist israelitischer-Confesfion,

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