Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 26 (1862)
- Issue
- Heft 8 (18.2.1862)
- Date
- 1862-02-18
- Page
- Seite 87 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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m Mtrarischer Wochenbericht. Magde b u r g, 2. Februar. Angekommen: Eine Wallfahrt nach Jerusalem. Bilder ohne Heiligenscheine von Moritz Busch. Zwei Bände. Leipzig 1861. — Palmen und Zedern. Die Hauptmomente aus der biblischen Geschichte des alten Testaments in poetischer Darstellung. Ein Lesebuch für Schule und Haus, herausgegeben und mit Anmerkungen begleitet von A. S. Fischer. Raab 1862. — Regesten zur Geschichte der Juden in Deutschland während des Mittelalters. Bearbeitet von Dr. M. W i e n e r. Erster Theil. Hannover 1862. — Jahresbericht des jüdisch-theologischen Seminars „Fränkel'scher Stiftung." Voran geht: Ueber talmudische Münzen und Gewichte von Dr. B. Zuckermann. Breslau 1862. — Ein Wort der Wehmut unddes Trostes. Von Jakob E i s n c r, Rabbiner. Agram 1861. — Der Zug der Israeliten aus Aegypten nach Kanaan von Gustav Unruh, mit einer Karte. Langensalza 1860. — Das alte Jerusalem und seine Bauwerke. Von Gustav Unruh. Langensalza 1861. — Unser ist das Wasser. Predigt von Dr. M. Duschak, Rabbiner. Brünn 1862. — Rebecca oder das jüdische Weib in ihrem religiösen Berufe. Eine Federzeichnung von Abraham L ev i. Frankfurt am Main 1861. — roYn» na» nso nr»n . Talmudische Sprüche metrisch gereimt. Wien 1861. —7 pNL'' ^12 von M. E. Stern. 27. Hest. Wien 1862. Raab, im Februar, vr. L. A. Frankl schreibt seine Memoiren. Die „Presse" brachte unlängst in ihrem Feuilleton eine diesen Memoiren entnommene Skizze,, welche den Titel führt: „Die halbvergangene Zeit." In dieser beschreibt uns der Dichter eine Privat-Audienz, die er als achtzehnjähriger Mediciner beim Kaiser Franz hatte. Obwohl ein Werk nur nach seiner Totalität zu. beurtheilen ist, so steht — nach dieser einzigen Skizze zu schließen. — mit der Veröffentlichung dies es Werkes dem deutschen Lesepublikum eine sehr anziehende, interessante Lectüre bevor.'— Von Dr. Pick, gewesenem Assistenten an der Sternwarte zu Wien, nunmehrigem Inhaber eines Knaben-Jnstituts, erscheint seit Beginn dieses Jahres eine sehr gefällig ausgestattete, mit Illustrationen versehene Jugendzeitschrift, Namens „Durch die Welt". Der Herausgeber hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Äugend in ihren Mußestunden durch gediegene, ausgewählte, für sie berechnete Aufsätze angenehm zu belehren und zu unterhalten, ein Unternehmen , das allgemeine und vielseitige Unterstützung verdient und dieselbe auch finden darf, da an dem Unternehmen die tüchtigsten Lehrkräfte Wiens sich betheiligen. Jeden Sonnabend erscheint eine Nummer, der jährliche Preis beträgt 6 Fl. 80 Kr. öst. W. mit Postverfendung. I. M. Deutsch. (Auch wir können diese Wochenschrift für die Jugend nachdrücklich empfehlen. Je mehr die israelitische Jugend durch Schriften und Zeitschriften von nichtisraelitischen Autoren auf antijüdische Lehrsätze und Anschauungen geführt wird, desto willkommener muß für sie eine Zeitschrift sein, die zwar durchaus nicht speciell jüdischer Tendenz ist, aber, von einem Juden redigirt, nichts enthalten wird, was in religiöser Beziehung anstößig wäre. Die uns vorliegenden fünf Nummern enthalten viele anziehende Artikel aus Geschichte, Natur, Technik und Belletristik, so daß sie nach allen Richtungen hin belehrend und unterhaltend sind. Die Red actio n.) Zeitungsnachrichten. Deutschland. Hamburg, im Februar. (Privatmitth.) Professor D.öllinger in München hat unter dem Namen „Kirche und Kirchen, Papstthum und Kirchenstaat" ein sehr wichtiges, auch von uns, im Allgemeinen dem Protestantismus-: geneigteren deutschen Juden zu beachtendes Buch herausgegeben t in welchem er die Frage wegen der weltlichen Macht des Papstes zu lösen sucht. Daß darin die römische Kirche als die verfolgte Unschuld erscheint,- die nie ein Wässerchen getrübt hat, das kann uns, die wir von dieser Harmlosigkeit Lieder zu singen hatten und noch haben, nur lächerlich — Gottlob nur lächerlich — Vorkommen, so wie wir es nur beklagen können, daß unser glänzendstes Kind, das Christenthum, so steht, daß die eine Hälfte seiner Bekenner ruft: „ohne Papst hat es keinen Werth" — und die andere: „durch den Papst ist es um seinen Werth gebracht!" Es ist jedoch für uns aus; jenem Werke zu lernen, wie gut und wie beharrenswerth es für uns ist, daß Wir von jeher, auf die kirchlichen Organisationen und Formen so wenig Werth gelegt haben, und wie gefährlich es ist, die Lehre von den Eigenschaften der 8*