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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1862-01-28 · Heft 5 (28.1.1862) · p. Seite 54

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
26 (1862)
Issue
Heft 5 (28.1.1862)
Date
1862-01-28
Page
Seite 54 (sequence 6)
Language
German
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84 der „Sp. Ztg." mitgetheilt wird, nicht begründet. Die Ansichten, von welchen der Justizminister Simons in Betreff der Anstellung der Juden in seinem Ressort ausging, sind auch unter Herrn v. Bernuth herrschend geblieben. Weder ist das Rescript vom 9ten October 1851, welches die Juden vom Richteramt ausschließt, ausgehoben worden, noch hat die praktische Beschäftigung der im Justizdienst bereits fungirenden Assessoren jüdischen Glaubens irgend eine Aenderung erfahren. Dieselben werden nach wie vor von ganzen Zweigen der richterlichen Thätigkeit, namentlich von den Functionen des Proceßrichters, fern gehalten und wohl zu Rechtsanwälten, aber nicht zu Richtern ernannt. Moers, 7. Januar. (Privatmitth.) Am 6. dieses feierte hier das Simon Marcks'sche Ehepaar ihre goldene Hochzeit in der Synagoge und durch ein Festmahl. Nicht nur die jüdische Gemeinde, sondern auch die übrige Bürgerschaft betheiligte sich anfs lebhafteste, indem der Landrath und der Bürgermeister persönlich ihre Glückwünsche darbrachten und der Männergesang- Berein schon den Abend vorher durch eine Serenade feierte. Frankfurt an der Oder, im Januar. Das „Franks. Patr. Wochenbl." enthält Folgendes *): Synagogen-Gemeinde. Das Amt der Seelsorge in der hiesigen israelitischen Gemeinde ist seit Kurzem in der Person des Herrn ve. Loewenmayer, der bisher in Graudenz mit segensreichem Erfolge als Rabbiner, Prediger und Leiter der Religionsschule gewirkt hat, wieder besetzt worden. Da Herr vr. Loewenmayer mit einem anerkann-. ten redlichen Charakter nicht nur ein reiches theologisches Wissen, sondern auch die Eigenschaften eines tüchtigen Schulmannes verbindet, so ist die getroffene Wahl nur geeignet, die hiesige israel. Gemeinde zu den besten Hoffnungen zu berechtigen. Am 19. d. M. Abends hier eingetroffen, wurde Rabb. vr. L. durch den gesummten Gemeindevorstand und eine Deputation aus der Mitte der Repräsentanten-Versammlung auf dem Bahnhofe empfangen und von dort in seine Wohnung geleitet. •*) Wir haben über diese Feier einen sehr ausführlichen Bericht erhalten, der aber wegen Mangel an Raum nicht gegeben werden kann. Die Redaction. Bald darauf versammelten sich beide Collegien, um den Neuangekommenen feierlich zu begrüßen. Die — Seitens des Vorstandes durch Herrn Moritz Lewy und Seitens der Repräsentanten-Versammlung, durch Herrn Adolph Lev in — an den Herrn Rabbiner gerichteten Ansprachen wurden von demselben mit warmen Worten und in höchst entsprechender Weise erwiedert. Der feierliche Act, so konnte der Empfang des Herrn vr. L. mit Recht bezeichnet werden, schloß mit einem solennen Abendbrot, das dem verehrten Gaste von beiden Collegien gewidmet war. Sonnabend den 21. hielt Herr vr. L. in der Synagoge eine ebenso lehrreiche als erbauende Antrittsrede, in welcher er namentlich seinen redlichen Bestrebungen in Bezug auf das von ihm übernommene Amt Ausdruck zu geben wußte. Montag den 23. Vormittags 11 Uhr fand die Einführung des Herrn Rabbiners in die Gemeindeschule statt. Zu der Seitens der Lehrer zu diesem Zwecke veranstalteten, besonderen Feierlichkeit hatten, — außer dem Gemeinde- und Schulvorstande, — auch der Revisor der Anstalt, Herr Director Wiecke, und Mitglieder des Repräsentanten-Collegii sich eingefunden. Nachdem der Vorsitzende im Schulvorstande, Herr Moritz Lewy, die Feier mit der Einführungsrede eröffnet hatte und diese von Herrn vr. L. in entsprechender Weise erwiedert worden war, stimmte Herr Lehrer Lehmann mit den Schulkindern einen erhebenden Choral an, welchem ein von demselben Lehrer vorgetragenes „Gebet" sich anschloß. Hierauf ward von dem ersten Lehrer der Anstalt, Herrn Mehl, die eigentliche Begrüßungsrede gehalten, welche gleichzeitig durch Inhalt und Vortrag der Würde der Feiert in bester Weise entsprach. Aber auch Herr Director Wiecke verfehlte nicht, an Herrn vr. L. kräftige und warme Worte zu richten, welche Letzterer ebenso wie die Rede des Hrn. Lehrers Wehl in vollkommen würdiger Weise beantwortete. Eine Reihe von Declamationen religiösen Inhalts, von Schülerinnen der Anstalt ausgeführt, trugen nicht wenig zur Hebung der schönen Feier bei, die nach Absingung eines zweiten Chorals geschloffen wurde. Frankfurt an der Oder, 1. Januar. (Privatmitth.) Herr Jacob Baswitz, welcher schon seit einer Reihe von Jahren an der Spitze unserer Gemeinde-Verwaltung steht und seit einem Jahre auch der hiesigen städtischen

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