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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1862-02-11 · Heft 7 (11.2.1862) · p. Seite 79

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
26 (1862)
Issue
Heft 7 (11.2.1862)
Date
1862-02-11
Page
Seite 79 (sequence 7)
Language
German
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79 1837. — Michaelis, orientalische und exegetische Bibliothek, zwanzig Theile in zehn Bänden, Frankfurt am Main 1771—82. — Eichhorn, Mg. Bibliothek der bibl. Literatur, drei Bände, Leipzig 1787—90. — von Raumer, Der Zug der Israeliten, Leipzig 1837. — Trusen, Piblische Krankheiten, Posen 1843. — Münthinge, Anmerkungen zu den Sprüchen Salomonis, Frankfurt a. M. 1801. — Eichhorn, Einleitung in die Apokryphen, Leipzig 1795.— S. Cahen, La Bible (Text, Uebersetzung und Anmerkung; Pentateuch, Jesaias, Jeremias, Ezechiel, Hiob und Chronik, in dreizehn Bänden), Paris 1831 ff. — Delitz sch, de Habacuci prophetae vila atque aetate, zweite Au fl., Leipzig 1842.— Iusti, Habakuk, Leipzig 1821.— Umbreit, Sprüche Salomos, Heidelberg 1826. — Matthäi, Neue Auslegung der Bibel, zur Erforschung und Darstellung ihres Glaubens "begründet, Göttingen 1851. — Herzfeld, Koheleth, Braunschweig 1838.— Zille, Die Psalmen (metrisch übersetzt), Leipzig 1844. — Lelio della Tor re, Note al Salmi (fascic. I— Ps. 20). Die Bücher sind sämmtlich sehr wohl erhalten und bis auf einige wenige gut eingebunden. Kaufsantrage richte man an Dr. Ludwig Philippson in Magdeburg. Zeitungsnachrichten. Deutschland. Aus dem badischen Baulande, 12. Januar. (Fr. I.) Mit Verwunderung bemerkt man hier zu Lande, daß gewisse Correspondenten in selbst freisinnigen Blättern die zu erwartende Beseitigung des die Juden allein noch beschränkenden tz. 58 der G emeinde-Ordnung mit nicht ganz günstigen Augen ansehen. Da sie die Consequenz aus zugestandenen Principien, die Rechtlichkeit der Forderung und selbst die Zweckmäßigkeit der Gleichstellung aller Staatsbürger nicht mehr bestreiten können, so berufen sie sich auf eine gewisse Stimmung in der niederen Volksclasse, die Dem im Wege stehe. Zu weiland Rottecks Zeiten war dieser Kämpfer für freisinnige Institutionen der Ansicht, es bedürfe noch eines Zeitraumes von zwanzig Jahren, bis die Juden die Reife für völlige Gleichstellung erlangt hätten. Diese Zeit ist län gst vorüber, und es wird wohl Keiner zu behaupten wagen, daß sie nicht fleißig benutzt worden wäre. Jetzt dreht man das Blatt herum und sagt: „Aber unsere Bauern sind für solche Rechtsgedanken noch nicht reif." Gut denn, so drehen auch wir das Blatt herum und sagen: „Setzt nun besagte Bäuerlein, welche sich in den neuen Rechtsstaat nicht finden mögen, so lange in den früheren gesetzlichen Zustand der Juden, bis auch für sie die Erntezeit gekommen und sie das Wort begreifen, das ein hochgestellter Geistlicher in der bayerischen Kammer zur Geltung brachte: „Was du nicht willst rc." Wollte man aber mit jedem Gesetze warten, bis es in allen Winkeln des Landes Anklang findet, so müßte man auf jede fortschreitende Gesetzgebung überhaupt und namentlich auf eine vernünftige Gewerbeordnung so lange verzichten, bis des letzten Zunftzopfes letztes Haar ausgefallen ist! Daß unsere städtische Bevölkerung anders denkt, hat bei der jüngsten Saison Mannheim, und bei der jetzigen Karlsruhe bewiesen. Wir zweifeln zwar nicht daran, daß die volle Gleichstellung der Juden, ohne Clauseln und Vorbehalte, bei den drei gesetzgebenden Factoren diesmal durchgehen wird; aber wir möchten auch nicht, daß dieses unter heftigen Debatten und mit' nur schwacher Majorität geschehe, damit unsere beiden Kammern, auf die Deutschland mit Stolz hinweist, auch in dieser Hinsicht als Muster dastehen! Soll der Rechtsstaat consequent durchgeführt werden, so muß er als -Devise den Satz an seine Spitze stellen: „Pereat mundus, fiat Justitia.“*) Dresden, 26. Januar. (Privatmitth.) Dieser Tage ist Herr Banquier M. A. Meyer, Vorsteher der hiesigen israelitischen Religionsgemeinde, zum K. S. Commerzienrathe mit Hofrang fünftel; Classe ernannt worden. Es ist dies um so erfreulicher, da derselbe der erste Israelit in Sachsen ist, dem diese Auszeichnung, mit welcher man hier zu Lande nicht allzu freigebig ist, geworden. Zugleich legt dieser Fall ein neues Zeugniß dafür ab, wie bereit die Humanität Sr. Maj. des Königs von Sachsen ist, das Verdienst ohne Rücksicht auf Confession anzuerkennen. Innerhalb der Dresdener israelitischen Gemeinde hat sich seit Beginn dieses Winters ein „Verein der Freunde" gebildet, der in dieser kurzen Zeit sich,- Dank den eifrigen Bemühungen seiner Vorsteher, zu einer schönen Blüthe *) Wann wird dieses häßliche Wort verschwinden und dem prophetischen Spruche Platz machen: Fiat Justitia, mundus existetl Die Redaction.

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