Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 26 (1862)
- Issue
- Heft 7 (11.2.1862)
- Date
- 1862-02-11
- Page
- Seite 82 (sequence 10)
- Language
- German
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s 8L hierauf, . um mich so auszudrücken,-;,gewaltig .abblitzen". So erhielt nun auch Herr Gutsbesitzer Werner, Porsteher. der hiesigen jüdischen Gemeinde, ein derartiges Heftchen, welches „die Bestimmung. des Volkes Israel" betitelt. ist, und -borgte es dem- H^errn B.; einem hochgestellten, h ö ch.st: ge bildet eu Christen. —^ Vor einigen Tagen.erhielt nun Herr Werner das Büchelchen zurück, blättertezufällig -Parin und fand auf der Seite Heine Stelledick untech strichen und eigenhändig vom Herrn B. eine Randbe-- merkung dazu geschrieben. Die unterstrichene Stelle' war folgende: „Ein Hauptmittel, um auf. Juden segensreich zu wirken und sie für das Christenthum geneigter zu-machen, ist das gute Beispiel eines heiligenchristlichen Wandels;" hiezu schrieb, nun Herr B. diesß merkwürdige Bemerkung: „Dieses Alles müssen wir aber erst hübsch .von den Juden lernen. .— Es stehß geschrieben: An euren Früchten erkennet man euch. —f Wenn Trunk, Diebstahl, Word und,; vielfache Verbrechen unter Christen .Häufiger sind, als unter Judenwie sollen dieselben. das Christenthum für etwas Besseres Halten?" . .■>£■. So mit ihrer eigenen Ruthe gepeitscht.zu werdenhätten sich Wohl die Herren Missionäre, nicht vorgestellt;, und so könnte ich Ihnen noch Vieles. vondem segeysO reichen Wirken dieser Männer erzählen, jedoch — Sapienti sat.; Goldmann, Lehrer. Oesterreichischer Kaiserstaat. Oedenburg, 9. Januar. (Privatmitth.) Trotzdem die Juden sich von der neuen Organisation in Ungarn viel versprachen, und namentlich vor der Willkür eines Panduren und Consorten sich geschützt glaubten, treiben doch diese Herren ihre Gewaltthätigkeiten und Erpressungen gegenüber den Juden weiter und machen dort die Fortsetzung von Dem, was sie im vorjährigen Interregnum angefangeu. So z. B. kommt unlängst auf einem Markte in der hiesigen Gegend ein Pandur zu einem Juden und verlangt mit barschen Worten das Vorzeigen der Elle. Dieser, der ein in Oedenburg gestempeltes Exemplar hatte, reichte ihm dasselbe ganz devot zur Besichtigung; allein kaum hatte der Pandur sie in Händen, so zerbrach er sie und warf die Stücke auf den Marktplatz. Es war unter der früher» Gensd'armenherrschaft nichts Neues, daß die Ellen auf einem Jahrmarlle visitirt wurden, und; hatte/Jemand einevorschriftswidrige, so wurde er -ganz einfach ausgeschrieben und vor - Glicht geladen. Unser Pandur aber hatte nicht.einmal das Recht, auf besagtem Jahrmärkte die Parteien! zuUnspiciren, da er in einem ganz andern Comitate angestellt, hier nur auf Besuch war; dazu kam-noch der Umstand, daß er total: betrunken und daher unzurechnungsfähig war. Der Jude.hielt, ihm das Unanständige seines Betragens vor-und drohte ihm mit einer Anzeige beim Stuhlrichter. Aber nun hatte die Wuth des weisen Salomo, .keine Grenzen. Mit allenLaarom teremtäsit*. bie ihm; zu Gebote, standen, warf er sich-unter den größten Schimpfausdrücken (und. in Bezug auf die Juden hat das ungarische- Lexicon hierin einen großen Schatz aufzuweisen), auf.den armen /Inden und' tractirte ihn vor Allem mit einigen Ohrfeigen, Rippenstößen rc. — Später,.als die-Ändern>Juden ührem>Mitbruder helfen; wolltenhieb. er. mit dem. stachen Säbel auf. „das.-verfluchte.. Judenvolk",. und -hätte man ihm nicht das- Gewehr sammt. dem.. Bayonnetteentrissen, wer weiß, was er nicht. Alles, in seiner Wuth verübt hätte. .-:-Nach-.End.e--d.es^Gemetzels-Mar^e'Mem Juden die Hand ganz.zersetzt- .Mehrerekamen mit Beulen und Wunden davon. . .; Ich muß.Jhnen; nur noch bemerken, daß während des ganzen. Schauspiels die. edlen Ungarn —. der Gemeindevorsteher und Geschworene an der Spitze von Weitem hübsch zusahen und sich ins Fäustchen lachten; kein Einziger aber den Panduren zurechtwies, um wie viel weniger Jemand die Partei der. Juden ergriff. Ist der Spruch. derstolzen Ungarn, mit? dem sie sich-bei jeder Gelegenheit brüsten,. dann nicht wahr: „Lxtra Hungariam non est vita, et si est vita, nou eSl ita,“ — Nachschrift. Wie. man mir, eben.erzählt, wurde.der saubere Herr Pandur sammt Richter ergriffen und werden Beide vor das Kriegsgericht in Oedenburg gestellt werden. — Wenn Sie erlauben, werde ich nächstens über den Ausgang der Sache weiter berichten. - Raab, 28. Januar (Privatmitth.). Die Frage, ob..ein Professor jüdischen Glaubens als Promoter functioniren kann, ist in ein neues Stadium getreten. — Bekanntlich hat das Professoren-Collegium an der Prager Universität einstimmig den Beschluß gefaßt- Dr. Wessely, als ordentlichen Professor des-österreichischen Strafrechts an dieser Universität, als Pro-